Cylib übernimmt Anlage in Wernberg-Köblitz mit 10.000 Tonnen

Cylib übernimmt Anlage in Wernberg-Köblitz mit 10.000 Tonnen
Aachen, 21. Juli 2026 – cylib, eines der führenden Batterierecyclingunternehmen Europas, hat eine Anlage zur Entladung, Demontage und mechanischen Aufbereitung in Wernberg-Köblitz, Bayern, mit einer Jahreskapazität von bis zu 10.000 Tonnen ausgedienter EV-Batterien erworben. Die Übernahme erfolgte im Rahmen eines Insolvenzverfahrens und umfasst die Verarbeitungslinie, das Gebäude und das Grundstück. Cylib wird den aktuell stillgelegten Standort nach eigenen Standards und in enger Abstimmung mit den bayerischen Behörden in Betrieb nehmen. Ab dem Zeitpunkt der Übernahme trägt cylib die volle operative, umweltrechtliche und sicherheitstechnische Verantwortung für den Standort. Die Inbetriebnahme ist für das vierte Quartal 2026 geplant, vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG).
Wesentliche Punkte
- cylib übernimmt Anlage zur mechanischen Aufbereitung in Wernberg-Köblitz, Bayern, mit einer Jahreskapazität von bis zu 10 000 Tonnen ausgedienter Elektrofahrzeugbatterien
- Die Akquisition stärkt cylibs durchgängige Recyclingkapazitäten: von der Erfassung und mechanischen Aufbereitung ausgedienter Batterien in Bayern bis zur Rohstoffrückgewinnung in Dormagen
- Der Betrieb soll im vierten Quartal 2026 aufgenommen werden und bietet unmittelbare Verarbeitungskapazitäten – noch vor dem Hochlauf der hydrometallurgischen Anlage in Dormagen
„cylib steht für ein Batterierecycling, das die gesamte Wertschöpfungskette abbildet – von der ausgedienten Batterie bis zum hochwertigen kritischen Rohstoff“, sagt Dr. Lilian Schwich, Co-CEO und Mitgründerin von cylib. „In unserer Pilotanlage in Aachen haben wir gezeigt, dass wir die gesamte Prozesskette beherrschen. In Dormagen entsteht gerade unser Standort für die hochwertige Rohstoffrückgewinnung aus Schwarzmasse. Mit der Übernahme in Bayern schließen wir die Lücke davor: Hier gewinnen wir künftig diese Schwarzmasse aus Altbatterien – im Industriemaßstab.“
Batterieströme direkt an der Quelle sichern
Mit dem Standort sichert sich cylib eine strategische Position im Zentrum des deutschen Automobilgürtels, des größten Automobilmarkts Europas, mit direktem Zugang zu den großen OEM-Produktionsstandorten und den Batterielieferketten in Süddeutschland und Mitteleuropa.
Die Anlage bereitet ausgediente EV-Batterien zu Schwarzmasse auf, die direkt in cylibs hydrometallurgischer Anlage weiterverarbeitet wird, die derzeit in Dormagen, Nordrhein-Westfalen, entsteht. Dort wird die Schwarzmasse zu hochwertigen kritischen Rohstoffen veredelt – darunter Lithium, Grafit, Nickel, Kobalt und Mangan. Damit gehört cylib zu den wenigen Unternehmen in Europa, die die gesamte Wertschöpfungskette von der Altbatterie bis zum zurückgewonnenen kritischen Rohstoff aus einer Hand abbilden.
Bayerischer Standort stärkt Recyclingnetzwerk
Der bayerische Standort ist der erste Knotenpunkt im Erfassungs- und Aufbereitungsnetzwerk von cylib und sichert die Materialströme, die die Anlage in Dormagen benötigen wird. Mit der Übernahme in Bayern setzt cylib seine Vision von einer durchgängigen Wertschöpfungskette im industriellen Maßstab um.
„Mit dem Aufbau großskaliger Verarbeitungskapazitäten können wir unseren Kunden und Partnern – darunter OEMs, Tier-1-Zulieferern und Batterieherstellern – eine noch bessere Schnittstelle und ein umfassenderes Angebot bieten“, sagt Dr. Gideon Schwich, Co-CEO und Mitgründer von cylib. „Diese Übernahme ist ein weiterer Schritt auf unserem langfristigen Wachstumspfad. Diesen Standort verantwortungsvoll wieder in Betrieb zu nehmen, ist eine Aufgabe, der sich unser Team mit vollem Einsatz widmet.“
Kritische Rohstoffe in Europa halten
Die Nachfrage nach verantwortungsvollem Batterierecycling im Industriemaßstab wächst in Europa schneller als die dafür notwendige Infrastruktur. Die Volumina ausgedienter EV-Batterien in Europa werden sich laut dem „Global EV Outlook 2026“ der Internationalen Energieagentur zwischen 2030 und 2035 mehr als verdreifachen.
Cylib nutzt bewusst einen bestehenden Industriestandort und folgt damit einem Ansatz der Kreislaufwirtschaft: Vorhandene Infrastruktur zu ertüchtigen, statt neue Flächen zu erschließen, reduziert sowohl den ökologischen Fußabdruck der Skalierung als auch die Zeit bis zur Inbetriebnahme. Mit dem integrierten Modell von Bayern bis Dormagen hält cylib kritische Rohstoffe aus europäischen Altbatterien konsequent in europäischen Lieferketten und stärkt Europas Unabhängigkeit von Rohstoffimporten.
Cylib plant, im vierten Quartal 2026 mit der industriellen Annahme von Recyclingmaterial zu beginnen, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung. Der Hochlauf erfolgt in Zusammenarbeit mit Behörden, Anlagenherstellern und Kunden. Das Erreichen der vollen Kapazität wird bis Ende 2027 erwartet.
Über cylib
cylib ist ein ganzheitlich und nachhaltig ausgerichtetes Batterierecyclingunternehmen, das 2022 in Aachen von Dr. Lilian Schwich, Paul Sabarny und Dr. Gideon Schwich gegründet wurde. Das Unternehmen ist aus der Forschung an der RWTH Aachen University hervorgegangen und hat das Ziel, hochwertige Materialien für nachhaltige Batterien sowie resiliente europäische Wertschöpfungsketten bereitzustellen. Cylib betreibt ein integriertes Netzwerk in Deutschland: Forschung und Entwicklung am Hauptsitz in Aachen, hydrometallurgische Verarbeitung in Dormagen (im Aufbau) sowie Demontage und mechanische Aufbereitung in Bayern.
Die wasserbasierte OLiC-Technologie (Optimized Lithium and Graphite Recovery) gewinnt effizient Rohstoffe aus Batteriepacks, Schwarzmasse oder Produktionsausschuss zurück und erzielt Rückgewinnungsraten von über 90 % für Lithium, Graphit, Nickel, Kobalt und Mangan – bei einem um 80 % reduzierten CO₂-Fußabdruck im Vergleich zur Primärförderung. Dies ermöglicht eine echte Materialkreislaufführung.
Wenn Du OberpfalzECHO als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Dich auf.
Füge jetzt OberpfalzECHO Deinen Quellen hinzu!







