Kläranlage Kirchenthumbach: Wo drückt der Schuh?
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Kläranlage Kirchenthumbach: Wo drückt der Schuh?
Kirchenthumbach. 40 Jahre haben ihre Spuren an der Kläranlage hinterlassen. Wo gibt es Sanierungsbedarf?
Ein engagiertes Team um Klärwärter Torsten Goss und seinen Stellvertreter Jürgen Adelhardt macht in der Kirchenthumbacher Kläranlage im wahrsten Sinne “saubere” Arbeit. Nur Schmutzwasser, das vollständig gereinigt ist, wird in die Thumbach geleitet. Dabei hat die Kläranlage die besten Jahre hinter sich. 40 Jahre gehen eben nicht spurlos an der Anlage vorbei.
Was muss in der Kläranlage Kirchenthumbach erneuert werden?
Die Förderschnecken laufen seit zwei Jahrzehnten nicht mehr und werden durch Pumpen ersetzt, der Fremdwasseranteil bereitet mitunter Probleme und auch sonst weiß Goss den Vertretern der SPD Ortsgruppe bei ihrem Besuch von anstehenden dringend notwendigen Modernisierungen zu berichten, die jetzt geprüft werden sollen. Ein großes Problem seien die zahlreich verbauten Pumpen. “Sie sind nicht nur wartungsintensiv, sondern auch im Unterhalt teuer, schließlich hat in den 1980er Jahren niemand auf den Energieverbrauch geachtet”, sagt Goss.
Feuchttücher sind Kläranlagen-Albtraum
Zu den technischen Problemen und den Energiekosten kommen Störungen, die der Verbraucher verursacht: “Leider landen immer mehr Abfälle im Einlaufbecken, die im Abwasser nichts zu suchen haben”, sagt Goss und nennt Beispiele wie Bratenreste, Knödel oder Feuchttücher.
Im Gegensatz zu Toilettenpapier lösen sich die Feuchttücher nicht faserig auf. Statt zu reißen, verfestigen sie sich und bleiben an den Rohren und in den Pumpen kleben, wo sie sich verdichten und zum Teil mit Schneidgeräten entfernt werden müssen.
Fremdwasseranteil gesenkt – doch noch immer zu hoch
Der hohe Fremdwasseranteil bereitet der Kirchenthumbacher Kläranlage seit Jahren Schwierigkeiten. Das Wasser dringt ungewollt in den Kanal ein und vermischt sich dort mit dem Schmutzwasser. Das ist zum Beispiel der Fall bei Grundwasser, das durch undichte Stellen in der Kanalisation kommt, unerlaubt über Fehlanschlüsse eingeleitetes Wasser sowie Oberflächenwasser, das durch Abdeckungen von Kanalschächten fließt. Zu Fremdwasser wird auch durch die Kanalisation abgeleitetes Bach- oder Drainagewasser gezählt.
“Zuletzt konnten wir den Anteil des Fremdwassers durch gezielte Maßnahmen von über 85 Prozent auf etwa 63 Prozent senken”, sagt Bürgermeister Jürgen Kürzinger. Den Auflagen des Wasserwirtschaftsamtes kommt Kirchenthumbach durch stetige Instandsetzungsmaßnahmen zwar näher, zum Beispiel mit kleineren und größeren Kanalsanierungen und dem Bau zweier Regenüberlaufbecken. Jedoch sind weitere Schritte notwendig.
Entsorgungskosten steigen
Immens gestiegen sind außerdem die Entsorgungskosten für Klärschlamm. Grund dafür sei die Bayerische Gülleverordnung: Der Schlamm wird nun in andere Bundesländer abgefahren. Entsorger lassen sich die Flut aus Bayern dementsprechend entlohnen.
In Kirchenthumbach wollen die Verantwortlichen der Kostensteigerung mit einer Einlagerung des Schlammes entgegenwirken, in der Hoffnung, dass die Preise sich in den kommenden Jahren normalisieren. “All diese Faktoren sind mit den Abwasserpreisen zu berücksichtigen, weshalb es wenig verwundert, dass der Markt die Preise laufend anpassen muss”, sagt Kürzinger.
Klärwärter Torsten Goss und Bürgermeister Jürgen Kürzinger versicherten, dass sie alles unternehmen wollen, um die Kosten der Bürger nicht überzustrapazieren. Kürzinger steht zudem im ständigen Kontakt mit den zuständigen Behörden, um gemeinsam an einer nachhaltigen Lösung zu arbeiten. Die Gemeinderäte bestätigten, dass die Sanierungskonzepte bereits laufen und Schritt für Schritt umgesetzt werden.
Bilder: Jürgen Masching




