Michael Bully Herbig, Franz Eberhofer und ein Oberpfälzer beim Bayerischen Filmpreis
Michael Bully Herbig, Franz Eberhofer und ein Oberpfälzer beim Bayerischen Filmpreis
Draußen klirrende Kälte, minus sieben Grad auf dem roten Teppich vor dem Prinzregententheater. Die Stars und Sternchen frieren. Die Fotografen auch. Drinnen ist es warm, hell und vertraut bayerisch. Der „Bayerische Filmpreis“ lebt von Begegnungen. Von kurzen Gesprächen. Von Menschen, die dieselbe Leidenschaft teilen.
Ohne Markus Söder
Drinnen im Foyer stehen Grüppchen zusammen. Man kennt sich. Man nickt sich zu. Man erzählt von Drehs, von Wartezeiten, von Projekten, die vielleicht kommen oder auch nicht. München spielt Weltstadt, bleibt aber bayerisch. Ministerpräsident Markus Söder lässt sich entschuldigen und von seinem Medienminister vertreten. Söder geht momentan an Krücken.
„Das Kanu des Manitu“ als erfolgreichster Film ausgezeichnet
Michael „Bully“ Herbig steht an diesem Abend im Mittelpunkt. Sein Film “Das Kanu des Manitu” wird als erfolgreichster Film ausgezeichnet und gefeiert. Den „Pierrot“, die Porzellanfigur des Bayerischen Filmpreises, überreicht ihm kein Geringerer als Kollege Hape Kerkeling. Bully bedankt sich. “Film ist Teamarbeit. Ohne Team geht’s nicht“, sagt er.
Als sich die Preisträger später zum Gruppenfoto aufstellen sollen, fehlen schon einige. Hape Kerkeling ist längst weg. Bully wird weitergeschoben, von Kamera zu Kamera.
Stammplatz bei der Aftershow-Party
Im Gewusel der Aftershow-Party lässt sich einer schnell ausfindig machen: Rüdiger Böss. Er ist seit 2019 Produzent bei Constantin Film in München. Seine Wurzeln liegen aber in der Oberpfalz (aufgewachsen in Etzenricht, Kepler-Gymnasium Weiden). Böss hat einen Stammplatz im Saal. Stehend. Unauffällig. Wer bleiben will, bleibt stehen. Wer weiterzieht, zieht weiter. So einfach ist das hier.
Vier Tage am Set
Constantin Film ist die Verleihfirma von “Das Kanu des Manitu”. Welchen Anteil Böss persönlich am Erfolg hat? „Gar keinen“, sagt er und lacht. Er war im September 2024 kurz am Set in Spanien. Drei, vier Tage lang. „Das dauert ewig, da muss man nicht oft hin.“ Was geblieben ist, sind Begegnungen. Etwa mit der Wildenauerin Sabrina Schieder, die eine kleine Rolle im Film spielt. „Hübsch, talentiert, ganz eine Nette“, sagt Böss. Und plötzlich ist man mitten in einem Oberpfalz-Gespräch.
Beim Schaulaufen der Prominenz auf dem roten Teppich hatten sich die Fans und die Schauspieler von der Kälte nicht abschrecken lassen Sebastian Bezzel blieb stehen, schrieb Autogramme, plauderte. Der neue Eberhofer-Film “Steckerlifischfiasko” ist abgedreht, der Eberhofer-Kosmos lebt also weiter. Nach dreijähriger Pause. Mit dabei auf dem Roten Teppich: Lisa Maria Potthoff, seine Film-Susi. Im Saal: Michael Ostrowski, der Eberhofer-Pathologe und Eberhofer-Bruder Leopold, alias Gerhard Wittmann.
Sebastian Bezzel zur Neugestaltung des Pleysteiner Freibads
Der Bayerische Filmpreis ist eben ein Treffen alter Bekannter. Bereits am Vormittag hatte der BR zu seinem traditionellen Brunch mit Filmschaffenden ins Literaturhaus eingeladen. Dort plauderte auch Bezzel über seine Arbeit. Er erinnerte sich dabei an die Drehtage in Weiden und Pleystein. Vor fünf Jahren wollte er sich in seiner Rolle als Bauunternehmer im „Beckenrand Sheriff“ das örtliche Freibad unter den Nagel reißen und abreißen.
Wie nahe Fiktion und Realität beieinanderliegen, dass das Bad im letzten Jahr geschlossen war, eventuell verkleinert werden und in ein Waldbad umfunktioniert werden soll, davon wusste der Eberhofer-Star natürlich nichts. “Ich kenn‘ da keine Hintergründe“, sagte er im Gespräch. Die Idee finde er aber nicht gar nicht so schlecht. „Grundsätzlich ist ein Waldbad, also ein Naturbad aber etwas ganz Schönes. Ich kenne aber die Details nicht.“ In Kürze wird er mit Simon Schwarz wieder für den BR als „Grenzgänger“ unterwegs sein. Gedreht wurde unter anderem im Münchner „Hofbräuhaus“ und auf einem Autohof in Unterfranken.



















