Schülerlotsen in Speichersdorf– Ehre, wem Ehre gebührt
Schülerlotsen in Speichersdorf– Ehre, wem Ehre gebührt
23 Schulweghelfer aus der achten und neunten Klasse sowie die Schulweghelferinnen Ingrid Popp aus Zeulenreuth und Michaela Semba aus Kirchenlaibach wurden in einer Feierstunde für ihren ehrenamtlichen Dienst ausgezeichnet. Acht neue Lotsen aus der siebten Klasse, unter denen Ivan Brak mit voller Prüfungspunktezahl glänzte, wurden offiziell in ihr Amt eingeführt.
Zeit mal “Danke” zu sagen
In guter Tradition wurden gegen Jahresende Lotsen und Busbegleiter eingeladen, um ihnen für ihre alles andere als selbstverständliche Zuverlässigkeit und Disziplin Respekt und Hochachtung zu zollen. Konrektorin und Lotsenbetreuerin Marion Vogel hatte für sie allein einen kleinen Festakt im Schüler-Cafe organisiert. Neben Rektorin Iris Sebald waren auch Polizeihauptkommissar Thomas Förster, Bürgermeister Christian Porsch sowie Elternbeiratsvorsitzende Marina Kindsvater und ihre Stellvertreterin Katharina Veigl gekommen.
In bewährter Weise sorgten die Schüler der fünften und sechsten Klasse unter Leitung von Martina Hundsdorfer für einen rhythmusbetonten und beschwingten musikalischen Rahmen. Dieses Mal mit den Liedern “If You Happy and You Know It Clap Your Hands”, “Ich hab´ ein neues Fahrrad” von Stephen Janetzko und “Ich wünsche mir zum Heiligen Christ einen Kopf, der keine Vokabeln vergisst” von Rolf Zuckowski.
Engagement muss bestehen bleiben
Die angemessene Würdigung sozialen Engagements in einem kleinen Festakt sei nämlich wichtig, damit das Engagement weiterhin bestehen bleibt, so Kindsvater. Elternbeirat, Schule, Gemeinde und Polizei wissen, was sie an den ehrenamtlichen Verkehrshelfern haben. Zu Jahresbeginn waren sie von Verkehrserzieher Polizeihauptkommissar Thomas Förster ausgebildet und offiziell geprüft worden. Ausgestattet mit Leuchtjacken und Verkehrskeule sorgten sie seither Tag für Tag an Straßenübergängen und Bushaltestellen für die Sicherheit der Schüler der Werner-Porsch-Schule und beugten so Unfällen vor.
Sie stehen an hoch frequentierten und gefährlichen Straßenübergängen im Freien, oder begleiten die Schulbusse, um ihren Mitschülern Sicherheit auf dem Schulweg zu geben. So geleiten die eingeteilten Lotsen beim morgendlichen und mittäglichen Berufsverkehr über die viel befahrenen Hauptverkehrsachsen wie die Hauptstraße Höhe Cafe Küfner, die Creußener und die Neustädter Straße. Und das bei Wind und Wetter, Hitze oder Kälte.
Ihnen war es zu verdanken, dass 300 Schüler an knapp 200 Schultagen im Jahr jeden Tag sicher zur Schule kamen. Gekrönt wurde das Ganze durch eine Null-Prozent Unfallquote im Bus und bei den Übergängen.
Ganz besondere junge Menschen
Gerade deshalb sprach Kindsvater von einer “ganz besonderen Veranstaltung, bei der ganz besondere junge Menschen in ganz besonderer Weise im Mittelpunkt stehen”. Worte könnten angesichts der täglichen Angst und Sorge der Eltern, dass ihre Schützlinge sicher in die Schule kommen, nur annähernd ausdrücken, wie dankbar Mamas und Papas seien, dass auf dem Schulweg keine größeren Straßen ohne Schülerlotsen oder Verkehrshelfer überquert werden müssten. “Da wird einem immer wieder bewusst, wie gesegnet wir hier in Speichersdorf sind. Danke, dass wir uns über den Schulweg unserer Kinder absolut keine Sorgen machen müssen.” Ihr Dank galt den Lotsen aber auch dafür, dass sie mit ihrem Dienst für die kleineren Kinder ein tolles Vorbild seien. “Vor allem wenn es ältere Schüler vormachen, zu denen die Kleinen aufsehen, hat es einfach noch einmal eine ganz andere Wirkung”, meinte sie.
