Beschäftigte der US Army streiken in Oberpfalz und Mittelfranken

Beschäftigte der US Army streiken in Oberpfalz und Mittelfranken
Am Montag haben ortsansässige Zivilbeschäftigte der US‑Streitkräfte in Mittelfranken und der Oberpfalz gestreikt. „An unseren Streiks heute haben sich Hunderte Zivilbeschäftigte beteiligt“, bilanziert ver.di Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner nach Aktionen in Hohenfels, Ansbach und Grafenwöhr.
Streiks in Hohenfels, Ansbach und Grafenwöhr
In Grafenwöhr adressierte ver.di die Beschäftigten direkt. „Ihr übt euer Streikrecht aus, damit die Arbeitgeber eure Sorgen ernst nehmen“, rief Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner den Teilnehmenden zu.
Die Gewerkschaft ver.di fordert zwei Euro mehr pro Stunde für alle Beschäftigten und Auszubildenden bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Im Verlauf der zweiten Verhandlungsrunde legten die Arbeitgeber ein Angebot vor: erst 1,5 Prozent auf zwölf Monate, dann 2 Prozent bei mindestens 65 € sowie eine Zulage für Feuerwehrleute von fünf Euro pro Schicht. „Trotz vielversprechender Diskussionen waren die Arbeitgeber am Ende zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit“, bedauert Kathrin Birner. „Sie verschanzten sich hinter den aktuellen Konflikten. Doch gerade in unsicheren Zeiten haben die Beschäftigten Klarheit und Stabilität verdient.“
Forderungen und Angebot liegen auseinander
Die Tarifverhandlungen für die ortsansässigen Beschäftigten bei den Stationierungsstreitkräften betreffen bundesweit die Truppenübungsplätze der US Army, Briten, Franzosen, Kanadier und der NATO. Das Bundesfinanzministerium verhandelt für die Arbeitgeberseite im Einvernehmen mit den Gaststreitkräften, die Gewerkschaft ver.di vertritt die Beschäftigten. Schwerpunktregionen liegen in Bayern und Rheinland-Pfalz.
In Bayern betrifft die Tarifrunde die Standorte in der Oberpfalz (Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels), in Mittelfranken (Katterbach, Illesheim) sowie Kempten (Garmisch-Partenkirchen und Sonthofen) mit etwa 3000 ortsansässigen Beschäftigten. Erste Verhandlungen fanden am 5. Februar sowie am 4./5. März statt. Am 24. März 2026 setzen die Tarifparteien die Gespräche in Berlin fort.
Hintergrund und nächste Schritte
Unter dem Motto „Solidarität geht nicht in Rente“ ermutigte der ver.di-Seniorenvertreter Manfred Haberzeth die Streikenden. „Es lohnt sich, sich gemeinsam für höhere Löhne und für eine Sicherung unseres Sozialstaates einzusetzen – davon haben Jung und Alt etwas, davon lebt unsere Gesellschaft.“
Für die Oberpfalz und Mittelfranken würden spürbare Lohnabschlüsse die Kaufkraft der ortsansässigen Beschäftigten stärken und die Standorte von US-Übungsplätzen stabilisieren. Auch die angebotene Schichtzulage für Feuerwehrleute adressiert besondere Belastungen in den Wachdiensten auf den Plätzen. Wie groß der Abstand zwischen Forderung und Angebot am Ende bleibt, klären die weiteren Verhandlungen in Berlin.












