Blutspenden, damit andere überleben können: Herbert Schober aus Eslarn spendet 150-mal Blut

Blutspenden, damit andere überleben können: Herbert Schober aus Eslarn spendet 150-mal Blut
Der gelernte Metzger und spätere Lastwagenfahrer hat inzwischen 150 Vollblutspenden geleistet. Bei einer üblichen Vollblutspende werden etwa 500 Milliliter Blut entnommen. Rein rechnerisch kommen bei 150 Spenden somit 75.000 Milliliter oder 75 Liter Blut zusammen.
Wie Blutspenden mehreren Patienten helfen
Noch wichtiger als diese beeindruckende Zahl ist für Schober jedoch, dass seine Spenden kranken und verletzten Menschen zugutekommen können. Eine Vollblutspende kann in ihre wichtigsten Bestandteile – rote Blutkörperchen, Blutplättchen und Blutplasma – aufgetrennt werden. Dadurch können die verschiedenen Blutbestandteile gezielt für unterschiedliche Patienten eingesetzt werden, etwa nach schweren Unfällen, bei Operationen oder in der Krebstherapie. Mit einer Blutspende können so bis zu drei Patienten unterstützt werden. Bei 150 Spenden wären das theoretisch bis zu 450 Menschen, denen geholfen werden konnte.
Die erste Blutspende in Selb
An seine erste Blutspende erinnert sich Herbert Schober noch genau. Nach seiner Lehre als Metzger kam er berufsbedingt nach Selb. Dort fragte ihn eines Tages ein Arbeitskollege, ob er am Abend mit zur Blutspende kommen wolle. Schober stimmte zu, hatte allerdings zunächst eine wichtige Frage: „Tut das weh?“ Sein Arbeitskollege beruhigte ihn: „Es tut nicht weh und krankgeschrieben wirst du auch nicht.“ Damit war die Entscheidung gefallen. Schober ging mit – und aus der ersten Blutspende wurde eine jahrzehntelange regelmäßige Unterstützung der Blutspende.
Regelmäßig in Eslarn und der Umgebung
Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes bietet gemeinsam mit den örtlichen Helfern vor Ort auch in Eslarn Blutspendetermine an. In der Regel finden diese im Frühjahr und Herbst statt. Schober nutzte darüber hinaus zahlreiche weitere Möglichkeiten, Blut zu spenden. So war er unter anderem bei Terminen in Waidhaus, Moosbach, Pleystein und Vohenstrauß sowie in Weiden. „Wenn es zeitlich nicht möglich war, den Termin in Eslarn wahrzunehmen, suchte ich nach einer Alternative.“ Als Lastwagenfahrer musste er seine Blutspenden mit seinem Berufsalltag vereinbaren. Einmal sprach er sogar mit seinem Chef, und da er beruflich mit dem Lastwagen in Amberg war, nahm Schober einen Blutspendetermin vor Ort wahr. „Der Grund war, dass ich den Termin in Eslarn zeitlich nicht mehr schaffen konnte“, erinnert sich Schober.
Auch während der Corona-Pandemie blieb die Blutspende möglich. Die Abläufe wurden allerdings verändert. Spender konnten sich online anmelden und dabei eine genaue Uhrzeit auswählen. Dieses System wurde auch nach der Pandemie beibehalten. Seit einigen Jahren müssen die Spender außerdem einen Teil der Fragen zur gesundheitlichen Vorgeschichte selbstständig auf einem Tablet beantworten. Anschließend folgen weiterhin die notwendigen Untersuchungen und der ärztliche Gesundheitscheck. Ein Arzt entscheidet schließlich, ob die betreffende Person an diesem Tag Blut spenden darf.
500 Milliliter für Menschen in Not
Bei einer Vollblutspende werden rund 500 Milliliter Blut entnommen. Das entspricht ungefähr acht bis zehn Prozent des Blutvolumens eines erwachsenen Menschen. Der Körper gleicht den Flüssigkeitsverlust anschließend wieder aus. In Bayern werden täglich etwa 2.000 Blutkonserven benötigt. Blut kann nicht künstlich hergestellt werden und ist deshalb auf freiwillige Spender angewiesen. Schober hat mit seiner Blutgruppe A negativ eine Blutgruppe, die bei einem kleineren Anteil der Bevölkerung vorkommt. Gerade deshalb ist auch seine Bereitschaft zur regelmäßigen Spende von enormer Bedeutung.
Früher gab es sogar Blutspendestammtische
An die Blutspendetermine hat Schober noch weitere Erinnerungen. Nach dem Blutspenden gab es stets eine Brotzeit, und an manchen Spendeorten wird sogar ein Essen angeboten. Während der Corona-Zeit konnten Spender teilweise einen Gutschein beziehungsweise eine Brotzeit mit nach Hause nehmen. Früher entstanden nach den Blutspendeterminen sogar regelrechte Blutspendestammtische und Kartenrunden. Die Spender saßen anschließend noch zusammen, tauschten sich aus und pflegten die Gemeinschaft.
Für Schober steht trotz aller Veränderungen eines im Mittelpunkt: Blutspenden hilft anderen Menschen. Die Möglichkeit, mit einer relativ einfachen und überschaubaren Handlung schwerkranken oder verletzten Menschen zu helfen, war für ihn stets Motivation genug, regelmäßig zur Blutspende zu gehen. Dass er inzwischen 150-mal Blut und damit rund 75 Liter Blut gespendet hat, macht seine persönliche Bilanz beeindruckend.
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