Familiengottesdienst in Eslarn feiert Schöpfung und Dankbarkeit
Familiengottesdienst in Eslarn feiert Schöpfung und Dankbarkeit
Mit einem festlichen Familiengottesdienst feierte die Pfarreiengemeinschaft Eslarn-Moosbach in der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ das Erntedankfest. Im Mittelpunkt der Messfeier standen die Dankbarkeit für die Gaben der Schöpfung, die Wertschätzung der natürlichen Ressourcen und der Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi. Der Sonnengesang ist ein Gebet, das Franz von Assisi im 13. Jahrhundert verfasste und mit dem er die Schönheit der Schöpfung Gottes anpries.
Erntedankaltar zeigt Fülle der Natur in Eslarn
Bereits zu Beginn der Messfeier zog der reichlich geschmückte Erntedankaltar die Blicke der Gottesdienstbesucher auf sich. Zahlreiche landwirtschaftliche Ernteerzeugnisse und Produkte aus Gärten machten die Vielfalt der Natur sichtbar. Auch ein großer gespendeter Laib Brot mit der Aufschrift „Erntedank“, gebacken von Sonja Hummel von der Wellnhofer Bäckerei in Winklarn, fand seinen Platz am Altar. Eine besondere Ergänzung waren die frischen „Schwammerl“, die Klaus Härtl am Tag zuvor im Wald gesammelt hatte. Auch ein Sechsertragerl mit „Islouer Kommune“ und ein erlesener Wein waren unter den Gaben zu finden. Für die farbenfrohe und abwechslungsreiche Gestaltung des Erntedankaltars hatten Barbara Pöllmann, Agnes Härtl und Klaus Härtl gesorgt. So wurde der Altar zu einem sichtbaren Zeichen für die Fülle und Vielfalt der Schöpfung.
Kirchenchor und Kinder gestalten den Familiengottesdienst
Musikalisch eröffnet wurde der Gottesdienst mit dem Lied „Gott gab uns Atem“, das der Kirchenchor unter der Leitung von Organistin Martina Brenner gestaltete. Die Begrüßung übernahm Pfarrvikar Dr. Basil Bazir Ngwega. Mit ihm feierten Gemeindereferent Benedikt Eckert sowie zahlreiche Familien und Kinder den Gottesdienst. Gemeindereferent Benedikt Eckert hatte gemeinsam mit Christina Wagner den Ablauf der Familienmesse mit den Kindern vorbereitet und eingeübt.
Zu Beginn des Gottesdienstes wurde daran erinnert, dass Jesus den Menschen ein Leben in Fülle geschenkt hat. Pfarrvikar Basil betete: „Herr Jesus Christus, du möchtest, dass wir genug zum Leben und genug zu essen und zu trinken haben. Herr Jesus Christus, wir dürfen dankbar sein und uns darüber freuen. Herr, erbarme dich.“
Evangelium vom Wachsen der Saat
Im Anschluss wurde das Evangelium vom Wachsen der Saat verkündet. Darin wird das Reich Gottes mit einem Mann verglichen, der Samen auf seinen Acker sät. Während der Mensch schläft und wieder aufsteht, keimt und wächst die Saat – zuerst der Halm, dann die Ähre und schließlich das volle Korn. Wenn die Frucht reif ist, beginnt die Zeit der Ernte.
Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi im Mittelpunkt
Ein weiterer Schwerpunkt des Familiengottesdienstes war der heilige Franz von Assisi, dessen 800. Todestag im Mittelpunkt der Feier stand. Vor dem Altar war dazu eine Tafel mit einem Bild des Heiligen aufgestellt. Seine tiefe Verbundenheit mit der Schöpfung brachte er in seinem berühmten „Sonnengesang“ zum Ausdruck. Darin dankt Franziskus Gott für die Sonne, den Mond, die Sterne, die Luft, den Wind, das Wasser und die Erde. Er bezeichnet diese Elemente der Schöpfung als seine Geschwister und die Erde als seine Mutter.
Im Familiengottesdienst machten sich auch die Kinder auf die Spur des Sonnengesangs. Nach und nach kamen sie mit Bildern zum Altar und trugen ihre vorbereiteten Texte vor. Zunächst ging es um die Sonne. Franziskus nennt sie seine Schwester, weil sie hell und schön ist und Licht und Wärme schenkt. Auch die Kinder dankten für die Sonne, ohne die das Leben auf der Erde nicht möglich wäre und die das Wachstum der Pflanzen ermöglicht.
Anschließend standen Mond und Sterne im Mittelpunkt. Sie leuchten in der Nacht, begleiten die Menschen durch die Dunkelheit und erinnern daran, dass niemand allein ist. Die Kinder dankten für diese Zeichen der Schöpfung und dafür, dass sie den Menschen die Größe und Schönheit Gottes vor Augen führen.
Weiter ging es mit Luft, Wind und Wolken. Luft ist für den Menschen lebensnotwendig, auch wenn sie nicht zu sehen ist. Der Wind bewegt die Bäume und lässt die Menschen die Kraft der Schöpfung spüren. Auch dafür brachten die Kinder ihren Dank zum Ausdruck.
Das Wasser wurde als kostbare und lebensnotwendige Gabe betrachtet. Menschen, Tiere und Pflanzen brauchen sauberes Wasser zum Leben. Die Kinder erinnerten daran, dass Wasser für die gesamte Schöpfung unverzichtbar ist.
Zum Abschluss wurde die Erde betrachtet. Franziskus nennt sie seine Mutter, denn sie trägt und ernährt die Menschen. Auf ihr wachsen Blumen, Kräuter, Getreide und Früchte. Sie bietet Lebensraum für Menschen und Tiere und schenkt Nahrung. Die von den Kindern vorgestellten Symbole wurden anschließend an einer Pinnwand befestigt. So entstand Schritt für Schritt ein buntes Bild des Sonnengesangs und der Schöpfung.
Vaterunser und Segen: Kinder im Mittelpunkt
Ein besonderer Moment der Familienmesse war das gemeinsame Beten des Vaterunsers. Die Kinder versammelten sich dazu rund um den Altar. Zum Abschluss des Gottesdienstes spendete Pfarrvikar Basil den Segen. Gesegnet wurden nicht nur die anwesenden Gläubigen, sondern auch der festlich geschmückte Erntedankaltar sowie die von den Kindern mitgebrachten Erntedankkörbchen.
Der Erntedankgottesdienst machte deutlich, wie reich und vielfältig die Gaben der Natur sind und wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit ihnen ist. Gerade für die Landwirte und Hobbygärtner ist der Herbst eine besondere Zeit: Die Ernte wird eingebracht, zugleich beginnt bereits die Vorbereitung auf das kommende Jahr. Der Oktober zeigt dabei noch einmal die ganze Fülle der Schöpfung, bevor die kargeren Wintermonate beginnen.
Auch in den folgenden Tagen wurde das Thema Erntedank weiter aufgegriffen. Der Kindergarten beschäftigte sich gemeinsam mit den Erzieherinnen ebenso mit den vielfältigen Ernteerzeugnissen wie die Schulklassen der Grundschule mit ihren Klassenleiterinnen. Dabei wird den Kindern vermittelt, dass die Natur ein großes Geschenk ist, das es zu entdecken, zu achten und zu bewahren gilt. Denn: „Die Natur ist das große Bilderbuch, das der liebe Gott aufgeschlagen hat.“
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