Chorleiter Karl-Heinz Kohl in Weiherhammer gestorben

Chorleiter Karl-Heinz Kohl in Weiherhammer gestorben
Das Herz von Karl-Heinz Kohl hat am 5. Mai, vier Monate vor seinem 90. Geburtstag, aufgehört zu schlagen, aber sein musikalisches Erbe ist unsterblich. In den Herzen klingt die Melodie eines Liedes weiter, das nun zu Ende gesungen ist.
Engagierter Chorleiter prägte die Chorszene in Weiherhammer
Kohl hat ein markantes Stück Chormusikgeschichte in seinem Heimatort geschrieben. Als staatlich anerkannter Chorleiter dirigierte er 32 Jahre den Männergesangverein (MGV) „Liederkranz“ und 25 Jahre den Kirchenchor. Der Heimgegangene hatte während der Ausbildung zum Großhandelskaufmann an der Städtischen Musikschule in Weiden Violine, Klavier und Orgel gelernt. Ab dem 20. Lebensjahr widmete er sich dem Gesang als der „Muttersprache des Menschen“. Unter Kohls Führung entfaltete der MGV bemerkenswerte Leistungsfähigkeit. Mit leidenschaftlicher Hingabe und dem Willen zur Perfektion leistete Kohl an der Seite des unvergesslichen Vorsitzenden Hermann Biller großartige Aufbauarbeit. Dabei konnte er aus einem Potenzial von damals 37 Aktiven schöpfen und auch schwierige Chorsätze einstudieren.
Konzerte, Auszeichnungen und Vermächtnis
Das hohe Niveau ermöglichte deshalb neben Konzerten auch erfolgreiche Auftritte in Vierzehnheiligen, Wemding (Maria Brünnlein) und Eichstätt sowie beim Alpenländischen Sängertreffen im Brixental. Ein Highlight war für Kohl im Chor der Chorleiter des Fränkischen Sängerbundes (FSB) die Mitwirkung beim Konzert im Oktober 1998 mit den Hofer Symphonikern in der Bayreuther Stadthalle. 1995 gab Kohl aus gesundheitlichen Gründen den Taktstock aus der Hand. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenchorleiter ernannt. „Traurig, traurig, schade um den „Liederkranz“ – mir blutet das Herz“, lautete sein Kommentar nach der Auflösung des MGV 2019. Die aufbewahrten Chorsätze und Lieder sind mehr als ein Vermächtnis; sie sind ein Symbol dafür, was der MGV dem Weiherhammerer bedeutet hat.
Familie, Pflege und Requiem in Weiherhammer
Bis zur Pensionierung arbeitete Kohl als Betriebsleiter bei der Firma Röhrl in Weiden. Am 18. Juli 1962 ehelichte er die Bäckermeisterstochter Resi Kellner. Nach deren Schlaganfall vor 20 Jahren hatte er sie liebevoll gepflegt, bis er selbst nicht mehr dazu in der Lage war. Mit ihr lebte der Verstorbene bis zuletzt im eigenen Haus, in diesen vier Jahren rundum betreut von einer Pflegekraft und unterstützt von der ebenfalls im Haus wohnenden Tochter Michaela, die mit ihrem Engagement bei den „Happy Voices“ bereits in die Fußstapfen des Vaters getreten ist. Um ihn trauern seine Ehefrau, drei Töchter und sechs Enkel. Das Requiem findet am Samstag, 23. Mai, um 10 Uhr in der Pfarrkirche statt. Anschließend Beisetzung im Friedhof.
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