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IG Metall in Amberg lässt sich nicht spalten

Amberg. Bei der IG-Metall-Delegiertenversammlung im ACC bekräftigten die Teilnehmenden: Wir lassen uns nicht spalten. Unter dem Motto „Sozial ist mehr wert“ fordern sie sichere Arbeit, starke Rente und bezahlbares Wohnen.

Amberg. Bei der IG-Metall-Delegiertenversammlung im ACC bekräftigten die Teilnehmenden: Wir lassen uns nicht spalten. Unter dem Motto „Sozial ist mehr wert“ fordern sie sichere Arbeit, starke Rente und bezahlbares Wohnen.
Foto: Wolfgang Berndt

IG Metall in Amberg lässt sich nicht spalten

„Wir lassen uns nicht spalten“, dies machten die Delegierten der IG Metall bei der Delegiertenversammlung der Verwaltungsstelle Amberg im ACC unmissverständlich deutlich. Unter dem Motto „Sozial ist mehr wert“ setzt sich die IG Metall für einen starken, zukunftsorientierten Staat ein. Darin waren sich die Delegierten einig, die von der zweiten Bevollmächtigten Sabrina Feige willkommen geheißen wurden. Bei einer Nachwahl wurde der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Siemens Healthineers Kemnath, Wolfgang Drechsler, in den Ortsvorstand der Verwaltungsstelle Amberg gewählt.

Mitgliederentwicklung und Betriebsratswahlen

Die unsichere wirtschaftliche Situation in einigen Betrieben und die damit verbundene soziale Schieflage in der Gesellschaft wirken sich auf die gewerkschaftliche Tätigkeit aus und erschweren die Mitgliedergewinnung, machte die zweite Bevollmächtigte Sabrina Feige darauf aufmerksam. Trotz der widrigen Umstände seien die Betriebsratswahlen erfolgreich verlaufen. So stelle nach der gegenwärtigen Auswertung die IG Metall zu 89 und zu 79 Prozent den Vorsitzenden beziehungsweise den Stellvertreter der Betriebsratsgremien. Bislang seien keine rechten, gegnerischen Listen angetreten, konstatierte Feige. Dem Ziel, den Mitgliederstand wieder zu erhöhen, dient das Projekt „Betriebliche Rückholaktion“, schilderte Astrid Makitte, die im Rahmen dieses Projekts beim Bezirk der IG Metall Bayern tätig ist. Vielen Mitgliedern sei oft nicht bekannt, welche Leistungen die IG Metall biete.

Sozialstaatsoffensive: Forderungen und Debatte in Betrieben

Mit der Sozialstaatsoffensive wolle die IG Metall die soziale Sicherheit stärken, den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern und den Herausforderungen des wirtschaftlichen Wandels gerecht werden, erläuterte Fachsekretär Matthias Scherr. Dabei gehe es um konkrete Forderungen wie sichere Arbeitsplätze, eine stabile und gerechte Rente, ein solidarisches Gesundheits- und Pflegesystem sowie mehr Investitionen in Bildung, Kitas und bezahlbares Wohnen. Diese Forderungen werde man von der Politik jedoch nicht geschenkt bekommen, sondern nur durch gemeinsames Handeln erreichen. „Lasst uns diese Themen deshalb zur Diskussion in den Betrieben machen“, forderte Scherr. Auch die diesjährigen Maikundgebungen wurden erfolgreich genutzt, um die soziale Frage verstärkt zu diskutieren, resümierte die Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes Amberg, Judith Uhlmann.

Kontroversen und Beschlüsse in Berlin

Von 400 Delegierten gehörten 142 der IG Metall an, berichtete Josef Bock, der für die IG Metall Amberg als Delegierter teilgenommen hatte. Mit dieser großen Teilnehmerzahl war man in der Lage, bei Abstimmungen über die Anträge entscheidend mit abzustimmen. Vier Tage lang wurde in Berlin über Tarifbindung, Industriepolitik, Sozialstaat, Mitbestimmung, öffentliche Daseinsvorsorge und Friedenspolitik diskutiert, schilderte Bock. Der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz sorgte für scharfe Kontroversen. Seine marktradikalen Vorstellungen zur Sozial- und Wirtschaftspolitik stießen bei vielen Delegierten auf deutlichen Widerspruch, der in Buhrufen zum Ausdruck kam. Mit Ja-Stimmen von über 90 Prozent wurde der bisherige Vorstand eindeutig bestätigt.

Gewerkschaftshaus Regensburg: Geschichte und Jubiläum

Unter dem Titel „Vom ‚Volkshaus Paradiesgarten‘ zum Gewerkschaftshaus Regensburg“ beschrieb der Regionsgeschäftsführer des DGB-Oberpfalz, Christian Dietl, die Geschichte dieses Hauses. Seit einem Jahrhundert organisieren Beschäftigte hier Widerstand gegen Ausbeutung, kämpfen für Mitbestimmung und verteidigen soziale Rechte. Dies galt für die Vergangenheit, aber auch für die Zukunft. Bei einem Festakt anlässlich des Jubiläums hat der DGB deutlich gemacht, dass die Geschichte dieses Hauses nicht abgeschlossen ist, sondern weitergeschrieben wird.

Zitat von Hans-Jürgen Urban

Wie grundlegend viele Delegierte die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verschiebungen einschätzen, zeigte ein vielzitierter Satz des geschäftsführenden IG Metall-Vorstandsmitglieds Hans-Jürgen Urban: „Wenn die Menschen wegen Personalabbau und Sozialangriffen wütend werden, dürfen wir ihnen diese Wut nicht ausreden. Im Gegenteil: Aus rechter Wut linken Mut zu machen, das ist die Herausforderung, vor der wir stehen.“

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