Dr. Bernhardt
Dr. Bernhardt

Winter treibt Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Weiden nach oben

Weiden. Wintereinbruch und Kälte lassen im Januar 2026 die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk steigen. 5.747 Menschen sind ohne Job, die Quote liegt bei vier Komma acht Prozent, 2.092 Stellen sind gemeldet.

Weiden. Wintereinbruch und Kälte lassen im Januar 2026 die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk steigen. 5.747 Menschen sind ohne Job, die Quote liegt bei vier Komma acht Prozent, 2.092 Stellen sind gemeldet.
Symbolbild: OberpfalzECHO/David Trott

Winter treibt Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Weiden nach oben

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Weiden steigt die Arbeitslosigkeit im Januar 2026 saisonbedingt an. 5.747 Menschen waren arbeitslos gemeldet, das sind 628 mehr als im Dezember und 64 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,8 Prozent und damit 0,6 Prozentpunkte über dem Vormonat; vor einem Jahr lag sie bei 4,7 Prozent. Den Bestand an gemeldeten Stellen bezifferte die Agentur auf 2.092, im Dezember 2025 waren es 2.181. Zum Stichtag 31. Juli 2025 arbeiteten 87.610 Menschen sozialversicherungspflichtig.

Winter beeinflusst den Arbeitsmarkt im Agenturbezirk

„Der einsetzende Winter sowie die langanhaltende Kälte haben im Januar zu einem deutlichen, aber saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Die im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöhte Arbeitslosenquote bewegt sich dennoch auf einem ähnlichen Niveau wie in den vergangenen fünf Jahren. Ein wichtiger stabilisierender Faktor ist, dass immer mehr Unternehmen das Saison-Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen und ihre Beschäftigten über die Wintermonate hinweg halten. Das wirkt dämpfend auf die Arbeitslosigkeit und stärkt die Beschäftigungssicherung“, sagt Bernhard Lang, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden. In allen drei Regionen des Agenturbezirks steigt die Arbeitslosigkeit im Januar spürbar an. Die Entwicklung schließt unmittelbar an den Wintereinbruch im Dezember an und erhält zusätzlichen Schub durch die angespannte konjunkturelle Lage sowie die Transformation am Arbeitsmarkt.

Stellenmarkt bleibt verhalten

Zu Jahresbeginn melden Unternehmen weiterhin zurückhaltend neue Stellen. Im Januar registrierte die Agentur 287 neue Arbeitsangebote, 89 weniger als im Dezember 2025, zugleich aber 38 mehr als im Vorjahresmonat. Insgesamt lag der Stellenzugang mehr als 20 Prozent unter dem Niveau von 2025. Einzelne Branchen zeigen dennoch Bedarf, vor allem das Gesundheitswesen, die öffentliche Verwaltung und die Zeitarbeit. Insgesamt standen zuletzt 2.092 freie Stellen im Bestand. Gute Chancen auf eine neue Stelle ergeben sich vor allem für Fachkräfte, während Helfer zunehmend schwerer einen neuen Job finden. Die Agentur für Arbeit Weiden unterstützt den Anpassungsprozess mit Beratung, Qualifizierung und passgenauen Lösungen für Unternehmen und Arbeitsuchende; Flexibilität bei der Berufswahl und Offenheit für neue Wege bleiben entscheidend.

Rechtskreise: Anstieg vor allem in der Arbeitslosenversicherung

Im Rechtskreis SGB III verzeichnet die Agentur 3.132 Arbeitslose, das sind 538 mehr als im Vormonat und 102 mehr als vor einem Jahr. Im Rechtskreis SGB II registrierten die Jobcenter 2.615 Arbeitslose, 90 mehr als im Dezember, aber 38 weniger als im Vorjahr; 46 Prozent aller Arbeitslosen bezogen Bürgergeld. In der Stadt Weiden wirkte sich der Wintereinbruch deutlich aus. 1.756 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 144 mehr als im Dezember und 32 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,1 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte über dem Vormonat; vor einem Jahr lag sie bei genau sieben Prozent. Im Rechtskreis SGB III zählte die Agentur 791 Arbeitslose, 102 mehr als im Vormonat und 13 mehr als vor einem Jahr. Im Rechtskreis SGB II waren 965 Personen registriert, 42 mehr als im Dezember und 19 mehr als im Vorjahr; 55 Prozent aller Arbeitslosen bezogen Bürgergeld.

