Erster Nachmittag des Wiedersehens im Hospiz Sankt Felix in Neustadt

Erster Nachmittag des Wiedersehens im Hospiz Sankt Felix in Neustadt
Die Zeit der Pflege und Begleitung schwerstkranker Menschen wird von Angehörigen und Mitarbeitenden in stationären Hospizen als eine besonders intensive, wertvolle und oft tief berührende Zeit erlebt. Dabei spielt es keine entscheidende Rolle, ob ein Mensch nur wenige Stunden, Tage oder über Wochen im Hospiz begleitet wird. Jeder Aufenthalt ist bedeutsam, weil er Raum schafft für Würde, Nähe, Entlastung und ein möglichst friedliches Ankommen in der letzten Lebensphase.
Begleitung schafft Entlastung und Geborgenheit
Für die Angehörigen bedeutet die Aufnahme in ein Hospiz häufig zunächst Erleichterung. Viele haben bis dahin eine lange Zeit der Sorge, Unsicherheit und körperlichen wie seelischen Belastung erlebt. Im Hospiz dürfen sie Verantwortung teilen, ohne ihre wichtige Rolle zu verlieren. Sie können wieder Ehepartner, Kind, Elternteil, Freund oder Freundin sein. Die professionelle Pflege und Versorgung gibt Sicherheit, während die Atmosphäre des Hauses Geborgenheit vermittelt. So entsteht Raum für Gespräche, Erinnerungen, Stille, Abschied und manchmal auch für Versöhnung.
Auch für die Mitarbeitenden ist jede Begleitung einzigartig. Sie begegnen jedem Menschen mit seiner persönlichen Geschichte, seinen Bedürfnissen, Ängsten, Hoffnungen und Wünschen. Pflege bedeutet hier weit mehr als medizinische Versorgung oder Unterstützung im Alltag. Sie umfasst Aufmerksamkeit, Zuhören, Zuwendung, Symptomlinderung, Wahrung der Würde und ein feines Gespür dafür, was dem schwerstkranken Menschen und seinen Angehörigen in diesem Moment guttut. Gerade weil die gemeinsame Zeit oft begrenzt ist, wird sie besonders bewusst gestaltet.
Bewegende Begegnungen
Ein herzliches Wiedersehen und viele bewegende Begegnungen prägten diesen Nachmittag im Hospiz Sankt Felix. Mehr als 120 Gäste kamen, darunter zahlreiche Hinterbliebene aus den Jahren seit der Eröffnung des Hospizes 2019. Auch Partner aus der Palliativstation Weiden, der SAPV Waldnaab sowie dem ambulanten Hospizdienst der Malteser waren dabei.
Gemeinschaft, Austausch und kulinarische Begleitung
Für das leibliche Wohl sorgten das Hospizteam gemeinsam mit Helfern des Vereins „Zusammen erreichen wir mehr“ sowie mit hauptamtlichen Mitarbeitenden. Die Besucher wurden mit Bratwurstsemmeln, Kaffee, einer großen Auswahl an Kuchen und kalten Getränken versorgt.
Musikalisch umrahmt wurde der Nachmittag von Country-Sänger Franz Lippert. Er hatte in Absprache auch Helfer seines Vereins „Stille Helfer mit Herz“ mitgebracht. Der Verein setzt sich dafür ein, unheilbar erkrankten Kindern, die sich nicht in staatlich geförderten Einrichtungen befinden, durch Spenden letzte Wünsche zu erfüllen. Aufgrund seines bereits gelebten Engagements in diesem Bereich erklärte sich Franz Lippert daher bei der Anfrage durch Susanne Wagner auch direkt bereit, das Hospiz zu unterstützen.
Vereine unterstützen die Hospizarbeit in der Region
So konnten sich die Gäste an diesem Nachmittag sowohl über den Verein „Zusammen erreichen wir mehr“, der sich für die Hospizarbeit in der Region engagiert, als auch über die „Stillen Helfer mit Herz“ informieren.
Das Hospiz hatte für seine Besucher eine besondere Aktion vorbereitet: Auf zwei Plakaten waren die unterschiedlichen Entwicklungsstadien einer Sonnenblume abgebildet. Die Hinterbliebenen konnten mit einem Fingerabdruck kennzeichnen, wo beziehungsweise in welcher Phase sie sich auf ihrem persönlichen Weg der Trauer gerade befinden und angeben, wer sie auf diesem Weg unterstützt hat.
Sonnenblumen-Aktion als Symbol für den Trauerweg
Zur Auswahl standen der „Samen“, mit dem alles beginnt, das „Wurzeln schlagen“, bei dem man mit jedem Schritt Kraft und Vertrauen findet, die „Ausbildung der Knospe“, wenn man beginnt, Veränderung wieder zuzulassen, das „Aufrichten“, bei dem neue Hoffnung und Vorfreude spürbar werden, sowie die „Blüte“, in der das Leuchten der Liebe und Erinnerung sichtbar wird.
Der Nachmittag bot Raum für Gespräche, Erinnerungen und Begegnungen. Er machte deutlich, wie wertvoll Gemeinschaft, Begleitung und gegenseitige Unterstützung in dieser ganz besonderen Zeit sind. Die Besucher brachten dies gegenüber Susanne Wagner und ihrem Team oft mit den Worten zum Ausdruck: „Wir sind sehr froh und dankbar, dass wir diesen schweren Weg des Abschieds mit euch an der Seite gehen durften“.
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