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OTH Amberg-Weiden
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Es war schön: Europa-Park setzt Emil Steinberger ein humorvolles Denkmal

Rust. Im Schweizer Themenbereich des Europa-Parks ist das „Emil-Hüüsli“ eröffnet worden. Die Hommage an den 93-jährigen Schweizer Kabarettisten verbindet persönliche Erinnerungsstücke, legendäre Requisiten und seine unverwechselbaren Sketche. Bei der Eröffnung gab es viel zu lachen und einen goldenen Stern mit einer kleinen Verbindung nach Weiden.

Es war schön: Europa-Park setzt Emil Steinberger ein humorvolles Denkmal

Emil Steinberger und seine Ehefrau Niccel freuen sich über den Stern des Künstlers Ottmar Hörl, den ihnen der geschäftsführende Gesellschafter des Europa-Parks, Roland Mack, überreichte. Foto:: Helmut Kunz
Emil Steinberger und Böckli. Foto: Helmut Kunz
Emil Steinberger amüsiert sich über alte Schlagzeilen. Foto: Helmut Kunz
Requisiten aus seinem Film „Die Schweizermacher“ und seinen Sketchen. Foto: Helmut Kunz
Emil Steinberger. Foto: Helmut Kunz
Emil und Niccel Steinberger neben einem“Emil“-Pappkameraden. Foto: Helmut Kunz
Emil Steinberger lacht gleich zweimal aus dem „Emil Hüüsli“. Daneben Roland Mack, geschäftsführender Gesellschafter des Europa-Parks. Foto: Helmut Kunz

Man hört ihn und hat ihn sofort wieder im Ohr: Emil Steinbergers unverwechselbare Stimme, sein charakteristisches Lachen und jene feine, manchmal schelmische Art, mit der er die kleinen Schwächen des Alltags aufs Korn nimmt. Nun hat der Europa-Park dem großen Schweizer Kabarettisten ein ganz besonderes Denkmal gesetzt. Im Schweizer Themenbereich wurde das „Emil-Hüüsli“ eröffnet, daneben die Ausstellung „Emils Bühnenwelt“.

Mehr als eine gewöhnliche Ausstellung

Emil Steinberger, inzwischen 93 Jahre alt, war zur Eröffnung gemeinsam mit seiner Ehefrau Niccel angereist. Was ihn erwartete, war weit mehr als eine gewöhnliche Ausstellung. In einem originalen Schweizer Haus wird auf kleinem Raum ein großes Künstlerleben erzählt: Fotos, Dokumente, handgeschriebene Texte, Schallplatten, persönliche Erinnerungsstücke und zahlreiche Requisiten geben Einblicke in die Karriere des Mannes, der in der Schweiz seit Jahrzehnten schlicht „Emil“ genannt wird.

Blitzblank bis in die letzte Ecke der Toilette

„Hier ist alles bis in den letzten Winkel gestaltet“, zeigte sich Steinberger beeindruckt. Der Europa-Park sei zu einem „Traumland“ geworden. Die Liebe zum Detail sei überall spürbar. Selbst die Sauberkeit nahm der Kabarettist mit seinem gewohnt trockenen Humor unter die Lupe: Alles sei blitzblank, „bis in die letzte Ecke der Toilette“.

Persönliche Gegenstände

Im „Emil-Hüüsli“ begegnen die Besucher dem Künstler und seinen Figuren auf sehr persönliche Weise. Zu sehen sind unter anderem Fotos aus seinem Leben, persönliche Gegenstände und Erinnerungsstücke sowie Materialien aus seiner jahrzehntelangen Bühnenkarriere. Durch das Fenster bietet sich zugleich ein ungewöhnlicher Blick auf die Schweizer Bobbahn.

Eigene Erlebniswelt

Und wenn diese vorbeirauscht, ist Emil auch akustisch präsent: Seine Stimme kommentiert das Geschehen und macht aus dem kleinen Schweizer Haus eine ganz eigene Erlebniswelt.

Bühnenleben

Direkt nebenan öffnet sich mit „Emils Bühnenwelt“ gewissermaßen der Vorhang zu seinem Bühnenleben. Vor einem großen roten Bühnenvorhang sind zahlreiche Originalrequisiten zu sehen, die vielen Zuschauern aus seinen Sketchen vertraut sind: der legendäre Kinderwagen, ein Telefon, der Schreibtisch, Mütze und Pfeife, Feuerwehrhelm und Milchkanne gehören dazu.

Witron – Koch und Servicekraft gesucht
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Filmische Zusammenstellung bekannter Emil-Nummern

Auch persönliche Erinnerungsstücke und eine filmische Zusammenstellung bekannter Emil-Nummern sind Teil der Ausstellung. An ihrer Gestaltung hatte Emils Ehefrau Niccel Steinberger maßgeblichen Anteil. Gemeinsam wurden Requisiten und Erinnerungsstücke zusammengetragen und für die Präsentation ausgewählt.

