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Ein Rekord für die Ewigkeit? Junge Leute klauen acht Maibäume in der Region

Floß. Das dürfte bayernweit wohl absoluter Rekord sein: Junge Männer und Frauen aus Floß und Umgebung haben acht Maibäume geklaut – und gegen entsprechendes "Lösegeld" wieder zurückgebracht.

Ein Rekord für die Ewigkeit? Junge Leute klauen acht Maibäume in der Region

Foto: Timo Krichenbauer

Es ist kaum zu glauben: Acht Maibäume stehen auf der Beuteliste eines Freundeskreises aus Floß, Püchersreuth, Störnstein und Waldthurn. Mit viel Muskelkraft und motorisierter Unterstützung von Traktoren und ähnlichen Geräten klaute die Gruppe in den vergangenen Tagen die Objekte der Begierde.

„Alles reibungslose Fälle“

Timo, Max, Lorenz und Paul mit ihrer Gruppe aus Floß und Umgebung sind solche findigen „Diebe“. Timo berichtet von ausnahmslos reibungslosen Fällen. „Alle haben ihre Bäume zurückgekriegt – natürlich gegen eine angemessene Entschädigung“, erzählt der Floßer schmunzelnd. Alle rechtzeitig zum 30. April, jenem Tag, an dem viele Bäume aufgestellt werden. „Den letzten haben wir am Donnerstag nach Neunkirchen zurückgebracht.“ Schließlich konnten alle „Geschädigten“ ihr Maibaumfest entsprechend feiern. Eine wichtige Rolle bei den Beutezügen spielten die Frauen, die meist als Fluchtfahrzeugführerinnen im Einsatz waren. „Die Mädels haben die Bäume mit einem Fendt 724 Vario-Traktor abtransportiert“, erzählt Krichenbauer.

In folgenden Gemeinden haben teilweise bis zu 40 Burschen und Mädels (der „harte Kern“ bestand aus 14 Leuten) zugeschlagen: Neunkirchen, Oberlind, Püchersreuth, Theisseil, Trebsau, Waidhaus, Waldthurn und Wildenau. Sind die jungen Leute stolz auf ihren „Rekord“? „Stolz ist der falsche Ausdruck. Wir wollten einfach nur Gaudi haben, und das haben wir geschafft“, sagt Krichenbauer. Und natürlich eine kleine Belohnung, die sich mit zwei bis drei Kästen Bier und einer kleinen Brotzeit je Baum in Grenzen gehalten hat. „Wir waren sehr bescheiden.“

Alter Brauch wiederbelebt

Das Klauen von Maibäumen ist ein Brauch, der traditionell in der Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai stattfindet. In den vergangenen Jahren aber wurden die meisten Maibäume schon in den Tagen vorher entwendet, um sie gegen eine angemessene Entschädigung rechtzeitig wieder zurückzugeben.

Der Maibumklau symbolisiert meist einen Streich unter benachbarten Gemeinden, Vereinen oder Gruppierungen. Dabei sieht der Brauch vor, dass der gestohlene Maibaum unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise gegen eine Brotzeit oder Getränke, wieder zurückgegeben wird. Der Diebstahl ist auch eine Möglichkeit, diese Tradition unter jungen Leuten wiederzubeleben, da dieser Brauch immer mehr in Vergessenheit gerät.

Wie problemlos und freundschaftlich die „Diebestour“ abgelaufen ist, wurde am Beispiel Neunkirchen deutlich: Nachdem man die Beute am Donnerstag rechtzeitig vor dem Aufstellen gegen eine entsprechende Belohnung zurückgegeben hatte, feierte man tags darauf zusammen das Maibaumfest. Zünftig und ohne ein böses Wort, im Gegenteil.

Die „Maibaumdiebe“ vor einem ihrer Objekte. Foto: Timo Krichenbauer
Foto: Timo Krichenbauer
Foto: Timo Krichenbauer
Foto: Timo Krichenbauer
Foto: Timo Krichenbauer
Foto: Timo Krichenbauer
Foto: Timo Krichenbauer
Foto: Timo Krichenbauer
Foto: Timo Krichenbauer
Foto: Tomi Krichenbauer
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