Speinsharts Jugend gestaltet Zukunft im Real Talk

Speinsharts Jugend gestaltet Zukunft im Real Talk
Wenn ich König wär! In Speinshart herrscht für einige Stunden die Monarchie. Das Zepter schwingt die Jugend. 26 Speinsharter Heranwachsende übernehmen im Rahmen des NEW Real Talk im Gemeindezentrum für einige Stunden die „Regierungsgeschäfte“. Bürgermeister und Gemeinderat werden zu Dienern der „Königsfamilie“.
Die roten Schürzen mit dem NEW-Real-Talk-Emblem waren am Freitagabend im großen Saal des Speinsharter Gemeindezentrums kennzeichnend. Bürgermeister Albert Nickl, sein Vize Roland Hörl, Vertreter des Gemeinderates und Jugendbeauftragte Nicole Kroher gehörten nur noch zum Bedienungspersonal. Das Sagen hatte beim Real Talk die Jugend. Das Regierungszepter übergab der Bürgermeister schon zu Beginn der abwechslungsreichen Action-Runde einer geballten jugendlichen Übermacht.
Für 26 Burschen und Mädchen aus allen Ortsteilen der Gemeinde galt die Aufforderung des Real Talk-Teams um Daniela Koslowski von der ILE-Region, Stefanie Sigl vom Team der kommunalen Jugendarbeit des Landratsamtes, Kreisjugendring-Geschäftsführer Martin Neumann und Moderatorin Margit Ringer, das Gemeindegeschehen mit Verbesserungsvorschlägen zu bereichern. „Sag was – gestalte die Zukunft deiner Heimat“ hieß es schon zu Beginn des Jugendtreffs für Heranwachsende von 12 bis 18 Jahren. Die Aufforderung des Bürgermeisters „Bringt Euch ein, engagiert Euch“ und „wer gibt, bekommt auf Dauer auch etwas zurück“ stieß im weiten Rund des Gemeindezentrums auf offene Ohren.
,,Wenn ich König von Speinshart wär“
Von den Projektbeteiligten gut vorbereitet hatten die jungen Leute an den drei Stationen „Infrastruktur“, „Königsloge“ und am Stand „Was braucht Speinshart“ Gelegenheit, ihre Anregungen auf den weißen Papiertischdecken zu verewigen, ihren Wünschen auf Flipcharts und mit Anmerkungen auf bunten Kartons freien Lauf zu lassen. Was soll und muss sich ändern? Was soll besser werden? Fragestellungen, die keiner längeren Überlegungsphase bedurften. Eifrig wurde diskutiert und notiert. Rasch füllten sich die Tischdecken und Tafeln mit einem Sammelsurium an Ideen.
Anerkennung für gute Jugendarbeit der Vereine
Einen Bolzplatz in Seitenthal, eine Bowling-Bahn im Gemeindezentrum, ein Bodentrampolin, ein Café, einen Dorfladen, einen Döner-Stand, und einen Kirwaverein wünschte sich die Speinsharter Jugend. „Auch Spinnereien sind erlaubt“, ermunterte Bürgermeister Albert Nickl zu weiteren Vorschlägen. Die blieben nicht aus. Doch auch viel Anerkennung brachte die Jugend zu Papier. Lob erhielten zum Beispiel die beiden Feuerwehren der Gemeinde und die Katholische Landjugend für ihre Jugendarbeit. „Eine tolle Gelegenheit, die Jugend sprechen zu lassen“, befand auch die 12-jährige Anne aus Seitenthal. Ihr großer Wunsch waren bessere Busverbindungen. Eine Empfehlung, die vielfach auch auf den Papiertischdecken zu entdecken war.
Vorschläge ernst nehmen
Zwischendurch informierte Geschäftsführer Martin Neumann vom Kreisjugendring über das abwechslungsreiche Programmangebot für junge Leute. Die Auflösung von Rätselfragen, eine Tombola, und schöne Preise lockerten das abendfüllende Programm zusätzlich auf. Eine Pizza-Schnitte gefällig oder Snacks, Knabbereien und alkoholfreie Getränke, auch dieser Service mit den Gemeinderäten als Bedienungspersonal gehörte zu den jugendlichen Blicken auf Gegenwart und Zukunft. Die Ideen und Vorschläge der Speinsharter Jugend sollen sich nicht in Schall und Rauch auflösen. Zur Interaktion zwischen Kommune und den Heranwachsenden gehörte eine Auswertung mit Bürgermeister und Gemeinderat schon am Ende des Real-Talks. Verpflichtend ist zudem, die Ergebnisse des Jugendtreffs in einer Sitzung des Gemeinderates zu thematisieren.
Hintergrund
Der NEW Real Talk dient als Triebfeder für die Gemeinden des Landkreises, jungen Menschen in ihrer Kommune eine aktive Rolle in der Zukunftsgestaltung ihres Lebensmittelpunktes zu ermöglichen. In diesem Sinne kooperieren die ILE-Region Vierstädtedreieck, der Kreisjugendring, die Kommunale Jugendarbeit beim Kreisjugendamt, und die Organisation „Neustadt lebt Demokratie“ mit den Gemeinden des Landkreises. Im Nachgang hilft die Kommunale Jugendarbeit, die Ideen aus den Veranstaltungen weiter zu entwickeln. Dazu dienen Reflexionsgespräche ein Jahr nach den Real-Talks. Auch die kommunalen Gremien sind aufgefordert, sich in öffentlichen Sitzungen mit den Wünschen der Jugend auseinanderzusetzen.




