Pfarrei-Senioren erlebten gut besuchten Nachmittag mit Altbürgermeister Karl Balk

Pfarrei-Senioren erlebten gut besuchten Nachmittag mit Altbürgermeister Karl Balk
Auf großes Interesse stieß der jüngste Nachmittag der Pfarrei-Senioren Schirmitz. Zahlreiche Seniorinnen und Senioren kamen zu dem geselligen und zugleich informativen Treffen. Diesmal stand die eigene Heimatgemeinde im Mittelpunkt. Altbürgermeister Karl Balk hatte eine umfangreiche Präsentation unter dem Titel „Unser Dorf hat Zukunft“ vorbereitet und nahm seine Zuhörer mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte und Entwicklung von Schirmitz.
„Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten“, leitete Balk seinen Vortrag ein. Anhand historischer Aufnahmen zeigte er, wie sehr sich Schirmitz über die Jahrhunderte und besonders in den vergangenen Jahrzehnten verändert hatte.
Ein Blick galt dem 800-jährigen Ortsjubiläum im Jahr 2023. Die erste urkundliche Erwähnung von Schirmitz datiert aus dem Jahr 1223. Auch die Geschichte der Pfarrei reichte weit zurück. Im ältesten Pfarreienverzeichnis der Diözese fand sich 1326 die erste urkundliche Erwähnung der Pfarrei Schirmitz.
Von der Jakobskirche bis zu schweren Kriegszeiten
Interessante Einzelheiten berichtete Balk über die Jakobskirche. Eine Kirche in Schirmitz ließ sich bereits seit dem frühen 14. Jahrhundert nachweisen. Die Weihe zu Ehren des heiligen Jakobus wurde erstmals 1508 erwähnt, der heutige Hauptaltar wurde 1754 eingebaut.
Auch dunkle Kapitel der Ortsgeschichte blendete der Referent nicht aus. Der Dreißigjährige Krieg brachte Pest, Hungersnöte, Plünderungen und Einquartierungen. 1622 beschlagnahmten die Verantwortlichen die beiden alten Kirchenglocken und ließen sie zu Kanonen umgießen. Im Zweiten Weltkrieg wiederholte sich dieses Schicksal: 1942 musste die Pfarrei drei große Glocken abliefern.
Besonders aufmerksam verfolgten die Senioren alte Bilder aus den Jahren 1958 und 1975. Straßenzüge, Häuser und Geschäfte weckten Erinnerungen an die eigene Jugend. Balk zeigte zugleich auf, welche Entscheidungen die Entwicklung der Gemeinde geprägt hatten. Dazu zählten Baumaßnahmen, der Erhalt der Selbstständigkeit während der Gebietsreform, die Städtebauförderung und neue Baugebiete.
Silber für „Unser Dorf hat Zukunft“
Ausführlich ging Balk auf die Teilnahme Schirmitz’ am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ein. Nach der Anmeldung im Jahr 2023 nominierte der Landkreis die Gemeinde für die Oberpfalzebene. Im Juli 2024 besichtigte die Bewertungskommission unter anderem Dorfplatz, Erlebnisbereich, Friedhof, Ortsdurchfahrt, Kindergarten und Pfarrkirche.
Das Urteil der Jury konnte sich sehen lassen: Schirmitz erhielt die Silbermedaille und damit die Anerkennung „Unser Dorf hat Zukunft“. „Darauf dürfen wir wirklich stolz sein“, sagte Balk. Die Auszeichnung habe eine unabhängige Fachjury aus der Oberpfalz vergeben.
Zum Abschluss führte der Altbürgermeister seine Zuhörer bei einem virtuellen Spaziergang durch das heutige Schirmitz. Sport- und Freizeitangebote, der Panorama-Rundweg, Veranstaltungen und die Natur im Jahreslauf zeigten die Vielfalt der Gemeinde mit inzwischen mehr als 2.100 Einwohnern.
Heimat verbindet Generationen
Am Ende zog Balk ein klares Fazit: Bei allen Veränderungen müsse das Wohl der Menschen im Mittelpunkt stehen. „Unser Dorf hat Zukunft“ sei deshalb nicht nur der Titel eines Wettbewerbs, sondern auch ein Leitgedanke für die weitere Entwicklung der Gemeinde.
Vorsitzender Alfred Wulfänger dankte Karl Balk für den eindrucksvollen Vortrag. Heimat bedeute Erinnerung, Vertrautheit und Verbundenheit – vor allem aber die Menschen, mit denen man das Leben teile. Gerade ältere Mitbürger seien wichtige Zeitzeugen, die ihre Erinnerungen und Erfahrungen an jüngere Generationen weitergeben könnten.
Mit herzlichem Beifall dankten die Pfarrei-Senioren dem Referenten. Der Nachmittag zeigte, wie lebendig Geschichte werden kann, wenn sie mit persönlichen Erinnerungen verbunden ist. Zugleich richtete sich der Blick nach vorne: Schirmitz hat eine lange Geschichte – und allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.
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