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Oberpfälzer Wort des Jahres 2026: Uiala! begeistert Jury und Publikum

Das Oberpfälzer Wort des Jahres 2026 steht fest: „Uiala!“ überzeugt Jury und Publikum gleichermaßen und unterstreicht die Bedeutung des Dialekts in der Oberpfalz.

Oberpfälzer Wort des Jahres 2026: Uiala! begeistert Jury und Publikum

Oberpfälzer Wort des Jahres 2026
Bezirkstagspräsident Franz Löffler präsentiert das Oberpfälzer Wort des Jahres 2026 „Uiala!“ und unterstreicht die Bedeutung des Dialekts für die Region. Foto: Martin Stangl

Das Oberpfälzer Wort des Jahres 2026 sorgt erneut für Begeisterung in der Region. Mit dem Ausdruck „Uiala!“ wurde ein Begriff gekürt, der die Vielfalt und Lebendigkeit des Dialekts eindrucksvoll widerspiegelt. Die Aktion zeigt einmal mehr, wie stark die Verbundenheit zur regionalen Sprache in der Oberpfalz ist und welche Bedeutung sie für Identität und Gemeinschaft hat.

Oberpfälzer Wort des Jahres 2026 unterstreicht regionale Identität

Bezirkstagspräsident Franz Löffler sprach seinen großen Dank aus. Er nannte die Idee von Radio Ramasuri, das Oberpfälzer Wort des Jahres zu kreieren, eine „großartige Idee“, die bereits im vergangenen Jahr für große Aufmerksamkeit sorgte. Gerne erinnerte er sich an das Wort des Jahres 2025 „miechad“ und zeigte sich gespannt auf die Entscheidung für 2026. Gleichzeitig bekannte er sich klar zum Dialekt als identitätsstiftendes Element.

Gerade in Zeiten der Globalisierung sei das Bekenntnis zu regionalen Wurzeln besonders wichtig. Der Dialekt gehöre neben Musik, Küche und Brauchtum zu den zentralen Elementen der Region. „Der Dialekt ordnet die Menschen eindeutig einer Region zu“, betonte Löffler. Zudem sei die Mundart über Jahrhunderte gewachsen und könne Gefühle oft besser ausdrücken als Hochdeutsch.

Dialekt Oberpfalz: „Uiala“ als lebendiger Ausdruck

Als bekennender Dialektfan erklärte Löffler, dass er seine Herkunft auch in offiziellen Reden nicht verleugnen wolle. „Deshalb sind viele meiner Redepassagen ganz selbstverständlich in Mundart gehalten. So viel Selbstbewusstsein müssen wir Oberpfälzer unbedingt haben!“ Zudem sagte er: „Ich bin gerne Schirmherr für diese herausragende Aktion, weil mir der Dialekt wichtig ist!“

Für den Bezirkstag der Oberpfalz sei die Förderung und Wahrung des Dialekts ein Herzensanliegen. Deshalb unterstütze man gezielt Mundartschrifttum sowie Theater und Musik. Während in Großstädten wie München ein Rückgang der lokalen Mundart zu beobachten sei, bleibe sie in ländlichen Regionen wie der Oberpfalz lebendig und präsent.

Große Resonanz beim Oberpfälzer Wort des Jahres 2026

Redaktionsleiter Jens Stenglein von Radio Ramasuri berichtete von einer noch größeren Resonanz als im Vorjahr. Nachdem sich das große Interesse bereits früh abgezeichnet habe, entwickelte die Redaktion sogar ein eigenes Logo. Dieses sei bewusst bunt gestaltet und spiegle die Vielfalt des Oberpfälzer Dialekts wider.

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Die Aktion habe allen Beteiligten große Freude bereitet. Zahlreiche neue und teils unbekannte Dialektwörter wurden eingereicht. Stenglein bezeichnete den Dialekt als unverwechselbaren Bestandteil der Oberpfalz, der die hoihe Lebensqualität in der Region widerspiegle.

