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Auftakt in Steinberg am See für nachhaltigen Ostbayern-Tourismus

Steinberg am See. „Nachhaltiger Tourismus ist zukunftsfähiger Tourismus, der nach allen Seiten wirkt“, das war der Tenor der Auftaktveranstaltung des LEADER-Kooperationsprojekts „Natürlich Ostbayern – Nachhaltigkeit im Tourismus im Fokus“. In Steinberg am See bei der Holzkugel fiel der Startschuss mit über 70 Teilnehmenden aus den zehn beteiligten Landkreisen und den lokalen Aktionsgruppen (LAGs).

Steinberg am See. „Nachhaltiger Tourismus ist zukunftsfähiger Tourismus, der nach allen Seiten wirkt“, das war der Tenor der Auftaktveranstaltung des LEADER-Kooperationsprojekts „Natürlich Ostbayern – Nachhaltigkeit im Tourismus im Fokus“. In Steinberg am See bei der Holzkugel fiel der Startschuss mit über 70 Teilnehmenden aus den zehn beteiligten Landkreisen und den lokalen Aktionsgruppen (LAGs).
Foto: Ulrike Eberl-Walter

Auftakt in Steinberg am See für nachhaltigen Ostbayern-Tourismus

„Ziel des Projekts ist es, durch nachhaltiges Handeln einen Mehrwert für Betriebe, Gäste, Einheimische und die Natur gleichermaßen zu erreichen“, sagte Dr. Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern (TVO), der das Projekt koordiniert. Dies bedeute, in einem langfristigen Prozess konsequent qualitative Ziele zu verfolgen. „Als Kernfelder haben sich die Bereiche Gastgeber und touristische Leistungsträger, Natur erleben sowie Genuss und Kulinarik herauskristallisiert“, erläutert Braun, „wir werden den Status quo ermitteln, diesen analysieren und Lücken bearbeiten. Kernaufgabe ist es auch, unsere bereits vorhandenen hervorragenden nachhaltigen Angebote sichtbarer und transparenter zu machen.“

Regional-nachhaltig liegt im Trend

„Globalität erhöht den Wert von Regionalem. Unsere Gäste schätzen Produkt- und Lebensmitteltransparenz, traditionelles Handwerk und sie wollen Feste und Bräuche mitfeiern“, berichtet Braun. Der Tourismusverband Ostbayern will daher zusammen mit den Landkreisen und LAGs die weitere touristische Entwicklung Ostbayerns hin zu starken regional-nachhaltigen Regionen aktiv gestalten und begleiten. Für Braun ist dies eine klare Motivation: „Daher haben wir dieses LEADER-Kooperationsprojekt umgesetzt. Auf diese Weise können wir, mit Fördergeldern unterstützt, Akteure der Branche zusammenbringen, in Austausch treten und gute Ideen für die Zukunft aufbereiten.“

Foto: Ulrike Eberl-Walter

Vernetzen und sich gemeinsam weiterentwickeln

Schon in der Auftaktveranstaltung wurden in Interviews und Workshops Erwartungen und Ideen abgefragt. Die gegenseitige Zusammenarbeit und Vernetzung, der intensive Fokus auf Nachhaltigkeit und die stetige qualitative Weiterentwicklung sowie die branchenübergreifende Kommunikation wurden als besonders wichtig erachtet.

Für die nächsten zwei Jahre hat man sich viel vorgenommen. Neben Netzwerkveranstaltungen, der Entwicklung eines Werkzeugkoffers mit Checklisten und Qualitätskriterien werden Nachhaltigkeitsexperten ausgebildet, die für Nachhaltigkeit, Regionalität und Klimawandelanpassung sensibilisieren sollen. Zudem wird eine Onlineanwendung entwickelt, mit der Betriebe ihren Ist-Zustand in Bezug auf Nachhaltigkeit bei einem Eigencheck ermitteln können. Ein Handlungsleitfaden soll zum Abschluss des Projekts im September 2028 präsentiert werden und die Regionen in die Zukunft führen. Der Prozess wird begleitet von BTE Tourismus- und Regionalbetreuung mit dem Partner Teejit. „Die externe Begleitung sichert eine neutrale Moderation und fachlichen Input von außen“, erklärt Braun, „wir wollen nicht nur im eigenen Saft schmoren.“

