VR Nopf
VR Nopf

Ethische KI: Mehr als Technik ist gefordert

Weiden. Dr. Hendrik Meyer-Magister diskutierte die ethische Gestaltung künstlicher Intelligenz, betonte Risiken und forderte gemeinwohlorientierte Entwicklung sowie klare Regulierungen.

Weiden. Dr. Hendrik Meyer-Magister diskutierte die ethische Gestaltung künstlicher Intelligenz, betonte Risiken und forderte gemeinwohlorientierte Entwicklung sowie klare Regulierungen.
Freundeskreis-Sprecher Dr. Ehrenfried Lachmann und Dr. Hendrik Meyer-Magister (v.l.). Foto: Siegfried Bühner

Ethische KI: Mehr als Technik ist gefordert

Künstliche Intelligenz (KI) bestimmt immer mehr unseren Alltag, oft ohne dass wir es merken. Das bringt auch Risiken mit sich. Darüber sprach Dr. Hendrik Meyer-Magister in Weiden. Er war zu Gast im Martin-Schalling-Haus, eingeladen vom Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing und dem evangelischen Bildungswerk Oberpfalz. Thema seines Vortrags war die ethische Gestaltung von KI.

Die Rolle der Ethik in der Entwicklung von KI

Hendrik Meyer-Magister betonte, die Zivilgesellschaft müsse “den moralischen Umgang mit der KI erst noch aushandeln”. Viele Alltagsaufgaben seien “viel zu komplex für die KI” und KI könne keine “gedankliche Vorstellungen von Dingen entwickeln und ist nur so gut, wie die Daten, mit denen sie trainiert wurde”. Trotz des Potenzials, das KI biete, dürften die Risiken nicht ignoriert werden. “beherrsche ich noch die Technik oder ist es umgekehrt?” und “nicht alles was technisch möglich ist, ist auch ethisch verantwortbar”, waren weitere Kernpunkte seines Vortrags.

Grundprinzipien für die KI-Entwicklung

Für die Entwicklung von KI forderte Meyer-Magister, dass diese “auf ethische Art und Weise innerhalb einer gemeinwohlorientierten Digitalstruktur” erfolgen müsse. Eine Ethik, die durch “Freiheit und Verantwortung” geprägt ist, könne eine Grundlage bilden, auch abgeleitet aus Religion, denn “Freiheit und Verantwortung sind Ausdruck des Menschen als Geschöpf und konstitutiv für die Beziehung zwischen Gott und dem Mensch”. Das Prinzip der Schadensvermeidung sei essentiell, ebenso wie Fairness und Gerechtigkeit, damit keine Gruppen benachteiligt werden.

Herausforderungen und politische Forderungen

Mit Blick auf die neue EU-Verordnung zu KI sprach Meyer-Magister “unakzeptable Risiken” an, die verboten werden sollten. Noch offen seien Fragen wie die Haftung bei lernenden Systemen und ob “explainable AI”, also erklär- und nachvollziehbare KI, ethische Fragen lösen kann. Der Umgang mit KI müsse “datenbewusst und sparsam und energiebewusst” sein. Vor möglichen Fälschungen warnte er: “trauen Sie Ohren und Augen nicht” und riet dazu, “auch immer nach der Plausibilität” zu fragen. Die Politik sei gefragt, wirksame Regulierungen und klare gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Zusammenfassend stelle Meyer-Magister fest, dass KI “vermutlich nie das bringen kann, was wir für menschlich halten”. Dies betont die Notwendigkeit einer ethischen Betrachtung und Gestaltung der Technologie, um ihre Vorteile zu nutzen, ohne die menschliche Integrität und Würde zu gefährden.

VR Nopf
VR Nopf