Erster Waldthurner Gänsemarsch mit viel Gänsehautfeeling
Erster Waldthurner Gänsemarsch mit viel Gänsehautfeeling
Mit: „Mir läuft die Gänsehaut auf“, beschreiben Menschen oft ihren Gemütszustand, wenn sie sehr positiv gerührt sind. Am diesjährigen Rosenmontag, 3. März, um 11.11 Uhr, kommt auf die nicht gerade als Faschingshochburg bekannte Marktgemeinde an der Sonnenseite des Fahrenberg ein „faschingales Hochereignis“ in Form des “1. Waldthurner Gänsemarsches” zu.
Als Organisatoren des Faschingsumzuges fungieren der Kühnhauser-Wirt, der Marktrat und Waldthurner Bürgermeisterkandidat Georg Bocka und der Vollblutmusiker und Hulzstoussbou Jonas „Joni“ Kraus. Die organisatorischen Zügel hat der Spielberger Simon Schwab, der sich im Waldthurner Rathaus arbeitstechnisch niedergelassen hat, fest in der Hand.
Anmeldung
Im Waldthurner Rathaus haben sich schon zahlreiche Faschingswägen und Fußgruppen angemeldet. Sollten sich kurzfristig noch jemand entschließen, beim 1. Waldthurner Gänsemarsch mit dabei zu sein, sollte man sich unbedingt im Waldthurner Rathaus per E-Mail an sschwab@waldthurn.de oder unter der Telefonnummer 09657 / 922035-21 anmelden.
Warum Gänsemarsch?
Dieser Gänsbürger-Faschingszug, birgt so manche Faschingserinnerungen, die bis 1935 zurückgehen. Die Idee für den „1. Waldthurner Gänsemarsch“ entstand bereits vor fünf Jahren am Rosenmontag im Gasthaus Kühnhauser (Verräterklause oder auch ganz früher „Zum Schwarzen Adler“). Besser gesagt in einem Wohnhaus in der Einöde Irlhof zwischen Lennesrieth und Albersrieth. Dort wohnen die Inhaber des Waldthurner Gasthauses Kühnhauser, Birgit und Georg Bocka mit Tochter Anja. Den Namen „1. Waldthurner Gänsemarsch“ verdankt man der Kreativität dieser Familie: „An einem Sonntagabend wurde nach längerer Familienkonferenz die Namensentscheidung getroffen“, erzählt Birgit Bocka, die in der Gänsbürgermetropole aufgewachsen ist.
Ehrenbürger klärt auf!
Warum aber immer wieder dieses Federvieh, das als ein intelligentes, treues und soziales Tier bekannt ist? Passen diese Eigenschaften zu den Bürgerinnen und Bürgern von Waldthurn und wie werden die Gänse mit den Bewohnern der Ortschaft Waldthurn und gerade mit der „Fosnacht“ in Verbindung gebracht.
Die Antwort gibt der Waldthurner Ehrenbürger Georg Schmidbauer. Der Oberbernriether ist ein Geschichtskenner der Extraklasse und erklärt die Gänsbürgerei in Waldthurn: Früher befanden sich in Waldthurn mehrere Weiher, darunter der größte, der sogenannte Schlossweiher, der sich unterhalb des alten Schlosses von der Luhebrücke bis zur Grubmühle erstreckte. Aufgrund dessen ist nicht verwunderlich, dass die Waldthurner Bürger angesichts der großen Wasserfläche viele Gänse hielten und sich so den Spitznamen „Gänsbürger“ einhandelten. Dieser große Schlossweiher wurde im 19. Jahrhundert trockengelegt – heute befinden sich in diesem Tal die Fertigungshallen der Firma Holzbau Riedl.
Hommage an Geschichte von Waldthurn
Die Gänse sind also tief mit der Identität der Waldthurner verbunden. Mit ihrer Treue, ihrem Gemeinschaftssinn und ihrer ausgeprägten Kommunikationsfähigkeit sind sie nicht nur kluge Tiere, sondern auch Symbolträger einer starken, traditionsbewussten Ortschaft.
Wenn also am Rosenmontag die “Gänsbürger” und ihre Gäste gemeinsam nicht unbedingt im Gänsemarsch durch die Gassen ziehen, dann ist das weit mehr als eine Faschingsgaudi – es ist eine Hommage an die Geschichte von Waldthurn.
