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Landratsamt bremst Kirchenthumbach: Vier Millionen Euro Kredit sind zu viel

Kirchenthumbach. Nix da, sagt das Landratsamt. Der Rechtsaufsicht schmeckt die gewaltige Kreditaufnahme für 2026 in Höhe von vier Millionen Euro ganz und gar nicht. Dass es auch anders geht, zeigen die neuen Zahlen im korrigierten Gemeindehaushalt.

Kirchenthumbach. Nix da, sagt das Landratsamt. Der Rechtsaufsicht schmeckt die gewaltige Kreditaufnahme für 2026 in Höhe von vier Millionen Euro ganz und gar nicht. Dass es auch anders geht, zeigen die neuen Zahlen im korrigierten Gemeindehaushalt.
Das Rathaus von Kirchenthumbach. Der Marktgemeinderat hat den Haushalt für 2026 überarbeitet. Foto: Robert Dotzauer

Landratsamt bremst Kirchenthumbach: Vier Millionen Euro Kredit sind zu viel

Es war schon ein gewaltiger Brocken, an dem Bürgermeister, Rat und Bürgerschaft knabberten. Im ursprünglichen Haushaltswerk, verabschiedet im Juni 2026, standen vier Millionen Euro Kreditaufnahme, um die gewaltigen Investitionsvorhaben zu finanzieren. Insbesondere die offene Ganztagsschule, die Sanierung des zweiten Bauabschnitts des Tiefbauprojekts „Nickelsee“ und eine Anschubfinanzierung zur Erneuerung der Kläranlage belasten die Kommunalfinanzen.

Vier-Millionen-Euro-Kredit stößt auf Widerstand

Sich dafür dann horrende vier Millionen Euro auf dem Kreditweg von der Bank zu pumpen, war der Kommunalaufsicht des Guten zu viel. Das Landratsamt regte in Sorge um die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Marktgemeinde einen vorsichtigeren Umgang mit neuen Darlehen an und empfahl ein Überdenken einiger Finanzierungsansätze. Orientiert an den bereits laufenden Baumaßnahmen kam es schließlich in der jüngsten Sitzung zu einem nach den Wünschen der Rechtsaufsicht angepassten Haushaltswerk mit einer reduzierten Kreditaufnahme in Höhe von 1,9 Millionen Euro.

Hoffen auf höhere Einnahmen

Vorgesehen ist eine Neuverschuldung im Zusammenwirken mit weiteren Ausgabenminderungen und der gleichzeitigen Hoffnung auf höhere Zuwendungen des Freistaats und deutlich höheren Einnahmen aus Beiträgen. Im neuen Etatentwurf fällt zudem die Rücklagenentnahme deutlich geringer aus. Das Gremium kalkuliert nunmehr bis zum Jahresende mit einer Neuverschuldung in Höhe von 1,6 Millionen Euro und einem Schuldenstand zum 31. Dezember 2026 von 4,6 Millionen Euro. Ursprünglich errechnete die Finanzverwaltung 6,7 Millionen Euro Schulden. Die neuen Zahlen summieren sich zu einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1.432 Euro anstelle von 2.055 Euro. Ohne weitere Diskussion verabschiedete die Ratsversammlung den überarbeiteten Etatentwurf einstimmig.

Bald Bescheide für Verbesserungsbeiträge

Schon in der Bürgerversammlung angekündigt und von Bürgermeister Ewald Plößner näher erläutert, müssen viele Haus- und Grundstückseigentümer noch in diesem Jahr mit Beitragsforderungen der Gemeinde rechnen. Verbesserungsbeiträge – so heißt das Instrument, mit dem die Kommune Anliegerbeiträge einfordert. Das Gremium verabschiedete einstimmig entsprechende Beitragssatzungen zur „Verbesserung und Erneuerung der Wasserversorgungs- und Entwässerungseinrichtungen“ des Marktes. Hintergrund sind die Tiefbaumaßnahmen zur Sanierung des Wasserleitungsnetzes im Bereich der Eschenbacher Straße, der Lindenstraße und einiger weiterer Straßenzüge sowie der gleichzeitigen Erneuerung von Mischwasserkanälen. Berechnungsbeispiele ergeben bei 1.300 Quadratmetern Grundstücksfläche und 300 Quadratmetern Geschossfläche einen Verbesserungsbeitrag für Wasser von circa 370 Euro und für Abwasser von circa 318 Euro.