Ein eigenes “Danke, dass Sie jeden Morgen für uns da sind”, galt den erwachsenen Verkehrshelferinnen Ingrid Popp und Michaela Semba. Sichert die Zeulenreutherin seit acht Jahren ehrenamtlich den Überweg auf der viel befahrenen Staatsstraße 2184 in der Neustädter Straße Höhe Kindergarten St. Franziskus, so die Kirchenlaibacherin den Überweg der Creussener Strasse beim Alten Rewe. “Sie wissen, wer krank ist, wer verschlafen hat, wer sich gerade mit wem zerstritten oder wieder versöhnt hat. Und es ist einfach sehr wichtig, dass Sie dastehen.” Über eine rote Ampel werde mal schnell gelaufen, oder es werde mal schnell 50 gefahren, auch wenn dort nur 30 erlaubt seien. Bei einem Verkehrshelfer würden die Autofahrer automatisch vom Gas gehen, und laufe kein Kind unbedacht auf die Straße.
Alle Zahnräder müssen ineinandergreifen
Nicht weniger betonte Kindsvater, dass viele Funktionäre nötig seien, damit ein solches Projekt in der Gemeinde gedeihen könne. “Da müssen alle Zahnräder ineinandergreifen, und ich bin ungemein froh darüber, dass hier bei uns alle Zahnräder bestens geölt sind und wunderbar laufen.” Da war zuvorderst der Dank an Konrektorin, Klassenleiterin und Lotsenbeauftragte Marion Vogel, die viel Zeit und Arbeit in die Ausbildung der Schülerlotsen investiert, diese auf die Prüfung vorbereitet und für die reibungslose Einsatzplanung bis hin zur Informationskette bei Verhinderung oder Krankheit verantwortlich zeichne. “Man sieht einfach, welch guten Draht sie zu den Schülern haben. Sonst hätten wir wohl nicht halb so viele Lotsen in Speichersdorf”, lobte sie.
Vogel schaffe es immer wieder, unglaublich viele Schüler für die Arbeit der Schülerlotsen zu motivieren. Dank galt Rektorin Iris Sebald, dass die Rahmenbedingungen an der Schule das Gedeihen des Schülerlotsenprojekts ermöglichten. Ein dickes Lob gab es für Verkehrserzieher Polizeihauptkommissar Thomas Förster von der Polizeiinspektion Bayreuth-Land. “Sie begleiten die Kinder oft schon ab dem Kindergarten und prägen das Bild der Polizei bereits in jungen Jahren positiv”, so Kindsvater. “Ihre Präsenz, Ihr Engagement und ihre Wertschätzung der Leistung der Schülerlotsen schaffen nicht nur Vertrauen, sondern tragen auch dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler frühzeitig ein Verständnis für die Bedeutung von Sicherheit und Verantwortung entwickeln.” All das sei nur möglich, weil solch engagierte Menschen, wie Sie, sich unserer jungen Leute annehmen und für sie einfach ein großartiges Vorbild darstellen.”
Für ihren Dienst gab es seitens der Schule, Gemeinde, Polizei und dem Elternbeirat neben Süßigkeiten so manche Anerkennung. Als Dankeschön hatte Förster Gutscheine der Verkehrswacht für den MediaMarkt mitgebracht. Der Elternbeirat wird die Lotsen zu einem Verwöhnfrühstück mit so manchen kulinarischen Leckerbissen ins Schüler-Cafe einladen. Neben Süßigkeiten wird die Schule und Gemeinde am Ende des Schuljahres einen Ausflug organisieren und finanzieren.