Jury wählt „Uiala“ aus über 250 Vorschlägen

Moderator Markus Pleyer stellte die Jury vor, die aus ausgewiesenen Dialektkennern bestand. Mit dabei waren Franzi Glaser (Eigenbezeichnung „Rampensau“), „Bäff“ Josef Piendl (Gstanzlsänger), „Lucky“ Markus Lukas (Bayerischer Witzemeister), „Bouchdaandlara“ Martin Stangl (Autor von „Oberpfälzer Wörterbuch – Vo Aungdeggl bis Zinterer“), „Tschuppy“ Hubert Treml (Musiker, Autor und Bühnenmensch) und Stefan Eber (mundart-lexikon.de). Sie alle brachten ihre Erfahrung und Begeisterung in die Bewertung ein.

Insgesamt standen über 250 eingereichte Begriffe zur Auswahl. Darunter befanden sich bekannte Wörter wie „ung(l)ampad“, „gaalings“ oder „Bawaladschn“. Am Ende setzte sich jedoch „Uiala!“ durch. Der Ausdruck beschreibt eine spontane Reaktion, die am ehesten mit „Ach du liebe Zeit!“ oder „Huch!“ vergleichbar ist. Eine exakte Übersetzung gibt es aber nicht, ähnlich wie beim Wort „fei“.

Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass „Uiala!“ in der gesamten Oberpfalz verbreitet sei. Zudem gehöre es zu einer beliebten Wortgruppe mit der Endung „-la“, wie etwa „Huschala!“, „Auala!“, „Owäijala!“ oder „Sodala!“. Typisch sei auch, dass die Begriffe meist mit Ausrufezeichen geschrieben werden.

Oberpfälzer Wort des Jahres 2026 als sprachliches Alleinstellungsmerkmal

Ein weiterer entscheidender Punkt war die regionale Einzigartigkeit. In anderen bayerischen oder österreichischen Regionen sei nämlich „Uiala!“ kaum gebräuchlich. Damit gehöre es zu den besonderen Merkmalen des Oberpfälzer Dialekts.

Selbst Bezirkstagspräsident Franz Löffler war bis zuletzt nicht eingeweiht. Als er das Gewinnerwort verkündete, zeigte er sich dennoch wenig überrascht: „Ich habe damit gerechnet, dass wieder ein Wort das Rennen macht, das unseren einzigartigen Dialekt hervorragend repräsentiert. Das habt ihr mit viel Fingerspitzengefühl hervorragend hinbekommen.“
Auch Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl zeigte sich überzeugt. „Der Auswahl kann ich uneingeschränkt zustimmen, weil auch in meiner Familie immer wieder „Uiala!“ gesagt wird“, erklärte er. Damit bestätigte sich einmal mehr die starke Verankerung des Begriffs im Alltag vieler Menschen.

Dialekt ist sehr gefragt

Viele erfreuliche Anzeichen sprechen laut Bezirkstagspräsident Löffler dafür, dass Mundart wieder sehr geschätzt wird. Zahlreiche Mundartveranstaltungen wie Laientheater oder Volksmusikstammtische sind Indiz dafür. Auch das Interesse an regionalen Büchern wie dem „Duden der Oberpfalz“ (Oberpfälzer Wörterbuch) oder Sagen aus der Oberpfalz ist sehr erfreulich.
Dass der Bezirk Oberpfalz sich der Bewahrung dieses Schatzes annimmt und die Schirmherrschaft für das Oberpfälzer Wort des Jahres übernimmt, ist nicht nur erfreulich, sondern eine lohnende Pflichtaufgabe für nachfolgende Generationen, 

Die Jury präsentiert mit Bezirkstagspräsident Franz Löffler (fünfter von links) das Oberpfälzer Dialektwort des Jahres 2026. Foto: Martin Stangl
Bezirkstagspräsident Franz Löffler freute sich über das neue Kochbuch „Schuxn, Schoitln, Schlosserboum – Traditionelle Oberpfälzer Rezepte vo fröiha“. Er wies darauf hin, dass die Bewahrung der Oberpfälzer Küchenkultur mindestens genauso wichtig ist, wie die Pflege des Dialektes. Foto: Isolde Stöcker-Gietl
Redaktionsleiter Jens Stenglein freut sich mit Bezirkstagspräsident Franz Löffler (rechts) über das neue Wort des Jahres „Uiala“. Foto Martin Stangl