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Vom Bewahren zum Erneuern: Wege aus der deutschen Wirtschaftskrise

Floß. Die Raiffeisenbank feierte ihren zehnten Jahresempfang im Gemeindehaus. Der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, Stefan Müller, skizzierte Wege aus der Wachstumskrise und betonte Optimismus für Mittelstand und Region.

Floß. Die Raiffeisenbank feierte ihren zehnten Jahresempfang im Gemeindehaus. Der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, Stefan Müller, skizzierte Wege aus der Wachstumskrise und betonte Optimismus für Mittelstand und Region.
Von die Flosser Raiffeisenbank war es eine besondere Ehre und Freude, dass sich der Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern, Stefan Müller, in das Begrüßungsbuch der Bank eingetragen hat. Bild von links: Stefan Solfrank, Stefan Müller, Thomas Stetter, Dr. Stephan Oetzinger und Albert Nickl. Bild: Fred Lehner.

Vom Bewahren zum Erneuern: Wege aus der deutschen Wirtschaftskrise

Gastbeitrag von Stefan Sollfrank

„Wir sind eine Kleinstbank, die mit unserer Region tief verwurzelt und für sie da ist. Das ist keine Selbstverständlichkeit und kostet viel Arbeit“, mit dieser Feststellung leitete Vorstandsvorsitzender Thomas Stetter von der Raiffeisenbank den traditionellen Jahresempfang am Donnerstag im evangelischen Gemeindehaus ein – in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens, vor allem der Wirtschaft und Kommunen, darunter die beiden Bürgermeister Robert Lindner (Floß) und Thomas Meiler (Flossenbürg), Pfarrer Wilfried Römischer und der stellvertretende Landrat Albert Nickl.

Sie alle unterstrichen ihre Solidarität mit der Bank, die zu den kleinsten Instituten aller 175 Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern gehört. Seit Jahrzehnten unternehmen die Verantwortlichen von Vorstand und Aufsichtsrat alles, damit die Eigenständigkeit weiter erhalten werden kann. Eine der wichtigsten Grundlagen dafür sei das Vertrauen zur Bank. Es verstärke sich Jahr für Jahr, und das stimme sehr zuversichtlich für die weitere und sichere Selbstständigkeit.

Jahresempfang der Raiffeisenbank Floß mit klarer Botschaft

Es war ein kleines Jubiläum damit verbunden, denn die Raiffeisenbank hatte in diesem Jahr ihren zehnten Jahresempfang. Er stand unter dem Motto: „Vom Bewahren zum Erneuern: Wege aus der deutschen Wachstumskrise“. Die Frage stellte sich, ob es weiter aufwärts geht und wie sich die Rahmenbedingungen ändern können. Ein Thema, mit dem sich der Gastreferent, Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern, Stefan Müller, in einem aufschlussreichen, fachlich qualifizierten und mit eigenen Vorstellungen gespickten Referat leidenschaftlich auseinandersetzte. Wie wertvoll seine Ausführungen waren, unterstrich der Zuhörerkreis immer wieder mit spontanem Beifall. Selbst die Ausführungen vom Bauunternehmer Harald Gollwitzer nahm der Präsident zum Anlass einer gezielten und eindeutigen Antwort. Vom „Anpacken“ und dem Erkennen der Zeichen der Zeit war ebenso in den Grußworten des stellvertretenden Landrats Albert Nickl wie auch von Bürgermeister Robert Lindner die Rede, der die Raiffeisenbank Floß als wertvollen Impulsgeber und verlässlichen Partner herausstellte.

In seinen „Schlagzeilen zum Einstieg“ hielt der frühere Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär fest, dass 120.000 Jobs in der deutschen Wirtschaft verloren gingen und es statt des Herbstes der Reformen einen Winter der Entlassungen gab. Deshalb bleibt Deutschland wirtschaftliches Schlusslicht in Europa.

Standortschwächen und notwendige Reformen

Wachstum auf Pump ist kein Geschäftsmodell, und staatliche Investitionen werden auf Dauer nicht ausreichen, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Immer neue Schulden lösen nach Meinung des Referenten kein strukturelles Problem.

Bei den „Schwächen des Standorts“ zeigte der Präsident vier Punkte als Gründe dafür auf: die Bürokratie und Regulierung, die Energiepreise und Standortkosten, die Demografie und schließlich die Stimmung. Dass wir wieder besser werden können, zeigte der Referent in den Feststellungen auf: dass sich Arbeit wieder lohnen muss, die Investitionen sich wieder rechnen müssen und dass wir schneller werden müssen.

OTH Amberg-Weiden
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Reformen, Digitalisierung und Optimismus

Dazu nahm der Referent aus seiner reichen Erfahrung als früherer Bundestagsabgeordneter und heutiger Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern Stellung und hielt fest, dass Genehmigungsverfahren gestrafft und Prozesse digitalisiert werden müssen. Es gebe Anlass zu Optimismus. Dazu zählten der starke Mittelstand, die institutionelle Stabilität, die Fachkräfte, das Ausbildungssystem und schließlich das gute Innovationssystem.

In seinen Schlussfolgerungen kam Optimismus zum Ausdruck. Der wirtschaftliche Erfolg entstehe nicht von allein; er entsteht, wenn wir ehrlich hinschauen, Probleme nicht schönreden, bereit sind, Strukturen zu verändern, wenn wir Tempo aufnehmen, Anreize setzen, bereit sind, Dinge zu verändern, und unsere Stärken nutzen. Vom Bewahren zum Erneuern heißt deshalb, unsere Stärken auszubauen, unsere Chancen zu nutzen und unsere Schwächen sowie die Risiken zu erkennen und daran zu arbeiten. Dann wird Deutschland auch in Zukunft erfolgreich sein.