Geflügelzuchtverein feiert 100 Jahre in Schnaittenbach
Geflügelzuchtverein feiert 100 Jahre in Schnaittenbach
Geflügelzucht ist mehr als ein Hobby. Als vor 100 Jahren der Geflügelzuchtverein gegründet wurde, hatten sich hier Menschen zusammengefunden, die eine gemeinsame Idee verband: Die Liebe zu ihren Tieren, der Wunsch nach Austausch und die Freude daran, Wissen weiterzugeben. Diese Idee hat Generationen getragen – und sie trägt bis heute.
Jubiläumsfeier des Geflügelzuchtvereins Schnaittenbach-Hirschau
So konnte der Geflügelzuchtverein Schnaittenbach-Hirschau am Sonntag beim Vereinsheim und dem jetzigen Festplatz sein 100-jähriges Gründungsjubiläum feiern. 100 Jahre, so Vorsitzender Gerhard Heindl, bedeuten unzählige Ausstellungen, Zuchterfolge, Lehrabende, Versammlungen, aber natürlich auch Feste und Begegnungen.
Er dankte allen, die den Verein geprägt haben – den Gründern, den langjährigen Mitgliedern, den Züchtern, den Unterstützern, den Familien, die hinter den Aktiven stehen und natürlich den vielen Helfern, die oft im Hintergrund wirken. Er gab das Versprechen, die Freude an der Geflügelzucht auch in Zukunft weiterzutragen. Am Jubiläum beteiligten sich viele Vereine aus den beiden Städten und viele Geflügelzuchtvereine aus der Region.
Erinnerungen des Schirmherrn an frühere Gockerlfeste
Schirmherr Reinhold Strobl, der schon seit über 60 Jahren Mitglied des Geflügelzuchtvereins ist, erinnerte sich in seinem Grußwort an seine Kindheit, als man lange vor dem Gockerlfest schon auf die Anlieferung der Tische und Bänke wartete, um damit Burgen zu bauen, bis sie von Alfons Heindl in die Schranken gewiesen wurden. Die Tierverlosung sei immer der Höhepunkt der Veranstaltung gewesen. Heute könne man sich das nicht mehr vorstellen. Zumindest ein Platzregen habe immer zum Gockerlfest gehört. Kaum hatte es aufgehört zu regnen, seien die Gäste wieder da gewesen.
Landrat Richard Reisinger bezeichnete ein ganzes Jahrhundert als ein beeindruckendes Zeichen für Beständigkeit, Leidenschaft und starke Verbundenheit mit unserer Heimat. Hirschaus neue Bürgermeisterin Beate Dietrich, die am gleichen Tag Geburtstag hatte, wies darauf hin, dass ein Verein nicht von selbst lebt. Er lebt von Menschen, die sich mit Herzblut einbringen.
Wertschätzung aus Politik und Kommune
Der Geflügelzuchtverein, so Schnaittenbachs Bürgermeister Marcus Eichenmüller, sei nicht nur ein Ort der Geflügelzucht, sondern ein Ort der Begegnung, der Freundschaft und des Zusammenhalts. Willibald Roauer, Bezirksvorsitzender der Oberpfälzer Rassegeflügelzüchter, erinnerte daran, dass sich im Wandel der Zeit natürlich der Zweck der Zucht verändert habe. Er lobte den Verein vor allem auch für seine Jugendarbeit.
Natürlich gehört bei einem Fest wie dem Gockerlfest neben einer Fischbraterei und einem Grillstand eine Hendlbraterei dazu. Diese Stände waren bis in den Abend hinein stark begehrt. Auch für Kaffee und Kuchen war gesorgt. Vermissten in früheren Jahren manche Besucher das Flair des Gockerlfestes auf der Hoid, so mausert sich der jetzige Festplatz mit seinen schattenspendenden Bäumen immer mehr zu einem Festplatz, auf dem man gut feiern kann. Während die Eltern feierten, konnten die Kinder sich auf einer Riesenhüpfburg austoben.
Kulinarik und Familienprogramm beim Gockerlfest
Unter der Redaktion von Wolfgang Freitag und Roland Lindner wurde auch eine Festschrift herausgebracht. Daraus einige wichtige Jahreszahlen:
Am 15. August 1926 fanden sich 18 Geflügelfreunde in der Bahnhofswirtschaft (Werl) in Schnaittenbach und gründeten den Geflügelzuchtverein Schnaittenbach. Die Vorstandschaft: Heindl Alfons, Graf Ludwig, Graf Wolfgang, Schmid Jakob, Kausler Johann. Im März 1928 kamen die ersten Mitglieder aus Hirschau dazu. Am 17. Februar 1929 wurde in Hirschau in der Schlossbrauerei die erste Geflügelausstellung durchgeführt. 1930 wurde das erste Waldfest, das heutige Gockerlfest, abgehalten.
Meilensteine seit der Gründung 1926
1935 wurde eine Jugendgruppe mit 20 Mitgliedern gegründet. Leitung: Michl Heindl. Im Dezember 1970 erklärte Alfons Heindl kurz vor seinem 70. Geburtstag und nach fast 43-jähriger Vorstandstätigkeit aus Alters- und gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt. 1994: Das traditionelle „Gockerlfest auf der Hoid“ konnte nicht mehr auf dem Festplatz auf der Hoid abgehalten werden. Seitdem findet das Gockerlfest beim Vereinsheim am Forst statt. Am 8. Juli 2001: Einweihung der Erwin-Singer-Halle in Schnaittenbach beim Naturbad. 2017: Vorstand Erwin Singer kandidierte nach 38 Jahren nicht mehr als Vorsitzender. Als sein Nachfolger wurde Gerhard Heindl gewählt.
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