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Wolfgang Danzer erhält in Eschenbach höchste Auszeichnung für 50 Jahre

Eschenbach. Für 50 Jahre im Dienst der Allgemeinheit ist Wolfgang Danzer als Feuerwehrlegende mit dem Großen Feuerwehr-Ehrenzeichen des Freistaates Bayern ausgezeichnet worden. Er will bis 67 weiter aktiv bleiben.

Eschenbach. Für 50 Jahre im Dienst der Allgemeinheit ist Wolfgang Danzer als Feuerwehrlegende mit dem Großen Feuerwehr-Ehrenzeichen des Freistaates Bayern ausgezeichnet worden. Er will bis 67 weiter aktiv bleiben.
Eschenbach. Für 50 Jahre im Dienst der Allgemeinheit ist Wolfgang Danzer als Feuerwehrlegende mit dem Großen Feuerwehr-Ehrenzeichen des Freistaates Bayern ausgezeichnet worden. Er will bis 67 weiter aktiv bleiben.

Wolfgang Danzer erhält in Eschenbach höchste Auszeichnung für 50 Jahre

50 Jahre Brandschützer. Ein halbes Leben lang für die Gemeinschaft. Für andere da sein, das ist nicht selbstverständlich. Das steht für Haltung, für Verantwortungsbewusstsein und für Gemeinschaftsdenken. Der lebendige Inbegriff heißt Wolfgang Danzer.

Seltene Ehrung für Eschenbachs Feuerwehrlegende

Wie wichtig die Feuerwehren sind, merken die meisten erst dann, wenn die Brandschützer gebraucht werden. Auf dem Land dominiert die Freiwilligkeit dieser Spezies. Feuerwehrdienst bedeutet für sie nicht nur Schützen und Löschen. Einen wesentlichen Teil ihrer Freizeit opfert die Truppe den Übungen und Lehrgängen. Bei Ernstfällen bestens ausgebildet einsatzbereit zu sein, oft dann, wenn andere froh sind, nicht helfen zu müssen, ist eine herausfordernde Aufgabe, die für den Eschenbacher Wolfgang Danzer seit einem halben Jahrhundert ganz selbstverständlich ist.

Wolfgang Danzer ist ein Segen für die Eschenbacher, für die Stadt und für das Land, hieß es über den Vorbild-Brandschützer bei einer seltenen Ehrung. Unisono würdigten Landrat Andreas Meier im Auftrag des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann, Bürgermeister Marcus Gradl und die Führungsebenen der Landkreiswehren und der Eschenbacher Wehr bei der Auszeichnung mit dem seltenen „Großen Feuerwehrabzeichen des Freistaates Bayern“ die Eschenbacher „Feuerwehrlegende“ als besonderen Schatz. „Sucht man Patrioten, Idealisten und Optimisten, wird man bei den Feuerwehren fündig“, beschrieb Kreisbrandrat Marco Saller die Charakterstärke seiner Kameradinnen und Kameraden im Allgemeinen und Wolfgang Danzer als leuchtendes Vorbild des Gemeinsinns im Besonderen. Eine weitere Ehrung galt Feuerwehrkamerad Johannes Lehner für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst.

Der Bürgermeister setzte die Laudatio für einen Menschen fort, der sein Tun seit einem halben Jahrhundert in den Dienst der Allgemeinheit stellt. „Fünf Jahrzehnte Feuerwehrdienst stehen neben beruflichen und familiären Verpflichtungen für unzählige Stunden an Übungen und Einsätzen.“ Zudem erinnerte Marcus Gradl an das große Verständnis von Ehefrau Elisabeth. „Wenn der Melder zu ungewöhnlicher Zeit zum Einsatz ruft, die Rückkehr dauert und die Angehörigen Stunde um Stunde auf die Rückkehr des Familienvaters warten, sind die Herausforderungen an ein harmonisches Familienleben besonders groß“, betonte auch Feuerwehrvorstand Korbinian Dunzer.

„Sucht man Patrioten, Idealisten und Optimisten, findet man sie bei den Feuerwehren“, stellte Kreisbrandrat Marco Saller bei der Auszeichnung von Wolfgang Danzer mit dem Großen Feuerwehr-Ehrenzeichen fest. Foto: Robert Dotzauer

Feuerwehr – ein Familien-Gen

Ein Szenario, das die Lebenslinien des „Jubilars“ mit Blick auf sein Feuerwehrleben formte. Für Wolfgang Danzer war es ein Zeitalter, in dem das „Wir“ einen jungen Burschen schon mit 14 Jahren zur Feuerwehr lockte. Den heute fast 65-Jährigen faszinierten nicht nur die Blaulichteinsätze der Wehr. Immerhin waren es nur ein paar Schritte vom Elternhaus zum Feuerwehrgerätehaus. „Ich suchte schon damals nach Kameradschaft unter Gleichgesinnten“, erzählt Danzer.

