Musikkapelle Dießfurt begeistert Regensburger Wallfahrer in Altötting
Musikkapelle Dießfurt begeistert Regensburger Wallfahrer in Altötting
Gastbeitrag von Birgit Plößner
Die Musikkapelle Dießfurt begleitete an Pfingstsamstag den Einzug der Regensburger Wallfahrer in Altötting. Viele Beteiligte erlebten den festlichen Einmarsch und die anschließende Messe in der St.-Anna-Basilika als besonderen Moment, der die Verbundenheit zwischen Pilgern und Musikern spürbar machte.
Tradition der Regensburger Wallfahrt und Motivation der Kapelle
Seit fast 200 Jahren pilgern Gläubige der Diözese Regensburg von Regensburg nach Altötting. Aus der nördlichen Oberpfalz schließen sich jedes Jahr Hunderte Menschen an, die nach drei Tagen und 111 Kilometern mit rund 5.000 Pilgern und Bischof Rudolf Voderholzer in der Basilika Gottesdienst feiern. Eine Musikerin aus Dießfurt hatte die Idee, sich um die musikalische Begleitung des Einzugs zu bewerben, nachdem sie dort schon als Teenager einmal mitgespielt hatte.
Viele Mitglieder der Kapelle engagieren sich kirchlich, daher verband der Verein den Auftritt mit einem Ausflug für Familien und den Förderverein „Freunde der Musik“. So entstand aus der Initiative heraus ein gemeinsames Projekt, das Musik und Wallfahrt bewusst zusammenführte.
Absprachen mit dem Pilgerführer und Probenarbeit
Für die Vorbereitung nahm die Kapelle Kontakt zu Pilgerführer Bernhard Meiler aus Oberwildenau auf. Auf die Anfrage antwortete er: „Freilich, des mach‘ mer“. Er organisiert die Wallfahrt seit Jahrzehnten mit großer Hingabe und stimmte den Ablauf des Gottesdienstes eng mit den Musikern ab. Gemeinsam mit Dirigent Jonas Schreml legte die Kapelle Liederfolge und Tempi fest, passte Noten an und probte gezielt für das Singen einer großen Menschenmenge.
Die intensive Vorarbeit zielte darauf ab, den Pilgerchor sicher zu tragen und zugleich eine klare musikalische Linie zu halten. Dabei achteten die Musikerinnen und Musiker besonders auf das Zusammenspiel mit der Orgel und die charakteristischen Marienlieder der Wallfahrt.
Anreise, Aufstellung und Einzug
Am Pfingstsamstag startete die „Musiker-Wallfahrt“ frühmorgens per Bus in Dießfurt. Die Organisation koordinierte Vorsitzende Sophia Weber, die Logistik und Abläufe im Vorfeld abstimmte. An der Herrenmühle am Ortseingang von Altötting begrüßte die Kapelle die ankommenden Wallfahrer mit einem Marienlied und erhielt dafür spontanen Applaus.
Die Musikerinnen und Musiker reihten sich anschließend in den Pilgerzug ein und zogen mit Marienliedern zum Kapellplatz. Vor der Gnadenkapelle präsentierten Verantwortliche die Schwarze Madonna, vor der sich die Pilger ehrfürchtig verneigten, ehe der Zug in die Basilika St. Anna weiterging. Für den musikalischen Einsatz bestieg die Kapelle zügig die zweiten Empore; nach kurzer Abstimmung mit der Organistin begann der Gottesdienst mit festgelegtem Vorspiel, definierter Strophenanzahl und klarer Liedfolge.
Gottesdienst in der Basilika und musikalische Höhepunkte
Der erst 24-jährige Dirigent Jonas Schreml führte die Musikkapelle konzentriert durch die Messfeier. Die Atmosphäre des Einzugs übertrug sich spürbar auf das Ensemble, das die Lieder mit sichtbarer Freude spielte. Beim Regensburger Papstlied „Wer glaubt ist nie allein“ spendeten Gläubige bereits während des Gottesdienstes Beifall.
Die verbindliche Vorbereitung zahlte sich im Zusammenspiel mit Chor und Orgel hörbar aus. So trug die Kapelle dazu bei, dass die bekannten Wallfahrtsgesänge getragen und gleichzeitig präzise erklangen.
Pfarrfest und Rückmeldungen der Pilger
Nach der Messe setzte die Musikkapelle Dießfurt den Tag beim Pfarrfest neben der Basilika fort und spielte Polkas, Märsche und Walzer. Einige Pilger tanzten, und viele Besucher nutzten die Gelegenheit, der Kapelle persönlich für die Gestaltung des Gottesdienstes zu danken.
Besondere Rückmeldungen galten den Signalen von Trompeter Werner Wolfbauer. Zudem spendierte Bischof Voderholzer den Musikern Freibier und dirigierte einen Marsch. Der dienstälteste Musiker Werner Wolfbauer fasste die Bedeutung des Auftritts so zusammen: „Ein Ritterschlag für eine Kapelle, wenn sie hier spielen darf.“ Die Musiker dankten Pilgerführer Bernhard Meiler ausdrücklich für die Möglichkeit, den Einzug der 197. Regensburger Diözesanwallfahrt musikalisch zu begleiten, und traten die Heimreise erfüllt vom Geist und der besonderen Stimmung der Wallfahrt an.
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