Stiftung aus Eslarn stärkt Jugend in Afrika

Stiftung aus Eslarn stärkt Jugend in Afrika
Mit eindringlichen Worten aus Psalm 18 beschreibt Pfarrer Martin Rupprecht die Kraftquelle seines Engagements: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ Es ist ein Satz, der Mut macht – und der zugleich programmatisch für die Arbeit der Stiftung „Jugend fördern – Grenzen überspringen“ steht. Denn genau darum geht es: Grenzen überwinden, Perspektiven schaffen und jungen Menschen Hoffnung geben – dort, wo Armut den Alltag bestimmt. Auch der Eslarner Martin Rupprecht hat als Pfarrer in Wien erfolgreich Grenzen überwunden. Ein aktueller Bericht der Stiftung zeigt eindrucksvoll, wie konkret diese Hoffnung bereits Gestalt angenommen hat. Besonders prägend war dabei eine Reise im Februar 2026 in die tansanische Metropole Daressalam, bei der sich Rupprecht gemeinsam mit weiteren Unterstützern ein persönliches Bild von den Projekten vor Ort machen konnte.
Begegnungen, die bewegen
Vor Ort wurde die Delegation von Geschäftsführer Alphonce empfangen, der mit großem Engagement und organisatorischem Geschick ein motiviertes Team aufgebaut hat. Schnell wurde deutlich: Die Arbeit der in Eslarn ansässigen Stiftung lebt von Menschen, die nicht nur verwalten, sondern mit Herz handeln. Besonders bewegend war der Besuch in den Armenvierteln der Stadt. Enge Gassen, einfache Behausungen und ein Mangel an grundlegender Infrastruktur prägen dort das Bild. „Die Lebensbedingungen sind kaum vorstellbar“, berichtet Rupprecht.
Und doch sei es gerade die Begegnung mit den Menschen gewesen, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe. Denn trotz aller Schwierigkeiten erlebte die Delegation etwas, das sie so nicht erwartet hatte: Pure Lebensfreude. Kinder, die lachen, Jugendliche, die träumen, Familien, die zusammenhalten. „Diese Menschen besitzen einen Glauben mit unglaublicher innerer Stärke“, so Rupprecht. „Und vor allem eine tiefe Hoffnung, dass sich ihr Leben verbessern kann.“
Bildung als Schlüssel zur Zukunft
Im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit steht deshalb ein zentraler Ansatz: Bildung. Sie gilt als der nachhaltigste Weg, Armut zu überwinden und eigenständige Perspektiven zu schaffen. Allein im Jahr 2025 konnten 326 Kinder und Jugendliche durch Stipendien gefördert werden. Diese Unterstützung geht weit über das reine Bezahlen von Schulgeld hinaus. Sie umfasst auch Krankenversicherungen, Schulmaterialien und eine kontinuierliche Begleitung der jungen Menschen.
Ein Herzstück der Arbeit ist das Zentrum im Stadtteil Manzese. Hier finden Kinder und Jugendliche nicht nur Nachhilfeunterricht, sondern auch Zugang zu Büchern, Lernräumen und persönlicher Betreuung. Gleichzeitig ist das Zentrum ein Ort der Sicherheit – besonders für jene, die in schwierigen familiären Verhältnissen aufwachsen. Neben Bildung spielt auch die Grundversorgung eine wichtige Rolle. Lebensmittel, Kleidung und andere Hilfsgüter werden regelmäßig bereitgestellt. Für viele Familien ist dies eine entscheidende Unterstützung im Alltag.
Neue Wege für junge Erwachsene
Ein besonderer Fokus liegt inzwischen auf der Förderung junger Erwachsener. Denn der Übergang von der Schule ins Berufsleben stellt in vielen Regionen eine große Herausforderung dar. Hier setzt das 2025 gestartete „Vocational Training“-Programm an. In einer neunmonatigen Ausbildung erwerben die Teilnehmenden praktische Fähigkeiten in verschiedenen Berufsfeldern. Am Ende steht ein staatlich anerkanntes Zertifikat – ein wichtiger Schritt hin zu einer selbstständigen Existenz. 36 junge Menschen konnten das Programm bereits erfolgreich abschließen.
Doch die Ausbildung geht über reine Fachkenntnisse hinaus. Ergänzt wird sie durch Unterricht in Unternehmertum, Gesundheitsbildung und grundlegenden Computerkenntnissen. „Wir wollen keine Abhängigkeiten schaffen, sondern Selbstständigkeit fördern“, erklärt Pfarrer Rupprecht. „Die jungen Menschen sollen in der Lage sein, ihr eigenes Leben zu gestalten.“
Engagement, das weiterträgt
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Jugendarbeit vor Ort. Im sogenannten Volunteer-Programm engagieren sich junge Frauen nach ihrem Schulabschluss für neun Monate im Zentrum. Sie organisieren Umweltaktionen, planen Sportveranstaltungen und gestalten Bildungsangebote für Kinder. Gleichzeitig sammeln sie wertvolle Erfahrungen, die ihnen selbst neue Perspektiven eröffnen. Dieses Prinzip – Hilfe zur Selbsthilfe – zieht sich wie ein roter Faden durch alle Projekte der Stiftung.
Hilfe über Grenzen hinweg
Die Arbeit beschränkt sich jedoch nicht auf Tansania. Auch in Äthiopien unterstützt die Stiftung verschiedene Initiativen. Unter Mitwirkung von Pater Endale konnten dort mehrere Projekte in einer der ärmsten Regionen des Landes gestartet werden. Insgesamt wurden im Jahr 2025 Fördermittel in Höhe von 117.000 Euro vergeben. Eine Summe, die zeigt, wie sehr das Engagement gewachsen ist. Darüber hinaus profitieren auch einzelne Jugendliche in Ländern wie Nigeria, dem Kongo und Burundi von Stipendien. So entsteht nach und nach ein internationales Netzwerk der Unterstützung.
Ehrenamt als tragende Säule
Möglich wird all dies durch die Hilfe zahlreicher ehrenamtlicher Unterstützerinnen und Unterstützer – vor allem in Bayern und Österreich. Sie organisieren Spendenaktionen, informieren über die Projekte und sorgen dafür, dass die Arbeit der Stiftung weiter wachsen kann. „Ohne dieses Engagement wäre unsere Arbeit nicht denkbar“, betont Rupprecht. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.“
Ein Blick in die Zukunft
Was einst als kleines Projekt begann, hat sich zu einer lebendigen Initiative entwickelt. Die Stiftung wächst – nicht nur in Zahlen, sondern vor allem in ihrer Wirkung. Für die kommenden Jahre sind weitere Projekte geplant. Ziel ist es, noch mehr jungen Menschen Zugang zu Bildung und Ausbildung zu ermöglichen. Dabei bleibt der Leitgedanke unverändert: Jeder Beitrag zählt und jede Unterstützung macht einen Unterschied.
Oder, wie der Geistliche formuliert: „Jede Hilfe rettet Leben und schenkt Kindern eine Zukunft.“ Mit Dankbarkeit blickt die Stiftung auf das bisher Erreichte zurück – und zugleich mit Entschlossenheit nach vorne. Denn die Herausforderungen sind groß – doch die Hoffnung ist es auch.