Dieser Geist des Miteinanders war für Wolfgang Danzer eine prägende Erfahrung. Verantwortung für Andere zu übernehmen, lernte er im Eiltempo. Danzer verwies zudem auf eine Familientradition. Vater Franz, der Opa und Onkel Max, langjähriger Kommandant der Eschenbacher Wehr, förderten die Sehnsucht, zur Blaulichttruppe zu gehören.

SSV Jahn – 4. Slot
SSV Jahn – 4. Slot
Das Große Feuerwehr-Ehrenzeichen des Freistaates Bayern wird als höchste Auszeichnung für 50 Jahre aktive Dienstzeit vergeben. Foto: Robert Dotzauer

Breites Einsatzspektrum

Vielfältig waren nach dem Eintritt in den Kreis der Rothelme im Jahr 1976 die Aufgaben- und Einsatzbereiche des Geehrten. Beruflich bei der US-Army in Vilseck zu Hause, skizzierte Bürgermeister Marcus Gradl in der Laudatio die Stationen eines leidenschaftlichen Brandschützers von den zahlreichen Leistungsprüfungen und Leistungsabzeichen bis zur Endstufe in Gold/Rot bis zu den verantwortungsvollen Aufgaben als Atemschutzgerätewart, als Zeugwart, als Maschinist und als Mitglied in der Vorstandschaft des Feuerwehrvereins. Nachgefragt zu den spektakulärsten Einsätzen erinnerte sich Wolfgang Danzer besonders an den Brand des Aussichtsturms auf dem Rauhen Kulm, „weil wir hilflos zusehen mussten“.

Altersgrenze auf 67 Jahre erhöht

Das Arbeitsleben des fast 65-jährigen Feuerwehrkameraden endet im Dezember 2026. Die Altersgrenze von 65 Jahren war bisher auch ein markanter Zeitpunkt für Feuerwehrdienstleistende. Trotz ihres Erfahrungsschatzes mussten sie aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Schon im Vorjahr setzte der Bayerische Landtag mit einer Änderung des Feuerwehrgesetzes ein Zeichen, die Erfahrung altbewährter Feuerwehrkräfte mit der Anhebung der Altersgrenze auf 67 Jahre weiter zu nutzen. Von dieser Neuregelung will auch der an Lebens- und Dienstjahren älteste Aktive der Eschenbacher Wehr Gebrauch machen. Wolfgang Danzer kann sich zwei weitere Jahre im aktiven Dienst vorstellen, „solange ich einigermaßen fit bleibe und die Feuerwehrführung damit einverstanden ist“, so die einschränkende Bemerkung.

Nachwuchsarbeit existenziell

Ein Hinweis, der auch der Feuerwehrführung um Kommandant Patrick Dobmann, seine Stellvertreter Florian Burkhardt und Thomas Beer sowie Vorstand Korbinian Dunzer gelegen kommt. „Wir haben zwar etwa 70 Einsatzkräfte. Doch bei den jährlich vielen hundert Einsätzen sei jeder willkommen.“ Zudem seien der Erfahrungsschatz und die Expertise altbewährter Kräfte für die engagierten jüngeren Leute extrem hilfreich. Als weiteren Vorteil nannte die Feuerwehrführung die ganztägige Verfügbarkeit der „Altgedienten“ nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben.

Um dem Nachwuchsmangel zu begegnen, baut die Wehr auf eine starke Jugendabteilung. Zusätzlich wirbt die Eschenbacher Wehr seit einigen Monaten mit einem spielerischen Heranführen von „kleinen Helden“ an den vielschichtigen Aufgabenbereich. „Man muss mit der Zeit gehen. Wenn wir erst auf Jugendliche ab zwölf Jahren bauen, bleibt bei dem riesigen Freizeitangebot für junge Leute kaum noch Potenzial für den Freiwilligendienst bei der Feuerwehr.“ Umso größer ist für den Feuerwehrvorstand und das Kommandanten-Trio die Freude, derzeit bis zu 20 Kids im Alter von sechs Jahren für die Blaulichttruppe zu begeistern. Auf Tuchfühlung mit dem Nachwuchs bleibt die Wehr auch beim Format „Verein macht Schule“, beim Kinderferienprogramm und bei Besuchen der Kids im Feuerwehrhaus. Angekündigt ist auch eine Info-Veranstaltung für interessierte Kinder und Jugendliche mit den Eltern am 23. November 2026 im Feuerwehrgerätehaus.

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