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Fachtagung beleuchtet Folgen sexueller Gewalt in Familien in Schwandorf

Schwandorf. Im Landratsamt fand eine Fachtagung des Arbeitskreises gegen sexuellen Missbrauch zu Gewalterfahrungen im Familiensystem statt. Der Saal war voll; Fachkräfte suchten Wissen, Referentin war Evelyn Schätzler.

Schwandorf. Im Landratsamt fand eine Fachtagung des Arbeitskreises gegen sexuellen Missbrauch zu Gewalterfahrungen im Familiensystem statt. Der Saal war voll; Fachkräfte suchten Wissen, Referentin war Evelyn Schätzler.
Die Mitglieder des Arbeitskreises mit Arbeitskreisleiterin Helga Forster, Referentin Evelyn Schätzler und Landrat Thomas Ebeling (von rechts). Foto: Manuela Strukletz

Fachtagung beleuchtet Folgen sexueller Gewalt in Familien in Schwandorf

Der Sitzungssaal des Landratsamtes war bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Fachtagung „Wie wirken sich sexuelle Gewalterfahrungen auf das Familiensystem aus?“ stattfand. Veranstaltet wurde sie vom Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch im Landkreis Schwandorf. Die große Resonanz freute die Gleichstellungsbeauftragte und Koordinatorin des Arbeitskreises, Helga Forster. Die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit im Landkreis sowie weitere Fachkräfte aus Einrichtungen der gesamten Oberpfalz zeigten: „Wie wichtig dieses Thema ist und wie groß der Informationsbedarf bei den Fachkräften ist“, betonte Forster.

Hohe Resonanz bei Fachtagung in Schwandorf

Landrat Thomas Ebeling begrüßte die Teilnehmenden und dankte dem Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch, der seit 1993 besteht und Beratungs- und Hilfseinrichtungen, staatliche Stellen sowie Jugendsozialarbeiterinnen und Jugendsozialarbeiter an Schulen im Landkreis Schwandorf vereint, für seine kontinuierliche Arbeit seit über 30 Jahren.

Expertin beleuchtet Folgen sexueller Gewalt in Familien

Als Referentin konnte die erfahrene Diplom-Psychologin sowie systemische Paar- und Familientherapeutin Evelyn Schätzler aus Regensburg gewonnen werden. Sie machte deutlich, dass Kinder und Jugendliche in erschreckendem Ausmaß physischer und sexueller Gewalt ausgesetzt seien. Besonders gravierend seien die Folgen, wenn die Übergriffe innerhalb der Familie und durch Vertrauenspersonen – im schlimmsten Fall durch die eigenen Eltern – erfolgen. „Grundwissen über die Auswirkungen solcher Traumatisierungen ist für alle helfenden Berufsgruppen unverzichtbar“, so die Referentin.

Systemische Perspektiven und Interventionsansätze

Im Mittelpunkt des Vortrags standen systemische Sichtweisen und Interventionsansätze im Umgang mit sexueller Gewalt innerhalb der Familie. Dabei wurde deutlich, dass Missbrauchserfahrungen niemals nur einzelne Betroffene betreffen, sondern Auswirkungen auf das gesamte Familiensystem und das Miteinander aller Familienmitglieder haben.

Ressourcen stärken und transgenerationale Muster verstehen

Anhand von Beispielen aus ihrer therapeutischen Praxis verdeutlichte die erfahrene Referentin die Bedeutung familiärer Ressourcen sowie den Blick auf vorhandene und entwicklungsfähige Lösungsstrategien. Ausführlich ging sie zudem auf das transgenerationale Phänomen ein. Darunter versteht man die Weitergabe von Einstellungen, Verhaltensmustern und Erfahrungen von einer Generation an die nächste.

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