Modellbahn zeigt Strecke von Vohenstrauß nach Waidhaus in Pleystein

Modellbahn zeigt Strecke von Vohenstrauß nach Waidhaus in Pleystein
Angefangen hat alles mit dem Pleysteiner Bahnhof. Der stand 2016 – also vor inzwischen fast zehn Jahren – im Mittelpunkt der Arbeit von Thomas Sax. „Jedes Jahr sind dann zwei Module dazugekommen“, erzählt der Modelleisenbahnbauer. Das derzeitige Ergebnis ist die Strecke von Vohenstrauß nach Waidhaus.
Modellbahnausstellung Pleystein 2025/2026 begeistert Besucher
Davon haben sich bei der Eröffnung der Modellbahnausstellung 2025/2026 am Sonntag, 28. Dezember, viele Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung ein Bild gemacht. Nach und nach strömten sie in die „gute Stube“ der Modelleisenbahn-Freunde und waren hellauf begeistert von den Werken.
„Die derzeitige Bahnstrecke ist circa 19 Meter lang“, weist Sax hin. Die Modelleisenbahn-Freunde präsentieren sie auf einer Fläche von rund 25 Quadratmetern. Die bisher investierte Zeit kann er gar nicht einschätzen. „Für die Trasse von Burkhardsrieth nach Waidhaus waren es rund 1.000 Stunden“, hat er aber schon im Kopf.
Originalgetreuer Nachbau und Bundesbahn-Ära
Besonderen Wert legt der Experte auf die Tatsache, „dass alles originalgetreu nachgebaut ist. Die Gebäude sind nach Originalplänen maßstabgetreu im Selbstbau entstanden.“ Das gilt auch für Hunderte von Bäumen und Büschen.
Ins Auge sticht außerdem die realistische Nachbildung der Umgebung mit vielen detailreichen Szenen im Zeitraum der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre. „Damals hat die Deutsche Bundesbahn den Traktionswandel von Dampf auf Diesel vollzogen“, erzählt Sax dazu. „Darin enthalten ist auch das Rollmaterial, also Lokomotiven und Waggons aus dieser Zeit.“ Den Maßstab 1:87 bezeichnet der versierte Modellbauer als den gängigsten. „Da sind die Angebote am größten.“
Burg Leuchtenberg, Sessellift und Festival-Szene
Eingeschlossen in das Werk ist die Originalnachbildung der Burg Leuchtenberg. Dabei fällt auch der sich laufend in Bewegung befindende Sessellift auf. Eine weitere aktuelle Attraktion ist die Nachbildung eines Musikfestivals an der Burg.
„Die Zeit spielt in der Moderne, also heute“, weist Sax hin. Dazu kommt, dass immer mehrere Züge gleichzeitig auf der Anlage unterwegs sind, darunter moderne Container-Ganzzüge oder Personenzüge. Dazu kommt ein Car-System mit auf Straßen selbstständig fahrenden Autos und Lastwagen auf einer Gesamtlänge von etwa 30 Metern. Hier handelt es sich um eine separate Anlage oder einen separaten Anlagenteil, die die Modellbauer gemeinsam mit dem Nachwuchs errichten.
Realistische Szenen entlang der Bocklweg-Strecke
Wer die „Bocklweg-Strecke“ genau betrachtet, stellt automatisch fest: Es sieht aus wie im richtigen Leben. Das heißt: Realität pur und nahezu in Vollendung, etwa in Bezug auf die in den 1960er- und 1970er-Jahren eingesetzten Busse oder Autos. Und je länger der Besucher die Eindrücke auf sich wirken lässt, desto mehr entdeckt er immer wieder Neues, so zum Beispiel Schwäne oder andere Tiere auf den Äckern und Wiesen neben der Bahnstrecke.
„Ich bin schon ein paar Mal durch die Anlage gegangen und habe jedes Mal eine neue Attraktion entdeckt“, erzählt Melanie. Das sind etwa ein aus einem Erdloch kriechender Maulwurf oder eine durch die Bäume fliegende Hexe. „Der Ideenreichtum hat anscheinend kein Ende“, findet die begeisterte Besucherin.
Ausblick: Weiterbau bis Pfrentsch und Eslarn
Um mit der Bahn zu sprechen: „Zug um Zug soll es im nächsten Jahr weitergehen.“ Waidhaus ist laut Sax nämlich nicht als Endstation geplant. „Ich möchte schon noch die Haltestelle Pfrentsch hinzufügen und natürlich die Strecke bis nach Eslarn bauen“, kündigt er an. „Jedenfalls ist nach der Bestandspflege in diesem Jahr die Weiterführung in Planung und zum Teil schon im Bau.“
Allerdings könnte es dann platzmäßig etwas eng werden. Schließlich kommen noch einige Meter hinzu. Aber wer Sax kennt, ist überzeugt: Er wird es schaffen, auch in Zusammenarbeit mit seinen Freunden.
Öffnungszeiten und Verein
Geöffnet ist die Schau noch am Sonntag, 4. Januar, und am Dienstag, 6. Januar, jeweils ab 13.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Spenden für die Nachwuchsarbeit nehmen die Modelleisenbahn-Freunde aber gerne an.
Ins Leben gerufen worden sind die Modelleisenbahn-Freunde Pleystein im Jahr 2017. „Die Anfänge waren im Heimatmuseum“, blickt Josef Preßl zurück. Nach den Informationen des Vorsitzenden bilden 13 Modellbahnbauer den Stamm, „Inzwischen machen fünf junge Mitglieder mit“, freut er sich. Treffen sind noch bis Ostern jeweils ab 19 Uhr im Vereinsheim im Rückgebäude des Rathauses. Dann ist Pause bis September. „Wir ziehen die Jugend in den Anlagenbau gerne mit ein“, weist Preßl hin. „Eine eigene Modellbahnanlage müssen die jungen Leute nicht haben.“






