Immobilien in der nördlichen Oberpfalz: Gute Chancen trotz hoher Nachfrage
Immobilien in der nördlichen Oberpfalz: Gute Chancen trotz hoher Nachfrage
Der Immobilienmarkt in der nördlichen Oberpfalz zeigt sich widerstandsfähig. Nach den Turbulenzen infolge der Zinswende haben sich Angebot und Nachfrage wieder stabilisiert. Die Sparkasse Nördliche Oberpfalz und die LBS Süd sehen vor allem bei Bestandsimmobilien eine anhaltend hohe Nachfrage. Gleichzeitig bleibt der Neubau deutlich hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Beim gemeinsamen Pressegespräch erläuterten der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Nördliche Oberpfalz Hans-Jörg Schön, sein Stellvertreter Johann Zach und Erwin Bumberger von der LBS Süd die aktuelle Entwicklung sowie die Perspektiven für Kaufinteressenten und Eigentümer.
Stabile Zinsen sorgen für mehr Planungssicherheit
Nach Jahren historisch niedriger Bauzinsen und dem kräftigen Zinsanstieg ab 2022 habe sich die Situation inzwischen beruhigt. Laut Erwin Bumberger liegt das durchschnittliche Zinsniveau für eine zehnjährige Baufinanzierung in Bayern seit 2023 bei rund 3,81 Prozent. Viele Interessenten hätten sich an die neue Marktlage gewöhnt und fassten wieder Vertrauen in den Immobilienkauf. Gleichzeitig bleibe der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ungebrochen. Nur wenige Menschen hielten das Wohnen zur Miete langfristig für die bessere Alternative. Für viele sei Wohneigentum nach wie vor ein wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge.
Bestandsimmobilien bleiben gefragt
„Immobilienbesitz ist noch immer ein Herzenswunsch“, betonte Hans-Jörg Schön. Besonders junge Familien strebten weiterhin nach Wohneigentum. Voraussetzung sei allerdings ausreichend Eigenkapital. Die Sparkasse empfiehlt, mindestens 20 Prozent des Kaufpreises einschließlich der Nebenkosten aus eigenen Mitteln aufzubringen. Eine solide Finanzierung stütze sich auf vier Säulen: Eigenkapital, einen Bausparvertrag beziehungsweise ein Bauspardarlehen, öffentliche Fördermittel wie KfW-Darlehen und ergänzend ein klassisches Bankdarlehen.
Bei den Preisen für Bestandsimmobilien beobachten die Experten derzeit eine stabile Seitwärtsentwicklung. Lage, Alter und Zustand der Gebäude bestimmten weiterhin den Marktwert. Innerhalb der Region bestehen deutliche Unterschiede. In Weiden kostet ein frei stehendes Einfamilienhaus durchschnittlich rund 380.000 Euro und erreicht damit das höchste Preisniveau. Deutlich günstiger ist das Angebot im Raum Eschenbach, wo vergleichbare Häuser bereits ab etwa 220.000 Euro erhältlich sind. Ein ähnliches Preisgefälle zeigt sich bei Eigentumswohnungen.
Neubau bleibt die größte Herausforderung auf dem Immobiliensektor
Während sich der Markt für bestehende Immobilien erholt, bereitet die Entwicklung im Neubausektor weiterhin Sorgen. Bayern benötigt nach Angaben der LBS jährlich rund 70.000 neue Wohnungen. Tatsächlich wurden 2025 jedoch nur etwa 46.000 Wohneinheiten fertiggestellt. Hauptursachen sind gestiegene Baukosten, hohe Grundstückspreise, umfangreiche Bauvorschriften sowie langwierige Genehmigungsverfahren. Gleichzeitig wächst die Nachfrage durch die steigende Zahl an Singlehaushalten und die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung. Ohne politische Gegenmaßnahmen (Entbürokratisierung, vereinfachte Anträge, transparente Vorschriften) droht sich der Wohnungsmangel weiter zu verschärfen.
Auch regional zeigt sich diese Entwicklung. Die Zahl der Baufertigstellungen bewegt sich auf dem Niveau des Jahres 2016 und liegt damit historisch niedrig. Dennoch bleibt der Bedarf an modernen Wohnungen hoch. Immobilienbesitzern raten die Fachleute deshalb, rechtzeitig in die Modernisierung ihrer Gebäude zu investieren. Energetische Sanierungen senken nicht nur dauerhaft die Betriebskosten, sondern erhöhen zugleich den Wert der Immobilie und verbessern deren Vermarktungschancen. Die Sparkasse unterstützt Eigentümer dabei mit Beratungsangeboten und digitalen Modernisierungsrechnern.
Regionale Beratung für Immobilien
Johann Zach unterstrich die Bedeutung einer verantwortungsvollen Finanzierung. „Wir beraten grundsätzlich Risiko minimiert und damit im Sinne unserer Kunden. Deshalb haben wir keine nennenswerten notleidenden Baufinanzierungen im Portfolio“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Als wichtiger Baustein einer langfristigen Finanzierung habe sich der klassische Bausparvertrag erneut bewährt. Die Sparkasse Nördliche Oberpfalz bietet ihre Beratung in den regionalen Kompetenzzentren in Weiden, Neustadt an der Waldnaab, Eschenbach, Kemnath, Tirschenreuth und Vohenstrauß an. Ergänzend stehen umfangreiche Onlineangebote als Erstinformation für Kauf, Finanzierung, Modernisierung und Verkauf von Immobilien zur Verfügung.
Erholung beim regionalen Immobilienmarkt
Auch die aktuellen Marktdaten sprechen für eine Erholung. In Bayern wurden 2025 Wohn- und Gewerbeimmobilien im Wert von rund 54 Milliarden Euro gehandelt. Das entspricht einem Plus von etwa neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Weiden erreichte das Transaktionsvolumen 150 Millionen Euro. Die Sparkasse Nördliche Oberpfalz vermittelte gemeinsam mit ihren Vorgängerinstituten 111 Immobilien im Gesamtwert von 25,1 Millionen Euro. Die zugesagten Baufinanzierungen summierten sich auf 153,5 Millionen Euro. Für die Experten ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass sich der Immobilienmarkt in der Region wieder auf einem stabilen Fundament bewegt.




