Ministranten ratschen in Döllnitz zum Gebet

Ministranten ratschen in Döllnitz zum Gebet
Die Ratscher machten je 13 Mal am Karfreitag und Karsamstag im Ort Halt, um dreimal am Tag zum Gebet aufzurufen.
Ratscher rufen zum Gebet
Die sechs Ministranten, Moritz, Jonas, Konstantin, Jeremias, Magdalena und Sophie, machten sich an den beiden Tagen in der Früh, kurz vor sechs Uhr, auf den Weg, um am Dorfkreuz zu starten. Durch das ganze Dorf marschierten sie und riefen mit ihren Ratschen die Bewohner zum Gebet auf.
Mit verschiedenen Holzratschen begannen sie mit dem Ruf: „Wir ratschen, wir ratschen den Englischen Gruß, den jeder katholische Christ beten muss“, dann legten sie los. Zweimal unterbrachen sie und riefen: „Zum ersten Mal, zum zweiten Mal“, und am Samstagmittag hieß es dann: „Zum letzten Mal.“ Bereits in der Osternacht erklingen dann die Glocken wieder, die am Gründonnerstag „nach Rom geflogen sind“, so heißt es im Volksmund.
Oierbedln und Begegnungen am Goldsteig
Am Samstag wurde zusätzlich zum Ratschen das „Oierbedln“ durchgeführt; das heißt, an jeder Haustür läuteten sie und baten um eine Gabe. Von allen wurden sie gut belohnt, und die Ratscher bedankten sich mit Osterwünschen.
Da ihre Strecke am „Goldsteig“ liegt, der durch Döllnitz führt, kamen auch Wanderer, sogar aus Frankreich, des Weges. Sie hielten inne, staunten und fragten die Ratscher, wie das denn abläuft, und hielten es mit ihren Handys fest.


