Bauunternehmen Kassecker: Karriere-Karina kennt den Weg zum Nachwuchs
Bauunternehmen Kassecker: Karriere-Karina kennt den Weg zum Nachwuchs

Rund 1800 Menschen folgen inzwischen dem TikTok-Auftritt des Waldsassener Bauunternehmens (www.tiktok.com/@kassecker_official). Dahinter steckt eine einfache Erkenntnis: Wer junge Menschen erreichen will, muss dort präsent sein, wo sie unterwegs sind. Und das ist längst nicht mehr nur die klassische Ausbildungsmesse. „Wenn du ganz junge Menschen, Schüler und Schülerinnen, erreichen willst, musst du schon die sozialen Medien nutzen“, sagt Karina Bauer. TikTok ist dabei für sie kein Selbstzweck. Es geht darum, Berufe zu zeigen, Einblicke in den Arbeitsalltag zu geben und vielleicht schon bei 13- oder 14-Jährigen Neugier auf das Thema Ausbildung zu wecken.
Vom TikTok-Account bis zum persönlichen Gespräch
Dabei wäre es falsch, Karina Bauer auf „Karriere-Karina“ zu reduzieren. Seit drei Jahren arbeitet die gebürtige Konnersreutherin und Wahl-Waldsassenerin als Personalreferentin bei Kassecker. Ausbildung, Praktika, Ferienarbeit, Ausbildungsmessen und Gespräche mit Bewerbern gehören zu ihrem Alltag. „An mir kommt niemand vorbei, der sich für eine Ausbildung interessiert“, sagt sie lachend. Dass ihr diese Aufgabe liegt, hat einen einfachen Grund: „Ich wollte schon immer mit Menschen und Recruiting zu tun haben. Hier kann ich das und es macht unglaublich Spaß.“
Und ihr Kalender ist voll. Besonders im September und Oktober geht es bei ihr Schlag auf Schlag. Der neue Ausbildungsjahrgang startet, Praktika werden organisiert, Schulen wollen besucht und Ausbildungsmessen vorbereitet werden. In diesem Herbst ist Kassecker unter anderem in Marktredwitz, Kemnath und Hof sowie bei der Hochschulmesse Connecta in Regensburg vertreten. Auch die aktuellen Karriereseiten des Unternehmens zeigen: Das Karriere-Team ist über das ganze Jahr bei Messen und Veranstaltungen unterwegs.

Kassecker stellt Höchstmarke mit 29 Azubis in Waldsassen auf
Waldsassen. Mit 29 neuen Auszubildenden feiert Kassecker zum Ausbildungsstart am 1. September eine Höchstmarke. Die Nachwuchskräfte verteilen sich auf elf Berufe und vier Studienmodelle, Workshops erleichtern den Start.
Erstmals eine Baugeräteführerin
Karina Bauer hat in den vergangenen drei Jahren insgesamt 74 neue Auszubildende zum Start begrüßt. Seit dem Beginn des Kassecker-Ausbildungszentrums im Jahr 2021 waren es 142 junge Frauen und Männer. Allein 2026 haben 29 neue Auszubildende bei Kassecker begonnen – ein neuer Höchststand für das Unternehmen. Für Bauer sind Zahlen wie diese aber vor allem eines: viele persönliche Begegnungen. „Dieser Job ist einfach unglaublich interessant, jeder Tag ist anders und ich lerne ständig neue Leute kennen.“ Das schönste Gefühl kommt für sie deshalb auch nicht beim erfolgreichen TikTok-Post, sondern an einer ganz anderen Stelle: „Wenn wir den jungen Interessenten die Stelle zusagen können.“
Besonders freut Bauer, dass in diesem Jahr mit Larissa Steinel erstmals auch eine Baugeräteführerin dabei ist. Denn gerade die gewerblichen Berufe möchte Kassecker für junge Menschen attraktiv machen. Im eigenen Ausbildungszentrum in Waldsassen können unter anderem Beton- und Stahlbetonbauer, Maurer, Leitungsbauer und Baugeräteführer ausgebildet werden. Dazu kommen Elektroniker, Metallbauer sowie weitere technische und kaufmännische Ausbildungswege.
Dieser Job ist einfach unglaublich interessant, jeder Tag ist anders und ich lerne ständig neue Leute kennen.
Karina Bauer, Kassecker-Personalreferentin
Junge Menschen wollen gesehen werden
Wer regelmäßig mit Schülerinnen und Schülern spricht, bekommt zwangsläufig mit, wie sich die Erwartungen an einen Ausbildungsbetrieb verändern. Bauer erlebt das hautnah. Der Auswahlprozess benötigt manchmal Geduld, sagt sie. Gleichzeitig müsse ein Unternehmen bereit sein, auf die jungen Bewerber einzugehen. „Die Auszubildenden sind selbstbewusster als früher und erwarten vielleicht auch mehr von der Firma. Das muss man anerkennen und entsprechend agieren.“
Genau deshalb setzt Kassecker auf mehrere Wege gleichzeitig. TikTok und Instagram gehören dazu – ebenso wie Schulvorträge, persönliche Gespräche, Praktika und Ausbildungsmessen. Dass Bauer diese unterschiedlichen Wege ausprobieren kann, liegt auch daran, dass sie nach eigener Aussage viel Vertrauen von der Geschäftsführung bekommt. Ob Messeauftritt, Schulbesuch oder Auswahl der neuen Auszubildenden: Sie kann vieles selbstständig gestalten. Das ist für die 28-Jährige wichtig. Denn Recruiting funktioniert für sie nicht nach einem starren Drehbuch. Manchmal braucht es einen Messestand, manchmal ein Gespräch im Klassenzimmer – und manchmal eben ein kurzes Video auf TikTok.
Interessenten schon für 2027
Die Firma Kassecker bietet vom gewerblichen über den technischen bis zum kaufmännischen Bereich verschiedene Einstiegsmöglichkeiten und auch ein duales Studium an. Dass diese Mischung ankommt, zeigt sich nicht zuletzt an den Bewerbungen. Für das Ausbildungsjahr 2027 liegen bereits die ersten Interessenten für alle Ausbildungsbereiche und zehn feste Zusagen vor.
Karina Bauer wird also auch in Zukunft alle Hände voll zu tun haben. Und vielleicht hört sie unterwegs wieder einmal den Satz: „Du bist doch die Karriere-Karina!“ Dann dürfte sie vermutlich erneut schmunzeln. Denn hinter dem ungewöhnlichen Spitznamen steckt inzwischen eine ziemlich wichtige Aufgabe: junge Menschen für Berufe zu begeistern, die buchstäblich Zukunft bauen.