Denkmalgeschütztes Pfarrhaus in Kaltenbrunn steht zum Verkauf

Denkmalgeschütztes Pfarrhaus in Kaltenbrunn steht zum Verkauf
Das evangelische Pfarrhaus, ein denkmalgeschütztes Gebäude neben der evangelischen Martinskirche am Unteren Markt in Kaltenbrunn, steht zum Verkauf. „Es wird nicht mehr benötigt“, erklärt Pfarrer Matthias Weih. Pressevertreter. Den Kaufpreis gibt es nur auf Anfrage.
Historie des Kaltenbrunner Pfarrhauses
Das als ursprüngliches Bauernhaus mit hohem Giebel und der Jahreszahl 1554 von Bleiunternehmer Hans Reger im gotischen Stil erbaute Gebäude war für die damalige Zeit ein außergewöhnliches Haus. Weit und breit war kein vergleichbares Gebäude zu finden. Noch vor dem Dreißigjährigen Krieg fiel es schuldenhalber an die Marktkammer. Mit Einführung des Simultaneums 1663 stellte der Markt dieses Haus als zweites Pfarrhaus zur Verfügung. Durch Losentscheid wurde es dem katholischen Pfarrer als Pfarrhaus zugesprochen. Während einer Vakanz des evangelischen Pfarrers im Jahr 1684 nutzte der katholische Geistliche die günstige Gelegenheit und wechselte in das vermutlich in besserem baulichen Zustand befindliche zweite Pfarrhaus. Aller Protest der evangelischen Kirchengemeinde blieb erfolglos, und so ist seit dieser Zeit dieses stattliche Haus die Dienstwohnung des evangelischen Pfarrers.
Kaltenbrunner Pfarrhaus: Brände, Pfarrer und heutiger Zustand
Drei verheerende Brandkatastrophen im 18. Jahrhundert, bei denen jeweils die Hälfte der Anwesen im Ort eingeäschert wurden, überstand das Gebäude schadlos. Pfarrer Christian Seiler, als Autobahnpfarrer der ersten Stunde weithin bekannt, wirkte hier in Kaltenbrunn von 1952 bis 1960. Nach dem Weggang von Pfarrer Gerd Päge 1990 nach Neudrossenfeld im Dekanat Bayreuth – ihm war leider nur ein kurzer Ruhestand in seinem Wohnhaus in Luhe vergönnt – zogen nach einjähriger Vakanz die Nachfolger Dominic Naujoks 1991 und Matthias Weih 2008 nicht mehr in das mittlerweile stark sanierungsbedürftige Haus ein, das nun seit 36 Jahren unbewohnt ist. Die Hälfte des Gebäudes wurde nachträglich unterkellert. Die meterdicken Außenwände im Erdgeschoss – hier waren Pfarrbüro, Registratur und Heizung untergebracht – sorgten für ein angenehmes Raumklima. Im Obergeschoss, Dienstwohnung des Pfarrers, befanden sich Küche, Wohnzimmer, Esszimmer, Schlafzimmer und Bad. Im Dachgeschoss mit schrägen Wänden gab es drei Kinderzimmer und eine Nasszelle.


