Studie empfiehlt Kirwamuseum in Ammerthal

Studie empfiehlt Kirwamuseum in Ammerthal
Die Kirwa gehört zum Amberg-Sulzbacher Land wie kaum ein anderes Brauchtum. Sie verbindet Generationen, stärkt den Zusammenhalt in den Dörfern und ist seit 2023 sogar als „Gutes Praxisbeispiel“ im Bayerischen Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragen. Ein Kirwamuseum soll künftig Erinnerungen bewahren, aber auch die Vielfalt und Bedeutung des Kirwabrauchtums auf moderne und erlebnisorientierte Weise vermitteln. Nun liegt eine Machbarkeitsstudie für das Kirwamuseum vor, mit einem eindeutigen Ergebnis: Die Umsetzung eines Kirwamuseums wird empfohlen.
Hintergrund und Ziele der Studie
Der Landkreis Amberg-Sulzbach hatte die Fachagentur frankonzept GbR aus Würzburg mit der Erstellung dieser Studie beauftragt. Gefördert wurde die Studie über das Regionalmanagement Bayern durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Ziel war es, die Chancen und Anforderungen eines Kirwamuseums umfassend zu untersuchen, von der Sammlung über den Standort und die Ausstellung bis hin zu Trägerschaft, Betrieb und Wirtschaftlichkeit. „Die Kirwa ist weit mehr als ein Fest – sie ist gelebte Heimat, Identität und Gemeinschaft. Die Machbarkeitsstudie zeigt eindrucksvoll, dass dieses besondere Kulturerbe ein eigenes Museum verdient und dass ein solches Projekt großes Potenzial für unsere Region besitzt“, betonen Regionalmanagerin Katharina Wiener und Tourismus-Fachwirtin Regina Wolfohr, die die Machbarkeitsstudie für ein Kirwamuseum für den Landkreis Amberg-Sulzbach in Auftrag gegeben haben.
Ein lebendiger Ort für gelebtes Brauchtum
Das geplante Kirwamuseum soll die Vielfalt der Kirwan im Amberg-Sulzbacher Land als Immaterielles Kulturerbe in Geschichte und Gegenwart erfahrbar und erlebbar machen. Im Mittelpunkt stehen nicht nur historische Objekte, sondern auch die Menschen, ihre Geschichten und das lebendige Brauchtum. Geplant ist eine interaktive Ausstellung unter dem Leitgedanken „Mia hom Kirwa“, die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Kirwa verbindet. Besucher sollen in dem Kirwamuseum die Kirwa mit allen Sinnen erleben können: vom Kirwabaum über Musik, Tanz und Trachten bis hin zu Dialekt, Gstanzln und traditionellen Bräuchen. Die Kirwagemeinschaften selbst sollen aktiv an der Vermittlung mitwirken und das Museum mit Leben füllen.
Ammerthal als empfohlener Standort
Nach eingehender Prüfung verschiedener Standorte empfiehlt die Studie das Hofmarkschloss in Ammerthal als Standort des Museums. Ausschlaggebend waren die zentrale Lage, die historische Bausubstanz, die räumliche Nähe zur traditionsreichen Ammerthaler Kirwa sowie das große Engagement der Gemeinde und der örtlichen Kirwagemeinschaften. Mit rund 1.600 Quadratmetern Gebäudefläche und attraktiven Freiflächen bietet der Standort hervorragende Voraussetzungen für ein modernes Museum mit hoher Aufenthaltsqualität.
Ein Museum mit Strahlkraft über die Region hinaus
Als bundesweit einzigartiges Museum zum Thema Kirwa besitzt das Projekt ein klares Alleinstellungsmerkmal. Die Studie geht von einem Einzugsgebiet mit bis zu 2,7 Millionen Menschen innerhalb einer Fahrzeit von rund einer Stunde aus. Das jährliche Besucherpotenzial wird auf bis zu 20.000 Gäste geschätzt. Neben der kulturellen Bedeutung verspricht das Kirwamuseum auch positive wirtschaftliche Effekte für Tourismus, Gastronomie und Einzelhandel. Kooperationen mit Schulen, Hochschulen, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie den Kirwagemeinschaften sollen das Museum zu einem lebendigen Lern- und Begegnungsort machen.
Nächste Schritte
Die Studie empfiehlt als Trägermodell die Gründung eines Zweckverbands, bestehend aus Landkreis, Standortkommune und weiteren Institutionen. Ergänzend werden ein Förderverein sowie ein fachlicher Beirat vorgeschlagen.
Die geschätzten Investitionskosten für die museumsfachliche Ausstattung belaufen sich auf rund 1,85 Millionen Euro, von denen mindestens 80 Prozent förderfähig sind. Hinzu kommen die Kosten für die Sanierung des Gebäudes und die Gestaltung des Außenbereichs. Ein realistischer Zeitplan sieht einen Baubeginn frühestens im Jahr 2029 sowie die Fertigstellung und Eröffnung des Kirwamuseums im Jahr 2031 vor.
Mit der nun vorliegenden Machbarkeitsstudie liegt eine fundierte Grundlage für die weiteren politischen Entscheidungen vor. Das Kirwamuseum könnte künftig ein bedeutender kultureller Leuchtturm für den Landkreis Amberg-Sulzbach und die gesamte Oberpfalz werden und das gelebte Brauchtum der Kirwa dauerhaft bewahren, vermitteln und erlebbar machen.
Wenn Du OberpfalzECHO als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Dich auf.
Füge jetzt OberpfalzECHO Deinen Quellen hinzu!




