Forum Frühe Hilfen stellt Krisendienste in Amberg-Sulzbach vor

Forum Frühe Hilfen stellt Krisendienste in Amberg-Sulzbach vor
Zum 30. Forum Frühe Hilfen luden die Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi) des Landkreises Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg am Mittwoch, 14. Oktober 2026, ins Landratsamt Amberg-Sulzbach ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Thema „Die Arbeit der Krisendienste Bayern – Vorstellung der Arbeitsweise“. Als Referentin gab Katjenka Wild, fachliche Leitung der Leitstelle Oberpfalz der Krisendienste Bayern, den anwesenden Fachkräften einen Einblick in die Aufgaben, Arbeitsweisen und Unterstützungsangebote des Krisendienstes.
Krisendienste Bayern im Fokus des 30. Forums Frühe Hilfen
Zu Beginn begrüßte Kreisjugendamtsleiter Thomas Schieder die Teilnehmenden und bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen der KoKi des Landkreises und der Stadt Amberg für die Organisation des Forums sowie für ihre wichtige Arbeit. Die KoKis seien aus der regionalen Unterstützungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Seit mehr als 15 Jahren leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Familien vor Ort und zur Vernetzung verschiedener Fachstellen.
Schnelle Hilfe in psychischen und psychosozialen Krisen
Mit den Krisendiensten Bayern stellte sich beim Herbstforum ein Angebot vor, das Menschen in schwierigen Lebenssituationen rund um die Uhr zur Seite steht. Der Krisendienst ist bayernweit unter einer einheitlichen Telefonnummer erreichbar und steht allen Menschen offen, die sich in einer psychischen oder psychosozialen Krise befinden. Auch Angehörige, Freunde, Bezugspersonen sowie Beratungsstellen und andere Fachkräfte können sich an die Leitstelle wenden. Die Beratung ist kostenfrei und auf Wunsch anonym.
„Menschen in Krisen brauchen Halt. Sie müssen gesehen und ernst genommen werden“, machte Katjenka Wild deutlich. Oft könne bereits ein entlastendes Gespräch helfen, eine schwierige Situation besser einzuordnen und erste Schritte zur Bewältigung zu finden. Die Arbeit des Krisendienstes konzentriere sich auf die unmittelbare Krisenintervention. Dabei greife das Angebot auf ein umfangreiches Netzwerk weiterer Hilfs- und Unterstützungsangebote zurück.
Multiprofessionelles Team
Die Leitstelle Oberpfalz verfügt über 15 geschulte Mitarbeitende für den Telefondienst sowie über rund 60 Mitarbeitende für mobile Einsätze. Das multiprofessionelle Team setzt sich unter anderem aus Psychologinnen und Psychologen, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie Fachpflegekräften für Psychiatrie zusammen. Es berät, informiert und unterstützt Betroffene ebenso wie deren Angehörige und das soziale Umfeld. Wenn eine telefonische Beratung nicht ausreicht, können bei Bedarf persönliche Kriseninterventionen vor Ort erfolgen.
Auch für Fachkräfte ist der Krisendienst eine wichtige Anlaufstelle. Wenn sich beispielsweise eine betreute Familie in einer akuten Belastungssituation befindet, können sich Fachkräfte beraten lassen und konkrete Hinweise zum weiteren Vorgehen erhalten.
Vielfältige Gründe für Hilfesuche
In ihrem Vortrag erläuterte Katjenka Wild, mit welchen Anliegen sich Menschen an den Krisendienst wenden. Dazu zählen häufig psychische Erkrankungen oder Probleme im sozialen Umfeld. Ein besonders sensibles Thema sind Suizidgedanken und die Angst, sich nicht mehr ausreichend davon distanzieren zu können. Darüber hinaus wenden sich Angehörige suizidgefährdeter oder psychisch erkrankter Menschen an die Leitstelle, wenn sie mit der Situation überfordert sind und nach Wegen suchen, damit umzugehen. Auch ältere Menschen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen unter Einsamkeit leiden, gehören zu den Hilfesuchenden.
Mehr als 8.000 Telefonkontakte in der Oberpfalz
Wie groß der Bedarf an diesem Angebot ist, zeigen die Zahlen des Jahresberichts 2025. Die Leitstelle Oberpfalz verzeichnete im vergangenen Jahr insgesamt 8.049 Telefonkontakte sowie 95 persönliche Kriseninterventionen. Damit stieg die Zahl der Telefonkontakte gegenüber dem Vorjahr mit 6.516 Gesprächen um 1.533. Die durchschnittliche Dauer eines Telefonats betrug knapp 18 Minuten. Zusätzlich wurden 4.862 Anrufversuche registriert, bei denen kein Gespräch zustande kam, beispielsweise weil Anrufende direkt auflegten oder keine Nachricht hinterließen. Im Durchschnitt wurde die Leitstelle damit rund 36-mal täglich kontaktiert. Die meisten Gespräche fanden an Werktagen zwischen 12 und 15 Uhr statt.
Auch bei den persönlichen Kriseninterventionen zeigte sich ein Anstieg: Ihre Zahl erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 28,4 Prozent. Die meisten Einsätze entfielen auf den Landkreis Regensburg (22,6 Prozent) und den Landkreis Schwandorf (21,4 Prozent). Weitere Einsatzorte waren die Stadt Regensburg, der Landkreis Cham sowie die Landkreise Neumarkt in der Oberpfalz und Tirschenreuth. Insgesamt beantworteten die Krisendienste Bayern im vergangenen Jahr rund 100.000 Anrufe.
Wichtiger Partner für Fachkräfte und Familien
Die vorgestellten Zahlen und Fallbeispiele machten deutlich, wie wichtig eine niedrigschwellige, jederzeit erreichbare Anlaufstelle für Menschen in akuten Krisen ist. Der Krisendienst bietet Betroffenen eine erste Entlastung und Orientierung und unterstützt sie dabei, die aktuelle Situation besser zu bewältigen. Gleichzeitig stärkt er Angehörige und Fachkräfte, die Menschen in schwierigen Lebenslagen begleiten.
Kontakt zum Krisendienst Bayern
Die Krisendienste Bayern sind rund um die Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 655 3000 erreichbar. Das Angebot richtet sich an Betroffene, Angehörige, Bezugspersonen und Fachkräfte in ganz Bayern.
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