NEW Perspektiven: Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald – mehr als eine schöne Landschaft
NEW Perspektiven: Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald – mehr als eine schöne Landschaft
Wer durch das Waldnaabtal wandert, den Basaltkegel in Parkstein bestaunt oder mit dem Fahrrad auf dem Bockl-Radweg unterwegs ist, erlebt nur einen Ausschnitt der landschaftlichen Vielfalt im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald. Wälder, Bachläufe, Teiche, Moore, Wiesen und landwirtschaftlich genutzte Flächen bilden eine gewachsene Kulturlandschaft, die Naturraum, Lebensraum und Heimat zugleich ist.
Das Gebiet erstreckt sich über rund 138.000 Hektar. Es umfasst den gesamten Landkreis Neustadt an der Waldnaab, südliche Bereiche des Landkreises Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden. Gemeinsam mit den benachbarten Naturparken Fichtelgebirge, Steinwald und Oberpfälzer Wald bildet es ein nahezu geschlossenes grünes Band entlang der Grenze zu Tschechien.
Der Verein hinter dem Naturpark
Ein Naturpark besteht nicht allein aus einer Landschaft und ihren Sehenswürdigkeiten. Damit Lebensräume gepflegt, Projekte umgesetzt und Menschen für die Natur begeistert werden können, braucht es Organisation, Fachwissen und verlässliche Partner. Diese Aufgabe übernimmt der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald e. V.
Der Verein wurde am 21. Februar 1975 gegründet, er ist der offizielle Träger des Naturparks. Er versteht sich aber nicht als Naturschutzorganisation, die den Menschen aus der Landschaft ausschließen möchte. Sein Ziel ist vielmehr, unterschiedliche Bedürfnisse miteinander zu verbinden: Naturschutz und Landwirtschaft, Erholung und Besucherlenkung, regionale Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung.
Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg
Eine Besonderheit des Vereins ist seine breite Aufstellung. Mitglied werden können Kommunen und Landkreise, Unternehmen, Organisationen, Vereine und Privatpersonen, die sich zu den Zielen des Naturparks bekennen. An der Spitze des Vereins stehen aktuell der Neustädter Landrat Andreas Meier als Erster Vorsitzender, der Tirschenreuther Landrat Hubert Schicker als Zweiter Vorsitzender und Weidens Oberbürgermeister Dr. Benjamin Zeitler als weiterer Vorsitzender.
Andreas Meier bezeichnet den Naturpark als „Anwalt dieser Heimat“. Neben einer intakten Natur gehe es auch um das Gefühl, in einer Region verwurzelt und zu Hause zu sein. Ein wichtiger Schwerpunkt sei deshalb, bereits Kinder und Jugendliche für die Zusammenhänge der heimischen Ökosysteme zu begeistern.
Artenschutz beginnt vor der eigenen Haustür
Die Arbeit des Naturparkvereins wird besonders dort sichtbar, wo konkrete Lebensräume und Arten Unterstützung benötigen. Die Projekte reichen vom Schutz der Flussperlmuschel über Hilfsmaßnahmen für Fledermäuse, Kreuzottern und Feuersalamander bis zur Sicherung seltener Pflanzenarten wie der Sandgrasnelke.
Gleichzeitig kümmert sich der Verein um wertvolle Lebensräume wie Moore, Tümpel, Weihergebiete, Ackerwildkrautflächen und artenreiche Wiesen. Landschaftspflege bedeutet dabei häufig praktische Arbeit: Flächen werden entbuscht, Gewässer gepflegt, Biotope miteinander verbunden oder gemeinsam mit Landwirten so bewirtschaftet, dass seltene Arten erhalten bleiben können.
Das Naturpark-Mobil bringt Wissen zu den Menschen
Seit einem Jahr verfügt der Verein mit „Rolling NOW“ über eine fahrende Naturpark-Infostelle. Das mobile Umweltbildungszentrum kommt bei Schulen, Kindergärten, Märkten, Messen und Veranstaltungen zum Einsatz. So verbindet das im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023–2027 geförderte LEADER-Projekt regionale Wertschöpfung mit innovativer Umweltbildung.

NEW Perspektiven: Naturpark-Mobil Rolling NOW bringt Naturwissen auf Tour
Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Seit Juni 2025 rollt ein echtes Leuchtturmprojekt durch den Landkreis: Das Naturpark-Mobil „Rolling NOW“, die fahrende Infostelle des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald.
Heimatbildung von klein auf
Eine wichtige Säule der Vereinsarbeit sind Kooperationen mit Schulen und Kindergärten. In den Naturpark-Schulen werden Themen wie biologische Vielfalt, Landschaft, regionale Kultur, Handwerk sowie Land- und Forstwirtschaft dauerhaft in Unterricht, Exkursionen und Projekttage eingebunden.
In den Naturpark-Kindergärten beginnt die Auseinandersetzung bereits mit einfachen Fragen: Wo lebt der Regenwurm? Woher kommen unsere Lebensmittel? Welche Bedeutung haben Pflanzen und Tiere für uns? Die Kinder sollen ihre unmittelbare Umgebung nicht nur kennenlernen, sondern eine persönliche Verbindung zu ihr aufbauen.
Naturschutz stärkt auch die Region
Der Naturparkverein richtet seinen Blick nicht ausschließlich auf seltene Tierarten und geschützte Flächen. Auch regionale Wirtschaftskreisläufe gehören zum Konzept. Direktvermarkter, Hofläden, Imkereien, Bäckereien, Brauereien, Gaststätten und weitere Betriebe machen sichtbar, welche Produkte innerhalb der Naturparkregion entstehen.




