Busfahrer wegen 23-facher Körperverletzung angeklagt - Tilidin im Blut

Busfahrer wegen 23-facher Körperverletzung angeklagt - Tilidin im Blut
Dem 67-Jährigen wird fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs sowie fahrlässige Körperverletzung in 23 Fällen vorgeworfen. Wie Amtsgerichtssprecher Dr. Alexander Wedlich informiert, ist über die Eröffnung des Hauptverfahrens bis dato noch nicht entschieden worden. „Das Gesetz sieht für die im Raum stehenden Delikte die Verhängung einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren vor.“
Besonderheit des Falls: Der Busfahrer hatte nach Auskunft von Wedlich beruhigende und schlaffördernde Medikamente eingenommen. „Eine hierdurch verursachte Müdigkeit“ soll den Unfall verursacht haben. „Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hätte der Angeschuldigte seine Fahruntüchtigkeit bei kritischer Selbstprüfung erkennen können und müssen“, so Wedlich.
Im Blut des 67-Jährigen fanden sich nach Informationen von OberpfalzECHO Spuren des starken Schmerzmittels Tilidin. Tilidin ist ein starkes Opioid-Schmerzmittel, das zu Fahruntauglichkeit führen kann. Klassische Nebenwirkungen sind Schwindel, Benommenheit und Müdigkeit.
Der Unfall: „Schienenersatzverkehr“ kracht durch Lärmschutzwand
Der Unfall hatte sich am Freitagvormittag, 29. August 2025, ereignet. Nach damaligen Auskunft der Verkehrspolizei Weiden befuhr gegen 10.30 Uhr ein aus Regensburg kommender, mit 32 Fahrgästen besetzter Omnibus, die A93 nach Weiden. Der Bus bediente den Schienenersatzverkehr der Deutschen Bahn.
An der Anschlussstelle Weiden-Frauenricht wollte der 67-jährige Busfahrer die Autobahn verlassen. Hierbei verlor er im Kurvenbereich die Kontrolle über den Omnibus und kam zunächst nach links von der Fahrbahn ab. Vermutlich beim Versuch gegenzulenken geriet der Bus ins Schleudern, durchbrach die rechte Schutzplanke und zudem die Schallschutzmauer. In der dahinterliegenden steil abfallenden Böschung kam der Bus dann im dichten Gebüsch zum Stillstand.
Drei Schwerverletzte
Der Bus wurde durch die Feuerwehr vor weiterem Abrutschen gesichert und die Fahrgäste konnten den Bus verlassen. Der Busfahrer wurde eingeklemmt und musste von der Feuerwehr mit technischen Gerät befreit werden. Dieser und zwei Fahrgäste wurden schwer verletzt und in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die übrigen 30 Fahrgäste erlitten nach ersten Erkenntnissen zumeist leichtere Prellungen oder standen unter Schock.
Totalschaden am Bus
An der Unfallstelle befand sich ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdienst. Auch ein Hubschrauber der Luftrettung war im Einsatz. Am fast neuwertigen Bus entstand Totalschaden. Somit dürfte der Gesamtschaden im mittleren sechsstelligen Bereich liegen.
Zur Bergung des Buses war an der Anschlussstelle Weiden-Frauenricht die Abfahrt und Auffahrt in Fahrtrichtung Norden komplett gesperrt. Die Sperrung dauerte den ganzen Tag.
![[Update] Busunfall auf A93 bei Weiden: drei Schwerverletzte und Sperrungen](https://redaktion.oberpfalzecho.de/wp-content/uploads/2025/08/unfall-2-scaled.jpg)
[Update] Busunfall auf A93 bei Weiden: drei Schwerverletzte und Sperrungen
Weiden. Nach Busunfall sind die Ausfahrt der Autobahn A93 Weiden-Frauenricht und Teile der Frauenrichter Straße gesperrt. Mindestens zwei Schwerverletzte.




