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Der Oberpfälzer Natur ganz nah: 24 Stunden Steinwald erleben

Nordoberpfalz. Geologische Highlights, seltene Pflanzen und einen traumhaften Sonnenaufgang konnten die Teilnehmenden bei „24 Stunden Steinwald erleben“ bestaunen.

Der Oberpfälzer Natur ganz nah: 24 Stunden Steinwald erleben

Eines der jährlichen Höhepunkte bei „24 Stunden Steinwald erleben“ ist die Early Bird Fototour zum Oberpfalzturm. Foto: Michael Schneider
Beim Stadtpark in Waldershof startete eine 8-köpfige Radgruppe ihren Tagesausflug auf dem Steinwald-Radweg. Foto: Steinwald-Allianz
Bei der Radumrundung des Steinwaldes legte Dr. Andreas Peterek unter anderem einen Stopp in Herzogöd bei Fuchsmühl ein. Foto: Karin Klement
Katrin Meyer und Benedikt Lippert lasen Sagen über das Adelsgeschlecht der Notthaffte auf dem Weg zur Burgruine Weißenstein vor. Foto: Steinwald-Allianz
Geoparkrangerin Angela Scharnagl zeigte bei ihrer Tour mit dem Namen „Fliegende Steine, wachsende Gebirge und der Schatz im Bach“ auch besondere Pflanzen, die am Wegesrand wachsen, wie die Buschnelke oder das Johanniskraut. Foto: Steinwald-Allianz
Besonders viele Mythen gibt es rund um die Burgruine Weißenstein. Foto: Steinwald Allianz
Angela Scharnagl machte bei der Geoführung auch auf den Granit aufmerksam. Foto: Steinwald Allianz

Am 24. und 25. Juni wurde die Vielfalt im Naturpark Steinwald durch elf unterschiedliche Führungen bei bestem Sommerwetter erlebbar. Bei der fünften Auflage von „24 Stunden Steinwald erleben“ präsentierte die Steinwald-Allianz in Zusammenarbeit mit vielen ehrenamtlichen Helfern ein buntes Rahmenprogramm – von der geologischen Radtour bis zur Sagenwanderung war viel geboten.

Aufbruch zum Sonnenaufgang

Dass der Naturpark Steinwald auf einer relativ kleinen Fläche eine große Dichte an vielfältiger Flora und Fauner aufweist, ist längst kein Geheimnis. Viele dieser Naturschönheiten sind jedoch nur Experten bekannt. Im Rahmen von „24 Stunden Steinwald erleben“ zeigten verschiedene Vereine, Gästeführer und Gästeführerinnen den Interessierten viele dieser Highlights.

Besonders gut angenommen wurde die Early Bird Sonnenaufgangswanderung. Die 25 Teilnehmenden versammelten sich am Sonntagmorgen bereits um 3.30 Uhr am Wanderparkplatz in Hohenhard, um gemeinsam zum Oberpfalzturm aufzubrechen.

Sagenhafte Geschichten

Von der 33 Meter hohen Aussichtsplattform zeigte sich ein atemberaubender, filmreifer Sonnenaufgang bei klarem Himmel. Im Anschluss kamen die Wanderer in den Genuss eines reichhaltigen Frühstückbuffets an der Burgruine Weißenstein, welches von den neuen Pächtern des Waldhauses, Stephanie und Christopher Stehbach, serviert wurde.

Am Vorabend ging es ebenfalls zum Weißenstein: Katrin Meyer und Benedikt Lippert von der Gesellschaft Steinwaldia Pullenreuth lasen Sagen aus dem Buch „Sagenschatz des Steinwaldes“ an den Originalschauplätzen vor. Die Geschichten handelten vor allem von den ehemaligen Burgbesitzern, dem Adelsgeschlecht der Familie Notthafft.

Ausflug zu den Bio-Direktvermarktern

Günther Erhardt von der Öko-Modellregion Steinwald führte auf acht Kilometern eine Gruppe zu verschiedenen Bio-Direktvermarktern. Ab Reuth bei Erbendorf ging es unter anderem nach Eiglasdorf zum Bio-Milchviehbetrieb der Familie Zahn. Im Stall arbeitet ein Melkroboter und die Bio-Milch wird direkt in der hofeigenen Molkerei verarbeitet.

Grammer Solar
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Ein weiterer Höhepunkt war in Forsthof der Anbau von weißen Erdbeeren von Beeren-Pionier Jürgen Streubel. Er führte über seine Felder, wo er auch Heidelbeeren, Erdbeeren sowie Goji-Beeren anbaut.

Weiterhin zeigte Dr. Andreas Peterek, Geschäftsführer des GEOPARKs Bayern-Böhmen, einer Gruppe von Radfahrern die geologischen Besonderheiten am Steinwald-Radweg.

Wanderung zur Flussperlmuschel-Infostelle

Mehr Geologie gab es mit den Geoparkrangerinnen Angela Scharnagl und Michaela Griener zu entdecken. Bei einem Spaziergang zeigte Griener das Naturschutzgebiet Föhrenbühl bei Grötschenreuth in all seinen Facetten.

Scharnagl bot mit Start an der Kirche St. Peter in Wäldern eine Wanderung durch Wiesen und Wälder an. Es ging zum Teufelsstein, entlang des Grenzbaches und zur Infostelle Flussperlmuschel. Dabei boten sich einige Ausblicke über das Mitterteicher Becken in Richtung Oberpfälzer Wald. Durch die neue Flussperlmuschel-Infostelle an der Grenzmühle führte auch Naturpark-Rangerin Cornelia Greiner am Sonntagnachmittag.

Museum, Wildkräuter und Co.

Einige Interessierte nutzten das Angebot von Jochen Neumann, der durch die Ausstellungsfläche des neuen Museums Flucht-Vertreibung-Ankommen in Erbendorf führte. Rund um den Schloßberg Waldeck ging es mit Thomas Stingl, Vogelschutzwart beim OWV, auf eine Vogel-Beobachtungstour.

In die Welt der heimischen Kräuter führte die zertifizierte Kräuterführerin Regina Herrmann auf dem Essbaren Wildpflanzenpark (kurz: EWILPA) ein. Revierförster Wolfgang Schödel wanderte mit Interessierten ab dem Waldhaus „querfeldein“ durch den Steinwald – zu einem renaturierten Feuchtgebiet und den Anhöhen versteckter, sonst nicht zugänglicher Felsen.

Gelungenes Konzept mit Herzblut

Nina Lang von der Steinwald-Allianz blickt zufrieden auf die Veranstaltungsreihe zurück. „Insgesamt wurden knapp 150 Teilnehmer und Teilnehmerinnen gezählt. Einige haben sich für mehrere Führungen angemeldet und somit tatsächlich einen ganzen Tag oder ein Wochenende im Steinwald erlebt. Somit ging das Konzept, dass man sich seine eigenen Stunden im Steinwald gestalten kann, ging erneut auf.“

„Beeindruckend ist auch, mit wie viel Herzblut unsere Gästeführer und Gästeführerinnen ihre Exkursionen und Touren gestalten und mit welcher Liebe sie über ihr Fachgebiet und die Region erzählen“, sagt die Tourismusfachkraft, die maßgeblich für die Kampagne verantwortlich war.