Wöchentliche Beratung im Bezirksklinikum Wöllershof bewährt sich

Wöchentliche Beratung im Bezirksklinikum Wöllershof bewährt sich
Seit einem Jahr erhalten Patientinnen und Patienten des Bezirksklinikums Wöllershof direkt vor Ort Unterstützung bei Fragen rund um Arbeit, berufliche Perspektiven und soziale Absicherung. Seit dem 1. Oktober 2025 sind Vermittlungsfachkräfte der Agentur für Arbeit Weiden regelmäßig im Klinikum präsent. Was zunächst im Zwei-Wochen-Rhythmus begann, hat sich aufgrund der Nachfrage inzwischen zu einem wöchentlichen Beratungsangebot entwickelt.
Niedrigschwellige Beratung im Klinikum
Einmal pro Woche ist eine Fachkraft aus den Teams INGA (Interne ganzheitliche Integrationsberatung) beziehungsweise Reha/SB (Berufliche Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung) der Agentur für Arbeit Weiden ganztägig im Bezirksklinikum vor Ort. Interessierte Patientinnen und Patienten können sich kurzfristig über den Sozialdienst der medbo für ein persönliches Gespräch anmelden – unabhängig davon, welche Agentur für Arbeit oder welches Jobcenter für sie zuständig ist und ob sie aktuell einer Beschäftigung nachgehen. „Gerade in einer gesundheitlich schwierigen Lebensphase können Fragen zur beruflichen Zukunft und sozialen Absicherung zusätzlich belasten. Gleichzeitig ist die Hürde groß, sich selbst an verschiedene Stellen zu wenden. Genau hier setzen wir an: Wir kommen zu den Menschen, geben Orientierung und klären gemeinsam die nächsten Schritte. Dass das Angebot mittlerweile wöchentlich nachgefragt wird, zeigt uns, wie wichtig dieser niedrigschwellige Zugang ist“, sagt Roland Krämer, Teamleiter Reha/INGA bei der Agentur für Arbeit Weiden.
Ängste abbauen und Wege aufzeigen
Die Anliegen sind vielfältig. Manche Patientinnen und Patienten werden bereits durch ein Jobcenter oder eine Agentur für Arbeit betreut und haben Fragen zu beruflicher Rehabilitation und Teilhabe. Aber auch Beschäftigte nutzen die Beratung, wenn eine Erkrankung bisher unbekannte Fragen aufwirft: Kann der bisherige Arbeitsplatz erhalten werden? Welche Unterstützung gibt es bei einer Rückkehr ins Berufsleben? Welche Leistungen kommen infrage, welcher Träger ist dafür zuständig?
Hier übernehmen die Fachkräfte vor allem eine Lotsenfunktion. Im Erstgespräch nehmen sie den Kundinnen und Kunden Ängste und Vorbehalte, klären gemeinsam mit ihnen die individuelle Situation, erläutern rechtliche Grundlagen und zeigen mögliche nächste Schritte auf. Bei Bedarf folgen weitere Termine bei der zuständigen Vermittlungsfachkraft – persönlich, telefonisch oder online per Video – oder die Weiterleitung an relevante Netzwerkpartner.
„Für viele unserer Patienten ist es in einer akuten Krankheitsphase schwer, sich zusätzlich um Fragen zu Arbeit und Einkommen zu kümmern. Die Beratung direkt im Klinikum macht diesen Schritt deutlich leichter. Sie findet in einem geschützten Raum statt, ist ohne Umwege erreichbar, und die Initiative geht allein von den Patienten aus“, sagt Daniela Saxton, Sprecherin des Sozialdienstes des Bezirksklinikums Wöllershof.
„Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Viele Patienten erleben es als neue Erfahrung, dass diese Themen schon während der Behandlung ihren Platz haben. Sie schätzen die empathische und fachkundige Beratung und gehen oft mit neuen Ideen und Perspektiven aus dem Gespräch. Auch für uns im Sozialdienst ist die Zusammenarbeit ein echter Gewinn. Wir tauschen uns auf kurzem Weg aus, ergänzen uns mit unserem jeweiligen Fachwissen und können Anliegen gemeinsam schneller und passgenauer auf den Weg bringen. Davon profitieren am Ende vor allem die Patienten, denn finanzielle Sorgen und berufliche Unsicherheit können den Heilungsprozess erheblich belasten oder sogar behindern.“
Informationsveranstaltungen und Ziele der Kooperation
Ergänzt werden die Einzelgespräche durch kurze Informationsveranstaltungen zu Themen wie „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ oder „Reha vor Rente“. Ziel der Kooperation ist es, berufliche Fragen möglichst frühzeitig in den Blick zu nehmen und gemeinsam mit den Klienten sowie in enger Abstimmung mit dem Fachpersonal der medbo tragfähige Perspektiven zu entwickeln – vom Erhalt eines bestehenden Arbeitsplatzes über die Wiedereingliederung bis hin zu einer beruflichen Neuorientierung. Nach einem Jahr ist die Beratung vor Ort zu einem festen Bestandteil der Zusammenarbeit geworden: persönlich, niedrigschwellig und mit kurzen Wegen.
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