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MSR Bertelshofer
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Wärmenetze als Schlüssel zur Energiewende

Parkstein/Eschenbach. Informationsveranstaltung in Parkstein zeigt Chancen und Praxisbeispiele für die kommunale Wärmeplanung auf.

Wärmenetze als Schlüssel zur Energiewende

Die Teilnehmer schauten sich interessiert das Heizwerk in Eschenbach an. Foto: Jürgen Masching

Die kommunale Wärmeplanung beschäftigt derzeit Städte und Gemeinden in ganz Bayern. Wie eine nachhaltige und klimafreundliche Wärmeversorgung vor Ort gelingen kann, stand deshalb im Mittelpunkt der Informationsveranstaltung „Wärmenetze in Nordbayern erfolgreich realisieren“, zu der am Montag rund 100 Vertreter von Kommunen nach Parkstein gekommen waren.

Wärmeplanung gewinnt an Bedeutung

Die kommunale Wärmeplanung soll Kommunen dabei unterstützen, ihre Wärmeversorgung langfristig effizient und klimafreundlich auszurichten. Dabei werden geeignete Technologien wie Wärmepumpen, Fern- oder Nahwärmenetze sowie erneuerbare Energieträger bewertet. Ziel ist es, CO₂-Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig Bürgern sowie Unternehmen Orientierung für Neubauten und Sanierungen zu geben.

Eingeladen hatte unter anderem das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Staatssekretär Tobias Gotthardt begrüßte die Teilnehmer und verwies auf die Bedeutung regionaler Lösungen für das Gelingen der Wärmewende. Bereits im Februar 2024 hatte die Bayerische Staatsregierung gemeinsam mit Vertretern der Forstwirtschaft, Waldbesitzern, Kommunen und Verbänden den „Pakt Holzenergie Bayern“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Potenziale der heimischen Holzenergie stärker für die Wärmeversorgung zu nutzen.

Experten zeigen Wege zum Wärmenetz

Im Rahmen der Veranstaltung beleuchteten mehrere Fachreferenten unterschiedliche Aspekte der kommunalen Wärmeplanung. Stefan Graf vom Bayerischen Gemeindetag sprach über die Rolle der Kommunen bei der Umsetzung. Wolfram Schöberl von C.A.R.M.E.N. e. V. erläuterte die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Betrieb von Wärmenetzen auf Basis von Holzenergie. Benjamin Hufnagel von der Rödl Audit GmbH zeigte rechtliche und wirtschaftliche Möglichkeiten auf und berichtete von Erfahrungen aus der Praxis.

Dabei wurde deutlich, dass erfolgreiche Wärmenetze eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Betreibern und Bürgern erfordern. Gleichzeitig spielen Förderprogramme und langfristige Planungssicherheit eine entscheidende Rolle.

Für etwa 15 Monate reicht der Vorrat an Hackschnitzel in Eschenbach. Foto: Jürgen Masching

Eschenbach als Vorzeigebeispiel

Wie ein funktionierendes Nahwärmenetz in der Praxis aussieht, erläuterten Eschenbachs Bürgermeister Marcus Gradl sowie Andreas und Simone Rupprecht. Das Ehepaar betreibt seit April 2022 ein Nahwärmenetz in Eschenbach, an das zahlreiche Wohnhäuser sowie das Seniorenheim und der Kindergarten angeschlossen sind.

LUCE – DENK.summit
LUCE – DENK.summit

„Aktuell sind wir ausgelastet“, berichtete Simone Rupprecht. Das Netz arbeite mit einem Wärmeverlust von lediglich fünf bis sieben Prozent. Die benötigten Hackschnitzel stammen überwiegend aus dem Bundesforst des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Pro Jahr werden rund 2.000 bis 2.500 Kubikmeter verarbeitet. In mehreren Lagerhallen wird zudem ein Vorrat für etwa 15 Monate vorgehalten.

Am Nachmittag besichtigten die Teilnehmer gemeinsam mit Martin Beer, Fachreferent im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, das Biomasseheizwerk in Eschenbach. Beer zeigte sich beeindruckt: „Das hier in Eschenbach ist genau das, was wir uns in München vorstellen. Es ist gelungen, verschiedene Akteure, darunter auch die Kommune, an einen Tisch zu bringen.“ Unterstützt wurde das Projekt durch das Förderprogramm „BioWärme Bayern“.