Kräuterlehrpfad Gänsmühle eröffnet in Trabitz

Kräuterlehrpfad Gänsmühle eröffnet in Trabitz
Für die einen ist es Unkraut, für die anderen „der Oberpfälzer Petersill“: Der Giersch zählt ebenso wie Malve und Königskerze, Eberesche und Kapuzinerkresse, die „Glückspflanze“ Gänsefingerkraut und sogar das unscheinbare Gänseblümchen zu den vielen heimlichen Stars für Küche und Krankenbett, die auf den Feld- und Waldfluren rund um den Rauhen Kulm wachsen. Der „Kräuterlehrpfad Gänsmühle“ bietet Naturfreunden jetzt eine weitere Gelegenheit, die Vielfalt der Oberpfälzer „Flora“ besser kennenzulernen.
Kräuterlehrpfad Gänsmühle: Heimische Kräuter am Rauhen Kulm entdecken
Zwei Jahre lang haben sie gemeinsam mit Ehemann Hermann an diesem Projekt geplant, verriet Liane Scharf bei der Eröffnungsfeier in der Gänsmühle. Das fachliche Rüstzeug verdanke sie ihrer landwirtschaftlichen Arbeit sowie Qualifikationen zur Kräuterführerin, zur Mentorin für Natur und Garten und zur Fachperson für „Traditionelle Europäische Heilkunde“ (TEH). Vor allem aber motivierten sie ihre praktischen Erfahrungen mit der Heilkraft der Natur, betonte Scharf und erwähnte als Beispiel die immer wieder beeindruckende Wundheilkraft des Spitzwegerichs.
Als „Reich der Schätze“ beschrieb auch Kräuterexpertin, Architektin und „Heimatentwicklerin“ Cornelia Müller in ihrem Grußwort die Pflanzenwelt im Land am Kulm. Der Kräuterlehrpfad rücke das Wissen um deren heilkundlichen Nutzen als elementaren Teil der Regionalkultur aufs Neue ins Blickfeld der Bevölkerung. Über das Eintreten der Familie Scharf für die „Traditionelle Europäische Heilkunde“, die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt sei, freute sich ebenfalls Theresia Harrer vom österreichischen „Verein TEH“, der den Lehrpfad zertifiziert hat.
Traditionelle Europäische Heilkunde und Regionalbudget 2025
Diese von „Ideenreichtum und Kreativität“ getragene Initiative habe auch politische Entscheidungsträger überzeugt, betonte Vizelandrat Albert Nickl und verwies auf die Förderung aus dem Regionalbudget 2025 für die „integrierte ländliche Entwicklung“ im „VierStädtedreieck“-Gebiet: „Das Vergabegremium war sich schnell einig, dass dieses Projekt etwas Besonderes ist, und hat es mit der höchsten Punktzahl bewertet.“ Jahrhundertelang, so Nickl, hätten „Landwirtschaft, Bauerngärten und kräuterkundliches Wissen“ in den Dörfern der Oberpfalz eine „selbstverständliche“ Einheit gebildet, die durch den „Strukturwandel“ erschüttert worden sei.
Umso verdienstvoller sei es, wenn „diese alten Dinge in moderner Form hochgehalten und weiterentwickelt werden“, auch wenn „die allgemeine Medizin“ der traditionellen Naturheilkunde oft mit Skepsis und Vorurteilen begegne. Die Glückwünsche der Gemeinde Trabitz überbrachten die stellvertretenden Bürgermeister Josef Marzi und Bastian Ackermann. Der Lehrpfad kann nach Absprache mit Familie Scharf sowie zu besonderen Veranstaltungen der Gänsmühle besucht werden.
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