Vorteile nachhaltigen Handelns und erste Workshops

Nachhaltigkeit müsse in viele Richtungen und stets bedacht werden. Daraus ergeben sich Vorteile wie geringere Energie- und Betriebskosten, eine höhere Sichtbarkeit bei Reiseveranstaltern oder in der Onlinebuchung. „Es entsteht zudem eine viel stärkere Kundenbindung durch ein glaubwürdiges, verantwortungsvolles Handeln“, referierte Albert Rinn von BTE. Er leitete über in die ersten Workshops, in denen Ideen, Lücken und Lösungsansätze zu den Kernthemen gesammelt und diskutiert wurden. In den Netzwerkveranstaltungen wird man diese erneut aufgreifen und vertiefen. All das habe das Ziel, die touristischen Angebote in Niederbayern und der Oberpfalz so zu profilieren, dass sie zur Region passen und die Gäste durch die regionale Verankerung überzeugen, so Rinn.

Regionale Reiseerlebnisse bringen Wertschöpfung im eigenen Raum

Regionale Produkte und Erlebnisse sollen intensiv integriert werden, um die unmittelbare Wertschöpfung in der eigenen Umgebung zu stärken. Anbieter und Anbieterinnen sollen sich branchenübergreifend kennenlernen und vernetzen. „Es geht auch darum, die eigene Region und ihre Leistungsträger besser kennenzulernen“, sagt Braun, „nur so können wir typische regionale Reiseerlebnisse zusammenstellen“. Und darauf komme es an. Im Einführungsvortrag zeigte TVO-Projektleiterin Daniela Schilling auf, dass das Interesse für nachhaltige Angebote groß, aber noch nicht reiseentscheidend sei. Das Bewusstsein und die gesellschaftliche Verantwortung jedoch steige. Auch wolle man für die Zukunft auf regulatorische Anforderungen und Rahmenbedingungen vorbereitet sein. Nicht zuletzt senkten nachhaltige Maßnahmen langfristig Kosten und Ressourcen.

Spedition Wagner
Spedition Wagner

Sich gegenseitig stärken und Gäste überzeugen

Der Tourismusverband Ostbayern sieht sich als nachhaltig orientierter Akteur im Tourismus, der Ostbayern als zukunftsfähige Urlaubsregion fortentwickeln will. Wissen und Wissensaustausch, nachhaltiges Handeln und Ressourcenbewusstsein, Rücksicht auf Natur und Umwelt gehören ganz selbstverständlich zum modernen Tourismus. Braun formuliert es so: „Zurecht erwarten unsere Gäste von uns als naturaffine touristische Region, dass wir nachhaltig handeln, uns mit unseren Ressourcen beschäftigen und am gleichen Strang ziehen. Dabei wollen wir nicht nur unser Soll erfüllen, sondern unsere Gäste ausnahmslos überzeugen, uns gegenseitig stärken und uns hin zu einer modellhaften Region für regionales, nachhaltiges Handeln entwickeln.“

Zukunftsweisende regionale Kooperation

Die Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/WN, Schwandorf, Cham, Freyung-Grafenau, Passau, Deggendorf, Straubing-Bogen, Rottal-Inn und Kelheim investieren gemeinsam in die Zukunft des regionalen Tourismus mit dem LEADER-Kooperationsprojekt „Natürlich Ostbayern – Nachhaltigkeit im Tourismus im Fokus“. Das Gesamtvolumen des Projekts, das bis Ende September 2028 läuft, beträgt 409.000 Euro, davon stammen 253.000 Euro aus dem LEADER-Budget der beteiligten lokalen Aktionsgruppen, 126.700 Euro werden von den Landkreisen kofinanziert. „Dies ist das größte LEADER-Kooperationsprojekt, das derzeit läuft“, bestätigt LEADER-Koordinator Hans-Michael Pilz, „Es umspannt Niederbayern und die Oberpfalz. Dies macht das Projekt herausragend.“

Was bedeutet LEADER?

LEADER ist eine Abkürzung für „Liaison entre les actions de développement de l’économie rurale“; übersetzt: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Das Förderprogramm LEADER ist eine Erfolgsgeschichte für die Entwicklung ländlicher Regionen in Bayern. Im Mittelpunkt stehen die lokalen Aktionsgruppen (LAGs). Sie sind Partnerschaften zwischen kommunalen, wirtschaftlichen und sozial engagierten Akteuren in der Region. Mit dem LEADER-Programm unterstützt das Staatsministerium die ländlichen Regionen auf ihrem Weg einer selbstbestimmten Entwicklung – ganz nach dem Motto „Bürger gestalten ihre Heimat“.