Tag des offenen Denkmals begeistert in Waidhaus
Tag des offenen Denkmals begeistert in Waidhaus
„NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“: Das Motto zum „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag war Waidhaus nahezu auf den Leib geschneidert. Schließlich sollte das Thema den Fokus auf Bewegung, Austausch und Verbindungen, die durch Denkmale erzeugt oder begünstigt werden, legen.
Dazu hatte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz geschrieben: „Denkmale können Netzwerke sein, die uns Menschen in jeder Lebenslage verbinden und damit Gesellschaft möglich machen. Besonders historische Bauwerke der Infrastruktur stellen schon seit Jahrhunderten den Austausch zwischen Menschen her: Historische Konstruktionen, die nicht nur ihren ideellen Zweck erfüllen, uns Identität und außergewöhnliche Ästhetik schenken, sondern teils auch aus praktischen Gründen gepflegt und erhalten werden sollten.“
Projekt „Revitalisierung Hauptstraße 17“ begeistert Besucher
Die laufende Maßnahme „Revitalisierung Hauptstraße 17“ im Rahmen der Städtebauförderung war das ideale Projekt zum Motto. Schließlich entstehen im Rahmen des umfangreichen Umbaus Wohnungen, Bücherei und Tagespflege. In dieser können 23 Personen betreut werden. Architekt Julius Schönberger und Jessica Hopp von der Schönberger Architekten- und Ingenieursgesellschaft mbH, Oberviechtach, hatten bei den Führungen durch die Baustelle aufmerksame Zuhörer.
Die Freude stand bereits bei der ersten Baustellenführung Markus Bauriedl ins Gesicht geschrieben, als er vielen Neugierigen gegenüberstand. Für den Bürgermeister ist die Städtebauförderung „weit mehr als nur ein Förderprogramm“, sondern eine „große Chance für Gemeinden wie Waidhaus“. Sie trage unter anderem zur Belebung von Ortskernen bei und helfe, Gebäude neu zu nutzen sowie die Heimat attraktiv und lebenswert zu gestalten.
Städtebauförderung belebt den Ortskern von Waidhaus
Und so steht seinen Worten zufolge das Projekt beispielhaft für „Wo früher Leer- und Stillstand gedroht haben, entsteht nun Schritt für Schritt neues Leben“. Schließlich sollen im Herzen des Marktes neue Möglichkeiten für Begegnung, Gemeinschaft und Entwicklung geschaffen werden.
Wer die Baustelle hin und wieder besucht, kann Bauriedls Feststellung, dass schon viel geschehen sei, nur bestätigen. „Man sieht Woche für Woche, dass es gut vorangeht“, pflichtete ein Besucher dem Bürgermeister bei. Der wusste aber auch, „dass natürlich noch jede Menge zu tun ist“.
Einblicke in Baufortschritt, Bibliothek und Wohnungen
Julius Schönberger verstand es, ebenso wie Jessica Hopp, den Leuten das aufwendige Projekt eingehend zu erläutern, ohne zu sehr in technische Details zu gehen. Neben dem Verlegen der Leitungen im Innenbereich wies er unter anderem auf die Putzarbeiten hin. Im Erdgeschoss wird seinen Worten zufolge die Bibliothek untergebracht. Besichtigen konnten die Besucher auch die im Obergeschoss entstehenden Wohnungen.
Im rückwärtigen Nebengebäude entsteht eine barrierefreie Tagespflege mit überdachtem Eingangsbereich und zweigeschossigem Essbereich. Eingeschlossen sind die über das ganze Haus verteilten WC-Anlagen sowie Ruhezonen und ein Therapieraum. Der Zugang erfolgt über die Türkenstraße. In dieser wird auch noch das Heizhaus errichtet. „Wenn alles gut geht, soll die Tagespflege im Mai des nächsten Jahres ihren Betrieb aufnehmen“, hofft Bauriedl.
Historie der Hauptstraße 17: Der „Untere Zwickn“
Das Gebäude „Hauptstraße 17“ hatte übrigens früher „Der Untere Zwickn“ geheißen und war nach den Recherchen des Ortsheimatpflegers und Vorsitzenden des Heimatkundlichen Arbeitskreises, Andreas Ringholz, auf Bildern und Postkarten um 1900/1910 in der heute noch vorhandenen Optik zu erkennen. Es handelt sich um ein zweistöckiges Traufseitenhaus mit Stuck- und Zierelementen. Die Hofeinfahrt besteht aus einem großen Holztor und einem Rundbogen. 1980 ist es in die Denkmalliste aufgenommen worden.
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