Tief beeindruckte Neuntklässler aus Weiden beim Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Tief beeindruckte Neuntklässler aus Weiden beim Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Einen eindrucksvollen und zugleich nachdenklich stimmenden Tag erlebten die Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe der Staatlichen Wirtschaftsschule Weiden bei ihrem Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Ziel der Exkursion war es, sich intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und die Bedeutung von Erinnerungskultur sowie Zivilcourage zu reflektieren.
Führung durch das ehemalige Lager
Am Vormittag erhielten die Schülerinnen und Schüler bei einer Führung durch das ehemalige Konzentrationslager einen umfassenden Einblick in den Aufbau und die Funktion des Lagers. Thematisiert wurden unter anderem die Lebensbedingungen in den Baracken, die unmenschlichen Arbeitsbedingungen im Steinbruch sowie die Ziele und Strukturen des Konzentrationslagersystems während der NS-Zeit. In der Dauerausstellung konnten die Jugendlichen eigenständig Biografien ehemaliger Häftlinge erkunden. Darüber hinaus machten zahlreiche Dokumente deutlich, wie die Zivilbevölkerung vor Ort mit der Existenz des Konzentrationslagers umging.
Nachmittags stand das Projekt „Was tust du?“ im Mittelpunkt. Ausgangspunkt war ein von der SS bewachter Zugtransport mit KZ-Häftlingen aus dem Außenlager Leitmeritz, der im April 1945 auf dem Weg nach Mauthausen einen Halt im tschechischen Roztoky einlegte. Die dortige Bevölkerung sah sich mit der schwierigen Frage konfrontiert, ob und in welcher Form sie den Gefangenen helfen könnte.
Rollenspiel fördert Perspektivwechsel
Die Schülerinnen und Schüler schlüpften dabei selbst in unterschiedliche Rollen der damaligen Zivilbevölkerung – etwa in die eines Bahnarbeiters, Arztes, Pfarrers, Kochs, Schülers oder eines Fotografen – und diskutierten mögliche Handlungsspielräume und die Frage nach persönlicher Verantwortung. Im Anschluss wurden anhand von Szenen aus dem Dokumentarfilm „Todeszug in die Freiheit“ verschiedene Formen der Hilfe, aber auch des Wegschauens thematisiert.
Das Projekt regte die Jugendlichen dazu an, über moralische Entscheidungen, Mut und Verantwortung nachzudenken und sich mit der Bedeutung von Zivilcourage auseinanderzusetzen – nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch mit Blick auf die Gegenwart.
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