Kita-Förderung und ILE-Zuschuss

Als Leiter des Kita-Arbeitskreises erläuterte Marktgemeinderat Marco Streit die Wünsche der katholischen Kirchenstiftung zur Mitfinanzierung von Sanierungsmaßnahmen in der Kindertagesstätte durch die Gemeinde. Der Maßnahmenträger beabsichtigt Sanierungsarbeiten an der Gebäudeeindeckung und in der Heizungsanlage. Konkreter ist schon die Form der Mitfinanzierung bei den geschätzten Personalkosten der ILE-Region im Vierstädtedreieck für den Zeitraum bis 2031. Bei 60 Prozent Landesförderung verbleibt der ILE und damit den zehn Mitgliedsgemeinden ein Eigenanteil von 270.000 Euro für fünf Jahre. Auf der Grundlage der Einwohnerzahlen ermittelte die ILE-Geschäftsführung für den Markt einen Gesamtbeitrag von circa 35.000 Euro. Für Jan Wiltsch ist das viel Geld. Verbunden mit dem Wunsch nach einer Aufstellung über die segensreichen Kleinförderungen empfahl Wiltsch, weitere Förderpotenziale abzuklopfen. Die Zustimmung zur anteiligen Personalkostenförderung erfolgte einstimmig.

Weitere Beschlüsse im Gemeinderat

Einstimmigkeit herrschte zudem über die Erhöhung des Förderbeitrags von 50 auf 60 Cent je Einwohner im Jahr zur Unterstützung der Gemeinschaft Generationen Hand in Hand (GeHiH). Eher formellen Charakter hatte die Bestätigung des Rates zu den personellen Neubesetzungen der Thurndorfer Wehr mit Stefan Bernhardt als Kommandant und mit Christoph Brauner als dessen Stellvertreter. Das gemeindliche Einvernehmen erteilte das Gremium einem Bauantrag zur Errichtung eines Kälberstalls im Ortsteil Neuzirkendorf.

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Anfragen aus dem Gremium

Im Anfragenteil interessierte sich Jan Wiltsch für die Auswertungsmöglichkeiten der Geschwindigkeitsmessgeräte. Wiltsch zweifelte an den Möglichkeiten des Auslesens durch Gemeindemitarbeiter. Ein Thema, das Richard Götz veranlasste, eine kommunale Verkehrsüberwachung zu empfehlen. Dominik Fraunholz wünschte sich eine bessere Werbung für die Baugebiete der Kommune. Im Webauftritt der Gemeinde sei das Thema leider eine Fehlanzeige.

Dominik Brütting erinnerte an einen Antrag der SPD-Fraktion zur Vorlage des Ausgleichsflächenkontos der Gemeinde. Über den aktuellen Stand des Grünflächenkonzepts der Marktgemeinde informierte die dritte Bürgermeisterin Silvia Schecklmann. Zudem erläuterte sie weitere Blumenzwiebel-Pflanzaktionen.

Vier Millionen Euro Neukredite? Viel zu viel, sagt die Kommunalaufsicht. Nachdenken hieß es deshalb im Kirchenthumbacher Rathaus, um den Gemeindeetat zu retten. In Absprache mit dem Landratsamt reduzierte der Rat die Kreditaufnahme und erhöhte zum Ausgleich hoffnungsvoll die Ansätze auf der Einnahmenseite des Vermögenshaushalts.

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