OTH Amberg-Weiden
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Speinshart setzt weiterhin auf Solarstrom

Speinshart. Die Klostergemeinde Speinshart strebt mit neuen PV-Solarparks die Deckung ihres Strombedarfs durch erneuerbare Energien an. Ein geplantes Großprojekt neben dem bestehenden Solarpark Barbaraberg könnte die Einnahmen der Gemeinde verbessern und zum Klimaschutz beitragen.

Speinshart setzt weiterhin auf Solarstrom

Für 7,2 Hektar Wiesengelände entlang der Gemeindeverbindungsstraße in Richtung Scheckenhof und gegenüber dem Solarpark Barbaraberg beschloss der Gemeinderat eine Bauleitplanung zur Errichtung eines weiteren Sonnenkraftwerks. Foto: Robert Dotzauer

Eine weitere Photovoltaik-Freiflächenanlage für Speinshart? Mit dem Zauberwort Energiewende verfolgt die Klostergemeinde ein ambitioniertes Ziel. Bilanziell möchte die Kommune baldmöglichst ihren Strombedarf mit Erneuerbaren Energien decken. Dabei sollen PV-Solarparks helfen.

Gas geben beim Ausbau Erneuerbarer Energien, heißt es in der Klostergemeinde. Die Ansätze sind vielversprechend. Biogas, Hackschnitzel-Großanlagen, die Hoffnung auf Windräder im Speinsharter Forst und Photovoltaik-Großprojekte. Die 11,5 Hektar große Anlage am Fuß des Barbaraberges liefert bereits seit 2010/11 zuverlässig Solarstrom mit einer Leistung von fast 4.000 kWp und auch das Genehmigungsverfahren für das Projekt „Hallbühl“ auf einer Konversionsfläche von 5,7 Hektar bei 2,5 Hektar Modulvolumen ist schon weit fortgeschritten.

Solarpark Barbaraberg wächst weiter

Nun soll im Gemeindebereich ein weiterer Zubau folgen. Dabei handelt es sich um eine Flächenkulisse in der Nachbarschaft des Solarparks Barbaraberg entlang der Gemeindeverbindungsstraße in Richtung Scheckenhof. In der jüngsten Ratssitzung sprach Bürgermeister Albert Nickl von einer Erweiterung des Sonnenkraftwerkes Barbaraberg. Zur Verfügung stehen Wiesenflächen der Gemeinde, des Klosters und Privatgrundstücke. In der Sitzung betonte der Bürgermeister das öffentliche Interesse am Zubau und folgerte: „Von einer Genehmigungsfähigkeit ist deshalb auszugehen“.

Sitzungsleiter empfiehlt PV-Großprojekt

Auch das Flächenziel, höchstens drei Prozent der Gemeindeflächen mit PV-Anlagen nicht zu überschreiten, werde eingehalten. Albert Nickl relativierte zudem die Einschnitte bei landwirtschaftlichen Flächen. Mit knapp einem Prozent Verlust an Anbauflächen sei das Projekt vertretbar. Der Sitzungsleiter beleuchtete auch den Vorteil, mit einem weiteren Solarpark die Einnahmemöglichkeiten für den Gemeindesäckel zu verbessern und einen Beitrag zur Klimawende zu leisten.

Die Gemeinde nutze zusätzlich alle Möglichkeiten, auf öffentlichen Flächen PV-Dachflächen zu installieren. Zusammenfassend empfahl der Sitzungsleiter dem Rat, mit einem Grundsatzbeschluss grünes Licht für das PV-Großprojekt zu geben und gleichzeitig mit einem Ratsvotum das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes einzuleiten. Erst der Aufstellungsbeschluss für das Sondergebiet sei Basis für eine Netzanfrage beim Bayernwerk.

Dächer statt Felder nutzen

Albert Nickl versprach zudem eine enge Abstimmung mit den betroffenen Grundstückseigentümern und den Pächtern der landwirtschaftlichen Grundstücke. Nachvollziehbar sind die Zubau-Planungen für Gemeinderat Christian Höllerl. „Wir können uns dem Thema nicht verschließen“, betonte der CSU-Fraktionssprecher, um gleichzeitig auf mögliche Verbesserungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Kommune hinzuweisen.

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Im Gegensatz dazu kam von weiteren CSU-Gemeinderäten ein klares Nein. „Die Großanlagen vernichten wertvolles Land zur Erzeugung von Nahrungsmitteln“, hieß das Argument von Josef Rupprecht. Der Vollerwerbslandwirt empfahl stattdessen einen primären Ausbau von PV-Dachflächen. Auch Martin Rodler bereitet die Vernichtung weiterer landwirtschaftlicher Anbauflächen „Bauchschmerzen“. „Wir haben Dächer genug zum Installieren von PV-Modulen“.

Bauleitverfahren für 7,2 Hektar großes PV-Gebiet gestartet

Zweifel äußerte Martin Rodler auch an der Existenz von Ausgleichsflächen für das neue PV-Projekt. Eine Sorge, die der Bürgermeister mit Hinweisen zu speziellen gesetzlichen Überlegungen zum Wegfall der Ausgleichsflächenregelung entkräftete. Schließlich billigte das Gremium die Einleitung des Bauleitverfahrens für das PV-Sondergebiet „Barbaraberg II“ gegen die Stimmen von Josef Rupprecht, Martin Rodler und Johann Meyer. Das Planungsgebiet umfasst 7,2 Hektar. Eine Verpflichtung zum Umsetzung des Projekts ist mit dem Beschluss nicht verbunden, versicherte der Bürgermeister.