Weiden: Weniger gemeldete Stellen

Der Rückgang der gemeldeten Arbeitsstellen prägt den Jahresauftakt in Weiden. 583 freie Stellen waren im Januar gemeldet, 207 beziehungsweise rund 26 Prozent weniger als im Vorjahr. Die meisten freien Stellen entfielen aktuell unter anderem auf die Bereiche verarbeitendes Gewerbe, wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Im Landkreis Neustadt/WN stieg die Arbeitslosigkeit im Januar saisonbedingt deutlich. 2.225 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 238 mehr als im Dezember, aber drei weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei genau vier Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte über dem Vormonat; vor einem Jahr lag sie bei 4,1 Prozent. Im Rechtskreis SGB III zählte die Agentur 1.327 Arbeitslose, 227 mehr als im Vormonat und 35 mehr als vor einem Jahr. Im Rechtskreis SGB II registrierten die Jobcenter 898 Personen, elf mehr als im Dezember, aber 38 weniger als im Vorjahr; 40 Prozent aller Arbeitslosen bezogen Bürgergeld.

Neustadt/WN: Stellenbestand unter Vorjahr

Der Stellenbestand startete im Landkreis mit einem niedrigeren Niveau als im Vorjahr. Im Januar meldeten Arbeitgeber 97 neue Stellen, 49 mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Insgesamt blieb das Angebot jedoch unter Vorjahresniveau: 145 beziehungsweise 14,3 Prozent weniger als im Januar 2025. Die meisten freien Stellen gab es in den Branchen verarbeitendes Gewerbe, wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe sowie im Gastgewerbe. Im Landkreis Neustadt/WN standen 871 freie Stellen im Bestand.

OTH Amberg-Weiden
OTH Amberg-Weiden

Im Landkreis Tirschenreuth stieg die Arbeitslosigkeit im Januar 2026 deutlich an. 1.766 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 246 mehr als im Dezember und 35 mehr als vor einem Jahr; die Arbeitslosenquote lag bei 4,3 Prozent und damit 0,6 Prozentpunkte über dem Vormonat, vor einem Jahr bei 4,2 Prozent. Besonders stark fiel der Zuwachs im Rechtskreis SGB III aus: Von den 246 zusätzlichen Arbeitslosen entfielen 209 auf die Arbeitslosenversicherung. Gleichzeitig blieb der Zugang an gemeldeten Stellen verhalten, der Stellenbestand lag mit knapp 24 Prozent weniger Stellen als im Vorjahr deutlich niedriger. Zudem sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiter; zum Stichtag 31. Juli 2025 lag sie 3,7 Prozent beziehungsweise 1.032 Personen unter dem Vorjahreswert.

Tirschenreuth: Verhaltener Stellenzugang und Qualifizierungsappell

„Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit ist im Wesentlichen eine Folge des Wintereinbruchs. Vor allem in witterungsabhängigen Außenberufen kommt es in dieser Jahreszeit zu Arbeitsunterbrechungen. Gleichzeitig bleibt der Stellenzugang verhalten, sodass sich die Situation für Arbeitssuchende schwieriger darstellt. Umso wichtiger ist es jetzt, berufliche Flexibilität zu zeigen und Qualifizierungsangebote zu nutzen – dabei unterstützen wir aktiv“, sagt Thomas Franz, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Tirschenreuth.

In den Rechtskreisen verteilte sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Tirschenreuth wie folgt: SGB III 1.014 Personen, 209 mehr als im Vormonat und 54 mehr als vor einem Jahr, SGB II 752 Personen, 37 mehr als im Dezember, aber 19 weniger als im Vorjahr; die Jobcenter betreuten 43 Prozent aller Arbeitslosen. Arbeitgeber meldeten im Januar 104 neue Stellen, 13 weniger als im Vormonat und drei weniger als vor einem Jahr. Die meisten Angebote kamen aus wirtschaftlichen Dienstleistungen, verarbeitendem Gewerbe, Baugewerbe, Handel und Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Verkehr und Lagerei. Im Bestand der Agentur standen 638 freie Stellen, 23,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.