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Heimatpflegebund erinnert auch an NS-Zeit in Pressath

Pressath. Der Heimatpflegebund mit 232 Mitgliedern blickt in der Hauptversammlung auf ein starkes Jahr im Haus der Heimat und plant neue Ausstellungen. Museumssaison ab 12. April, Vortrag am 20. April, Sanierung geplant.

Pressath. Der Heimatpflegebund mit 232 Mitgliedern blickt in der Hauptversammlung auf ein starkes Jahr im Haus der Heimat und plant neue Ausstellungen. Museumssaison ab 12. April, Vortrag am 20. April, Sanierung geplant.
Das gemeinsame Interesse von Verein und Stadt, auch die Erinnerung an NS-Zeit und Kriege im Gedächtnis der Pressather wach zu halten, betonten Heimatpflegebundvorsitzender Eckhard Bodner (links) und der scheidende Bürgermeister Bernhard Stangl. Foto: Bernhard Piegsa

Heimatpflegebund erinnert auch an NS-Zeit in Pressath

Geschichte wird in Pressath großgeschrieben: Den besten Beweis liefert der Heimatpflegebund, der mit 232 Mitgliedern zu den größten Vereinen der Haidenaabstadt zählt. Herzstück der Vereinsarbeit war auch im Vorjahr das „Haus der Heimat“, wie Vorsitzender Eckhard Bodner und Museumsleiterin Barbara Zankl bei der Hauptversammlung im Gasthaus Heining berichteten.

Ausstellungen, Ferienprogramm und Fest im Klostergarten

Als „großer Erfolg“, so Bodner, sei die Ausstellung „Krügelmacher in Pressath“ über das Krügelmacherhandwerk im 19. Jahrhundert in Erinnerung geblieben. Viele der Besucher hätten sich auch für den gut 200 Jahre alten „Prunkofen“ interessiert, der vermutlich der letzte seiner Art und damit wohl ein Unikat sei. Das Museum sei außerdem Schauplatz einer Ferienprogramm-„Schnitzeljagd“ für Kinder gewesen. Den letztjährigen Museumsfrühschoppen habe man aus organisatorischen Gründen absagen müssen. Heuer am 19. Juli solle es aber wieder ein Fest im Klostergarten geben.

Viel Beachtung hätten die Vorträge von Anthony Rowley über die regionale Mundart und von Wolfgang Janka über die Ortsnamen des Kulmgebiets gefunden. Neben der Krügelmacherausstellung werde man heuer zwei weitere Sonderschauen über den stadtgeschichtlich ergiebigen Nachlass von Manfred Oberndorfer („Dammer“) und das 40-Jahr-Jubiläum des Kulturkreises zeigen sowie einen Ferienprogramm-Kindermalkurs anbieten, kündigten Bodner und Zankl an. Die „Museumssaison“ beginne am 12. April, dann werde im Haus der Heimat auch die „Kaffeestube“ öffnen. „Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben“ sei eine Ausstellung über das ehemalige Mädchenschulhaus und heutige Museum selbst, das im Vorjahr 125 Jahre alt geworden sei: „Wir holen das 2030 zum 130. ‚Geburtstag‘ nach.“ Dem eifrigen Museums-„Mittwochsteam“ um Barbara Zankl und Elisabeth Murr galt Bodners besonderer Dank.

Sanierung des Museums und Pläne für ein Kulturhaus

Den Stadtverantwortlichen dankte der Vorsitzende für die Entscheidung zugunsten einer Fassaden- und Fenstersanierung des Museums, mit der die Stadt ab Herbst einen „Kraftakt“ auf sich nehme. Bürgermeister Bernhard Stangl hoffte, dass die neue Stadtführung auch das bereits angebahnte Kulturhausprojekt am künftigen Stadtplatz weiterverfolgen werde. Das Kulturhaus könnte beispielsweise die Option eröffnen, die Stadt- und Pfarrbücherei um eine Abteilung für regionale Geschichte und Kultur zu erweitern, für die gegenwärtig der Platz fehle. Positiv vermerkte Stangl, dass der Verein der Neigung widerstehe, nur die „schönen Seiten der Stadtgeschichte“ zu dokumentieren, und in seiner Arbeit insbesondere die Zeit des Nationalsozialismus nicht ausspare: „In Pressath, sogar in unserem Rathaus, erinnert noch viel an diese Zeit, und auch einige Pressather wurden in Konzentrationslagern inhaftiert.“ Daran zu erinnern sei mehr denn je eine wichtige aufklärerische Aufgabe, mahnte der scheidende Rathauschef.

Mit seinem Aufruf renne Stangl „bei uns offene Türen ein“, entgegnete Eckhard Bodner: „Wir werden um diese Zeit keinen Bogen machen.“ Ein Beitrag hierzu sei Jörg Skriebeleits Vortrag am 20. April ab 19.30 Uhr im Pfarrsaal zum Thema „Fotografien aus dem Lagerkomplex Flossenbürg“. In Pressath sei leider wenig Quellenmaterial aus der NS-Zeit erhalten geblieben: „Eine Zeitzeugin hat von den ‚glühenden Öfen‘ im Rathaus berichtet, als man 1945 vor Kriegsende Akten verbrannte.“ In privater Hand habe aber das eine oder andere die Zeit überstanden.

Erinnerungskultur und Ehrungen langjähriger Mitglieder

Unterstützen wolle der Heimatpflegebund auch weiterhin Harald Dippels Anliegen einer Sanierung der Gefallenengedenkkapelle am Friedhof, deren Erhalt laut Bürgermeister Stangl auch der Stadt am Herzen liegt. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Andreas Anger, Bernhard Bauer, Alexander Hutzler und Anton Gottschalk geehrt.

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