Pleysteins Ortskern ist eine Seltenheit – jetzt wird saniert

Pleystein. Die Stadt Pleystein ist aus Sicht von Markus Rösch ein "landschaftsprägendes Denkmal" - jetzt wird der Ortskern saniert.

Der historische Ortskern von Pleystein ist Sanierungsgebiet – und aus Architekt- und Stadtplanersicht einzigartig. Bild: Walter Beyerlein. 

Die Rösch Architekten und Stadtplaner GmbH bietet für die Stadt Pleystein im Sanierungsgebiet „Historischer Ortskern Pleystein“ privaten Bauherrn seine städtebauliche Beratung an. Dazu soll bis Ende Juni eine Gestaltungsfibel erstellt werden, in der Möglichkeiten der richtigen Sanierung der Häuser angepasst an deren Bauzeit aufgezeigt werden. Diese Gestaltungsfibel wird Grundlage für das kommunale Förderprogramm sein.

In der Stadtratssitzung bezeichnete Geschäftsführer Markus Rösch die Stadt Pleystein als einen Ort mit Geschichte, die mit ihrer dichten Besiedelung und der Anordnung der Häuser rund um den Kreuzberg über den Marktplatz bis hin zur Stadtpfarrkirche ein Bodendenkmal und Ensembleschutzgebiet ist. „Eine derart historische Form wie in Pleystein ist eine Seltenheit“, sagt Markus Rösch. In ihrer Gesamtheit sei die Stadt ein „Landschaftsprägendes Denkmal“. Wer an der Autobahn an Pleystein vorbeifahre und die Stadt nicht sehe, sei „blind“, meint der Architekt.

Die Kirche auf dem Kreuzberg, dem Rosenquarzfelsen, sei der unübersehbare Mittelpunkt der Stadt. 

Wer an der Autobahn an Pleystein vorbeifährt und die Stadt nicht sieht, ist „blind“ (Architekt und Stadtplaner Markus Rösch)

Pleysteins historischer Ortskern wird saniert

Als Hauptziele der Sanierung des historischen Ortskerns, dessen Umfang in der Satzung vom September 2020 festgelegt wurde, nannte Markus Rösch die bauliche Erhaltung der Fassaden mit ihren ursprünglichen Farben und die Fenstergestaltung, die in der Fördersituation immer für Diskussionen sorgt. Nach den Worten Röschs sind die einzelnen Gebäude keine Baudenkmäler, wohl aber die Fassaden der Häuser in ihrer Gesamtheit. Die Brandkatastrophe im Jahr 1901 und die damit verbundene Errichtung neuer Gebäude haben gleichzeitig auch einen neuen Baustil in die Stadt gebracht. Dies zeige sich im Besonderen an der Stadtpfarrkirche und der Kreuzbergkirche. 

Wichtig sei dabei, Bauwerber oder an Sanierung interessierte Hauseigentümer dazu zu bringen, dass an den zu fördernden Maßnahmen Interesse besteht. Die Erfahrung zeige, dass es oftmals notwendig werde, bei der Sanierung einen „guten Mittelweg“ zu finden. Der Stadt Pleystein sei es überlassen, die Gestaltung der in ihrem Eigentum stehenden öffentlichen Freiflächen – hauptsächlich der Marktplatz – zu planen. 

In einem Ort mit dieser Geschichte habe der Granit „seine Berechtigung“, meinte Markus Rösch, um damit zu verdeutlichen, dass Granitpflaster besser aussieht und auch eine längere Lebensdauer als Beton hat. Gerade bei diesen gestalterischen Arbeiten müsse die Barrierefreiheit und Begehbarkeit berücksichtigt werden. 

Gestaltungsfibel soll als Empfehlung dienen 

Die Gestaltungsfibel könne für die Bürgerinnen und Bürger nur eine Empfehlung sein, wobei unabhängig davon beispielsweise bei einem Fensteraustausch auch die denkmalschützerischen Vorschriften zu beachten und eventuell notwendige Genehmigungen einzuholen sind. Die Errichtung von Ersatzbauten sei möglich, wie Markus Rösch erklärt.

Es sei auch nicht erforderlich, beispielsweise bei alten Gebäuden Bruchsteinmauern zu erhalten. Wichtig sei, dass sich ein Gebäude nach einer Sanierung ins Ortsbild einfüge, meinte Markus Rösch.  

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