Eslarn: Humorvolles Starkbierfest mit deftiger Kost

Eslarn: Humorvolles Starkbierfest mit deftiger Kost
In der Eventhalle „Alte Turnhalle“ wurde geklatscht, gelacht und politisch „abgerechnet“ – natürlich alles streng im Dienste der Brauchtumspflege. Die Freiwillige Feuerwehr Eslarn rückte zu ihrem wohl angenehmsten Sondereinsatz des Jahres aus. Statt Martinshorn gab es Märsche, statt Löschwasser süffiges Starkbier – freundlich bereitgestellt von der Rhaner Brauerei. Gemeinsam mit der Blaskapelle „Schlossberger“ wurde die Starkbiersaison standesgemäß eingeläutet. Besonders die Werke von Ernst Mosch ließen die Herzen der Blasmusikfreunde höherschlagen – und so manches Bierglas im Takt mitschwingen.
Deftige Brotzeiten und heißer Einsatz der Feuerwehr
Während die Musikanten aufspielten, bewiesen 25 Feuerwehrfrauen und -männer, dass sie nicht nur Brände, sondern auch Hunger löschen können. Brotzeitplatten, Fisch- und Lachssemmeln, Wiener und Käsewürstchen – wer hier hungrig blieb, war selbst schuld. Im Barzelt sorgten flinke Barkeeper dafür, dass niemand auf dem Trockenen saß. Ein wahrlich heißer Einsatz – allerdings mit deutlich angenehmerer Hitze als sonst.
Ein Garant für Lachsalven war einmal mehr die „Islouer Feierwehrkapelln“, die bereits zum 15. Mal die Bühne enterte. Kommandant und Reimschmied Fabian Wild hatte wieder tief in die Verskiste gegriffen. Frei nach dem Motto: „In Eslarn kurz vorm End der Welt, hat die Feuerwehr uns einbestellt, diesen Abend mit deftigen Gedichten und Musik zu Grunde zu richten.“ Dabei nahm Wild kein Blatt vor den Mund – aber stets mit einem Augenzwinkern.
Politische Spitzen gegen Bürgermeisterkandidaten
Ins humoristische Kreuzfeuer gerieten die Bürgermeisterkandidaten Thomas Kleber (CSU), Bernd Reil (FW), Georg Zierer (SPD) und Werner Schmid (AfD) – Letzterer abwesend, aber keineswegs verschont. Wild servierte ihnen „deftige Kost“ in Versform und ließ charmant durchblicken: Geeignet seien am Ende natürlich alle. Sicherheitshalber stellte er jedoch gleich acht Alternativkandidaten aus den eigenen Reihen vor – absolute Mehrheit quasi garantiert. Mit schelmischem Blick verglich er mögliche Wahlgänge in Eslarn mit Kanzlerwahlen (zwei Wahlgänge) oder Papstwahlen (vier) und fragte in die Runde, wie viele Durchgänge es wohl in Eslarn brauche. Das Publikum quittierte die politischen Spitzen mit kräftigem Applaus und herzhaftem Gelächter – so schmeckt Demokratie mit Starkbier.
Auch Lokalthemen blieben nicht verschont: Das neue Feuerwehrhaus als „finanzielle Augenweide“, das nicht ganz so heimische Festbier beim Heimatfest oder das marode Stahlziererhaus neben dem Rathaus – alles bekam sein Fett weg. Selbst die Umlage der Kläranlage wurde poetisch verarbeitet, als Wild einen „schönen stillen Ort“ beschrieb, wo mit Schuss gearbeitet werde und der „Dreck“ seinen Lauf nehme.
Prominente Gäste und Abschied nach 24 Amtsjahren
Unter den Gästen fanden sich neben zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern auch die Kreisräte Albert Gollwitzer (FW) und Alexander Zimmermann (AfD) sowie die Feuerwehrführung mit Kreisbrandrat Marco Saller und Kreisbrandinspektor Martin Weig. Bürgermeister Reiner Gäbl war zwar nicht anwesend, wurde aber nach 24 Amtsjahren würdig und mit einem Augenzwinkern verabschiedet.
Für eine letzte Pointe sorgte Wild mit der Ankündigung, die Feierwehrkapelln werde womöglich ins fränkische Veitshöchheim „abgeworben“ und bald im Fernsehen auftreten. Ob das Starkbierfest damit einen künftigen TV-Star verliert, blieb offen – die Hoffnung auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr allerdings auch. Fest steht: Wenn Feuerwehr, Schlossbergkapelle und Feierwehrkapelln gemeinsam anrücken, brennt zwar nichts an – aber die Stimmung lodert lichterloh. Das Eslarner Starkbierfest bleibt damit ein gesellschaftlicher Höhepunkt, bei dem nicht nur das Bier stark ist, sondern auch Humor und Zusammenhalt.









