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Kritik an Sozialreformen bei Ver.di-Senioren in Weiden

Weiden. Bei der Monatsversammlung der Ver.di-Senioren im Café Mitte warnte Versichertenberaterin Brigitte Scharf vor sozialen Einschnitten und forderte gerechtere Finanzierung sowie mehr Beratung für rentennahe Jahrgänge.

Weiden. Bei der Monatsversammlung der Ver.di-Senioren im Café Mitte warnte Versichertenberaterin Brigitte Scharf vor sozialen Einschnitten und forderte gerechtere Finanzierung sowie mehr Beratung für rentennahe Jahrgänge.
Versichertenberaterin Brigitte Schaft spricht über Sozialleistungen. Foto: M. Haberzeth

Kritik an Sozialreformen bei Ver.di-Senioren in Weiden

In der Monatsversammlung der Ver.di-Senioren von Post, Telekom und Logistik standen die geplanten Sozialreformen auf der Tagesordnung. Der Vorstand hatte dazu die Versichertenberaterin Brigitte Scharf zum Vortrag und zur Diskussion eingeladen.

Ver.di-Senioren diskutieren geplante Sozialreformen

Scharf sprach gleich zu Beginn Klartext. Ob Kranken-, Renten-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung, in allen Bereichen wird der Sparstift angesetzt. Gleichzeitig werden vermeintliche finanzielle Verbesserungen an anderer Stelle wieder kassiert. Am meisten betroffen sind dabei die Menschen am unteren Ende der Einkommenspyramide. Am deutlichsten tritt dieser Aspekt bei der Mütterrente drei zutage. Die positiven Veränderungen werden bei Bürgergeld und Grundrente gleich wieder über die Anrechnung kassiert.

Krankenkasse, Bürgergeld und Grundrente im Fokus

Dazu kommen in der Krankenversicherung die Änderungen in der Familienversicherung plus höhere Zuzahlungen. Belastungsgerechtigkeit sieht anders aus. Die Schieflage bei der Finanzierung bleibt.

Debatte um Rente mit 63 und Teilrente

Interessant findet sie die beständige Beschallung mit der Forderung, die Rente mit 63 müsse abgeschafft werden. Da wäre es gut, mal einige Jahre zurückzublicken. Die Rente mit 63 gibt es nicht mehr, und 45 Versicherungsjahre bringen auch niemanden mehr früher in Rente. Da wundert es nicht, dass Wege zum Ausgleich gesucht werden. Dazu bietet sich die Teilrente an. Hier können Abschläge durch sehr gute Bedingungen für die Weiterarbeit bis zur Rente kompensiert werden.

Appell: Beratung ausbauen und Bürokratie abbauen

Abschließend empfahl sie den rentennahen Jahrgängen, unbedingt Beratung in Anspruch zu nehmen. In den Gemeinden sollte darauf geachtet werden, dass Beratungsangebote nicht abgebaut werden. Vielmehr erfordert Bürgernähe, besonders in sozialen Angelegenheiten, Unterstützung in der Kommune. Die Gesetzesflut bringt wieder einen enormen Bürokratieschub mit sich. Nach einer lebhaften Diskussion bedankte sich Karin Neugirg mit einem kleinen Geschenk für den engagierten und fachlich exzellenten Vortrag.

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