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Atlaszeder und Douglasie: Waldumbau kommt im Forstbetrieb Flossenbürg gut voran

Flossenbürg. Der Forstbestrieb Flossenbürg der Bayerischen Staatsforsten ist derzeit fleißig dabei, Setzlinge in den Boden zu bringen. Es werden verstärkt Laubbäume gepflanzt. Sie kommen mit Trockenheit besser zurecht.

Flossenbürg. Der Forstbestrieb Flossenbürg der Bayerischen Staatsforsten ist derzeit fleißig dabei, Setzlinge in den Boden zu bringen. Es werden verstärkt Laubbäume gepflanzt. Sie kommen mit Trockenheit besser zurecht.
Forstwirt Gerhard Völkl mit einem Douglasie-Setzling. Foto: Christine Ascher

Atlaszeder und Douglasie: Waldumbau kommt im Forstbetrieb Flossenbürg gut voran

Stellvertretender Forstdirektor Ingo Greim und die Forstwirte Gerhard Völkl und Josef Wüst sind seit über 40 Jahren im Dienst. Von Beginn an beschäftigten sie sich dabei auch mit dem Waldumbau, geschuldet dem Klimawandel. Wenn sie durch die Wälder fahren, sehen sie, was aus „ihren“ Bäumen geworden ist. „Ein paar tausend Bäume haben wir schon gepflanzt“, sagt Völkl.

Denn: Auch wenn dieser Winter reich an Schnee war, sind die Niederschläge in den letzten Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Der Fichte – dem klassischen Oberpfälzer Baum aus der Glasmacher-Zeit – wird es zu trocken. Sie leidet unter Trockenstress und wird zur leichten Beute für den Borkenkäfer.

Praxis-Versuche mit nordafrikanische Atlaszeder

Seit den 1980er Jahren arbeitet der Forst verstärkt am Waldumbau. Gepflanzt werden Esskastanie, Esche, Linde, Kirsche, Ulme, Douglasie, Tanne, Lärche – alles tief wurzelnde Baumarten. Die bayerische Staatsforsten pflanzt jährlich 2000 Hektar neu an – für 21,7 Millionen Euro. Allein der Forstbetrieb Flossenbürg hat 36 Hektar für 300.000 Euro realisiert. 

Flossenbürg beteiligt sich auch an Praxisanbauversuchen. Beispiel: Atlaszedern, die ursprünglich aus dem nordafrikanischen Atlas-Gebirge kommen. In zwei Jahren sind fünf Hektar mit Atlaszedern bepflanzt worden. „Wir versprechen uns davon relativ viel als Mischungselement.“

120 bis 150 Jahre vorausdenken

Forstwirtschaft muss 120 bis 150 Jahre vorausdenken. Ziele der Zukunft sind Bodenschutz, Trinkwasserschutz, der Wald als CO2-Speicher. Nur: Welche Bäume sind für unsere Region die besten dafür? Greim: „Unser Beruf erfordert viel Erfahrung. Aber die sammelt man auch durch Ausprobieren.“

Das haben offenbar schon die Vorgänger seines Berufsstandes getan: So kann man in Flossenbürg nicht nur Setzlinge von Douglasien bestaunen. Sondern auch mehrere 100-jährige Douglasien. „Auch unsere Vorfahren haben schon experimentiert.“ Die Bäume wurden etwa in den 1920er Jahren angepflanzt und sind zu prächtigen Bäumen herangewachsen. Die Douglasie gab es in der Gegend schon vor der Eiszeit.

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Fichte: kein Baum der Zukunft

Um die Fichte muss keiner fürchten. „Die Fichte bleibt als Mischbaumart unverzichtbar, da hängen Arbeitsplätze dran“, sagt Greim. In der Region nennt er Rettenmeier in Plößberg, das Sägewerk Josef Ziegler, Ziegler Erden und das Liebensteiner Kartonagenwerk. Historisch begann der Siegeszug der Fichte in der Oberpfalz, als die Region zum „Ruhrgebiet des Mittelalters“ wurde. Die schnell wachsende Fichte wurde zum primären Energieträger für Hütten und Hammerwerke.

Inzwischen tut sich die Fichte schwer. In den letzten Jahren kam es zu extremem Borkenkäfer-Befall bei den geschwächten Bäumen. In Franken ist die Situation noch verheerender. Ausnahmejahr 2025: Hier gab es generell wenig Borkenkäfer-Probleme. Greim sagt überspitzt: „In Franken steht ja auch kaum noch eine Fichte.“ Das Problem zieht sich ins Fichtelgebirge, nach Thüringen und Sachsen.

Der Forst wird dranbleiben. Er setzt auf Naturverjüngung, was nur im Altbestand möglich ist. Jetzt – kurz vor dem Ruhestand – können Greim und seine Männer die Früchte ihrer jahrzehntelangen Arbeit ernten. Inzwischen verjüngt sich schon der von ihnen gepflanzte Neubestand.

Stellvertretener Forstdirektor Ingo Greim mit einer kleinen Atlaszeder. Foto: Christine Ascherl
Ein Atlaszeder im Wald bei Flossenbürg. Foto: Christine Ascherl
Die Forstwirte Josef Wüst (links) und Gerhard Völkl pflanzen Setzlinge aus. Foto: Christine Ascherl
Forstwirt Gerhard Völkl mit einem Douglasie-Setzling. Foto: Christine Ascherl
Forstwirt Wüst bei der Arbeit. Foto: Christine Ascherl
Forstwirt Gerhard Völkl mit einem Douglasie-Setzling. Foto: Christine Ascher
So sieht eine ausgewachsene Douglasie aus. Dieser Baum wurde vor etwa 100 Jahren gepflanzt. Foto: Christine Ascherl
So sieht eine ausgewachsene Douglasie aus (Baum mit dem Schildchen). Dieser Baum wurde vor etwa 100 Jahren gepflanzt. Foto: Christine Ascherl
Die weichen Nadeln einer Douglasie. Foto: Christine Ascherl
Stellvertretender Forstdirektor Ingo Greim. Foto: Christine Ascherl