Start am Rathaus mit “RoMo-Bigband”
Start ist am Rathaus (Vohenstraußer Straße), die Wägen werden voraussichtlich Richtung Sportplatz platziert. Angeführt wird der Zug von der „RoMo-Bigband“, einer reinen Rosenmontagsband unter der Federführung von Joni Kraus. Es schließen sich Fußgruppen und dann die Faschingswagen an. Die Route führt vom Rathaus in die Hauergasse – Bahnhofstraße und dann zum Marktplatz hinauf bis zum Marktladen – den Gänsbürgerladen. Hier werden Faschingskrapfen gereicht und Richtung Gasthaus Kühnhauser abgebogen.
Afterzugparty
Die Wagen kommen in der Neuenhammerstraße zum Stillstand, der Landjugendwagen wird vor dem Gasthaus Kühnhauser auf der gesperrten Straße platziert, um die Narren auch mit der KLJB-Soundmaschine zu unterhalten. Die Waldthurner Kolpingfamilie mit Lukas Kleber an der Spitze wird eine Freiluft-Rosenmontagsbar betreiben und die Waldthurner Feuerwehr heiße RoMo – Grillspezialitäten kredenzen. Gefeiert wird bei dieser „Afterzugparty“ nicht nur auf der Straße, sondern auch in der Verräterklause beim Kühnhauser.
„Regierenden Gänsbürgermeister von Waldthurn“ mit dabei
„Am liebsten sind mir Bürger, die Vorschläge bringen – und die Lösung gleich mit“, sagt Bürgermeister Josef Beimler voller Vorfreude, obwohl er schon meint, dass es schöner gewesen wäre, wenn die Idee von ihm gekommen wäre. Angeblich regiert er an diesem Tag auf einem „Hochfürstlichen Lobkowitzschen Gänseregierungswagen“ – das Waldthurner Maskottchen die Gans Augusta begleitet auch hier den „Regierenden Gänsbürgermeister von Waldthurn“.
Faschingserinnerungen in Waldthurn – Ein Blick zurück
Wenn in Waldthurn der Faschingsumzug seine Schatten vorauswirft, werden bei den älteren Gänsbürgern Erinnerungen wach. Zwar liegt der letzte Umzug vor 90 Jahren zu weit zurück, als dass sich jemand daran erinnern könnte, doch die Faschingszüge der 1970er Jahre sind vielen noch lebhaft im Gedächtnis.
Damals formierten sich die Narren zunächst an der Dreifaltigkeitssäule, später oft in der Bahnhofstraße nahe dem Haus des legendären Organisators „Turner Sepp“. Nach dem bunten Treiben auf den Straßen zog es die Feiernden traditionell in eines der damals 26 Wirtshäuser, wo der Fasching bis in die späten Stunden weiterging.
Mit der Vorfreude auf das bevorstehende Fest lebt auch ein Stück dieser alten Tradition wieder auf – und vielleicht werden auch diesmal neue Erinnerungen geschaffen, die noch lange Bestand haben.
Kinder ziehen am Faschingssamstag durch Albersrieth
Am Fosnacht-Samstagnachmittag am 1. März (14 Uhr) ziehen im Waldthurner Satellitenort Albersrieth die Jüngsten der Maschkerer seit vielen Jahren durch das Dorf. Einheimische Musikanten führen die feierwütigen jungen Albersriether samt ihren Gästen mit fantasievollen Verkleidungen durch den Ort – anschließend herrscht im Dorftreff ein buntes Treiben.
1. Waldthurner Gänsemarsch
Musik: RoMo – Big Band mit Joni Kraus
Start: Rosenmontag 3.3. um 11.11 Uhr am Waldthurner Rathaus (Vohenstraußer Straße).
Anmeldung und Infos: Rathaus Waldthurn unter sschwab@waldthurn.de oder Tel. 09657 922035-21.
Organisatoren: Georg Bocka, Jonas Kraus und Simon Schwab
Wegstrecke im Gänsemarsch: Rathaus – Richtung Marktplatz – nach links in die Hauergasse – Bahnhofstraße rechts – Marktplatz – Ziel: Gasthaus Kühnhauser Neuenhammerstraße