Künstler, der Generationen prägt

Europa-Park-Gesellschafter Roland Mack würdigte bei der Eröffnung das Lebenswerk des Schweizer Kabarettisten. „Es gibt Künstler, die die Zeit prägen, es gibt Menschen, die die Generationen prägen“, sagte Mack. Emil Steinberger sei zweifellos einer davon. „Du bringst seit Jahrzehnten die Menschen zum Lachen.“ Mack hob vor allem Steinbergers genaue Beobachtungsgabe hervor. Er erkenne die Schwächen, Eigenheiten, Eitelkeiten und Unzulänglichkeiten der Menschen und mache daraus Humor, der Generationen verbindet.

Steinberger selbst gibt sich bei solchen Würdigungen gewohnt zurückhaltend. Stolz liege ihm fern, sagte er sinngemäß. Er sei vielmehr dankbar dafür, dass seine Leistung anerkannt werde.

Ein goldener Stern für Steinberger

Als äußeres Zeichen dieser Anerkennung überreichte Mack seinem Ehrengast einen goldenen Stern. Gestaltet wurde das Kunstwerk vom international bekannten Künstler Ottmar Hörl, der dem Europa-Park anlässlich seines 50-jährigen Bestehens ein besonderes Zeichen geschaffen hat.

International renommierter Künstler Ottmar Hörl auch in Weiden gewirkt

Für die nördliche Oberpfalz besitzt dieser Stern eine kleine, bemerkenswerte Nebenverbindung: Hörl ist auch in Weiden kein Unbekannter. Zum 200-jährigen Bestehen der damaligen Sparkasse Oberpfalz Nord hatte der Künstler die Max-Reger-Figuren geschaffen und diese in der Max-Reger-Stadt persönlich präsentiert. Nun findet sich seine Kunst – in Form des goldenen Sterns – auch in Verbindung mit Emil Steinberger und dem Europa-Park wieder.

Detailverliebtheit

Dass Emil Steinberger auch bei der Eröffnung des „Emil-Hüüsli“ nicht einfach nur zurückblickte, sondern seine Umgebung aufmerksam beobachtete, zeigte sich schnell. Besonders angetan hatte es ihm die Detailverliebtheit des Europa-Parks und die Schweizer Bobbahn. 

Schienennetz mit Looping für die Deutsche Bahn

Dabei kam Steinberger auf ein Thema, das für seine Art des Humors wie geschaffen scheint: die deutsche Eisenbahn. Er hinterfragte, ob denn der Europa-Park nicht endlich den Auftrag erhalten habe, das gesamte deutsche Schienennetz neu zu bauen. Seine eigene Variante des Projekts hatte er gleich parat: ein Schienennetz, auf dem alle zehn Kilometer ein Looping eingebaut werde. „Bei Personenzügen wär diese Idee ganz gut“, scherzte der Kabarettist. Ob das allerdings auch mit Güterzügen funktionieren würde, ließ er offen.

Kultfigur

Es ist genau diese Mischung aus genauer Beobachtung und scheinbarer Naivität, die Steinbergers Humor seit Jahrzehnten auszeichnet. Er nimmt den Alltag ernst aber nicht zu ernst. Und am Ende erkennt sich das Publikum häufig selbst in seinen Figuren wieder. Was in den 1970er-Jahren für viele Deutsche Otto Waalkes oder Dieter Hallervorden waren, war in der Schweiz Emil Steinberger. Seine Bühnenfigur „Emil“ wurde zur Kultfigur. Mit feiner Ironie, spitzbübischem Humor und den Marotten des ganz normalen Menschen brachte er Generationen zum Lachen.

Omnipräsente Sketche

Auch in Deutschland war Emil omnipräsent. Sketche wie „Der Kinderwagen“ oder „Die Polizeihauptwache“ gehören zum kollektiven Gedächtnis des deutschsprachigen Kabaretts. Große Bekanntheit erlangte Steinberger zudem durch den Spielfilm „Die Schweizermacher“, in dem er eine der beiden Hauptrollen spielte.

Humor wirkt über Grenzen und Jahrzehnte hinweg

Sein Humor funktioniert dabei über Grenzen und Jahrzehnte hinweg. Bürokratie, Integration, Identität und der Umgang der Menschen miteinander sind Themen, die auch heute noch vertraut wirken.

Hommage

Steinberger selbst beschreibt sein Erfolgsrezept schlicht: Er habe immer die Menschen so gezeigt, wie sie sind. „Und damit lachen wir über uns selbst.“ Die Hommage im Europa-Park beschränkt sich deshalb nicht auf das „Emil-Hüüsli“. Im Märchenwaldkino werden mehrmals täglich unter dem Titel „Zwölf Minuten Lachen mit Emil“ ausgewählte Klassiker des Kabarettisten gezeigt. Im Schweizer Dialekt und auf Hochdeutsch.

Mehr Emil geht kaum

Damit soll auch eine jüngere Generation den Künstler kennenlernen, dessen Figuren und Pointen längst Teil der deutschsprachigen Kulturgeschichte geworden sind. Und wie beurteilt Emil Steinberger selbst seine besondere Würdigung im Europa-Park? Auf seinen Lieblingsspruch angesprochen, fällt die Antwort denkbar knapp aus: „Es war schön.“ Mehr Emil geht kaum.