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Übungsplatzförster Andreas Irle geht in den Ruhestand

Heringnohe. Andreas Irle, ein Förster aus Leidenschaft mit starker Verwurzelung zu Natur, Wald, Wild Militär und Historie verlässt das Revier Grafenwöhr und geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Übungsplatzförster Andreas Irle geht in den Ruhestand

Förster Andreas Irle (Vierter von links) geht in den wohl verdienten Ruhestand. Leitender Forstdirektor Alexander Krone (Dritter von rechts), US-Army, Bundeswehr und Weggefährten dankten dem engagierten Übungsplatzförster und wünschten alles Gute im neuen Lebensabschnitt. Foto: Andreas Kreuzer
Andreas Irle mit einem Seeadler, die Raubvögel wurden um 1990 wieder auf dem Truppenübungsplatz heimisch. Foto: Michael Winter
Landwirtschaftsministerin Michaela Kanniber traf mit dem Bundesförster bei den Rotwildtagen im Gut Heringnohe zusammen. Zum Bild stellte sich auch seine Hannoversche Schweißhündin Minna Zuffa. Foto: Andreas Kreuzer
Stetes Interesse zeigte Andreas Irle an der Historie. Zusammen mit amerikanischen Sergants und Gerald Morgenstern wurde ein alter Grabstein auf dem verfallenen Friedhof der Übungsplatzortschaft Pappenberg gesichert. Foto: Andre Potzler
Freude über ein neues Wachsen von Herbstzeitlosen nach einem Brand, zusammen mit Caecilia Kastel-Meier von der US-Umweltabteilung. Foto: Gerald Morgenstern
Ein Treffen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber im September 2006 auf dem Netzaberg. Zuvor wurde in der alten Dorfstelle ein historisches Marterl gesichert. Foto: Gerald Morgenstern
Einsatz zur Waldbrandbekämpfung mit Hubschraubern ein Chinook CH 47 beim Wasserschöpfen im Schlatterweiher. Foto: Gerald Morgenstern

Der Bundesforst, US-Armee, Bundeswehr und Weggefährten sagten dem engagierten Forstmann bei seiner Verabschiedung im Forstamt Heringnohe Dankeschön. Ein Rückblick wurde dabei auf seine Karriere und sein Wirken geworfen.

Vielfältige Aufgaben auf dem Übungsplatz

Seit 1987 war der Truppenübungsplatz Grafenwöhr für den gebürtigen Nordrheinwestfalen ein idealer Wirkungsort. In Grafenwöhr konnte er seinen ersten Berufswunsch nach einer      militärischen Laufbahn bestens mit dem schließlich eingeschlagen Weg als Förster in Einklang bringen. Nach Wehrdienstzeit bei der Luftwaffe und Forststudium startete sein Werdegang in Grafenwöhr als Leiter des Reviers Stegenthumbach im nordöstlichen Teil des Truppenübungsplatzes. Nach einer Innendienstbewährung im Forstamt siegte doch die Liebe zur Natur und Andreas Irle nahm erneut die vielfältigen Aufgaben im Revier wahr. Waldpflege, Waldentwicklung, Bewirtschaftung und Waldumbau als Maschineneinsatzleiter mit den Waldarbeitergruppen zählten dazu. Beim Naturschutz im militärischen Sperrgebiet waren die Rückkehr von Fischadler, Seeadler, den Wölfen und weiterer geschützter Spezies mit all den damit verbundenen Programmen fordernde Aufgaben. Freude hatte der Forstamtsrat auch bei der Umweltbildung mit US-Gruppen sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Beim Wild- und Jagdmanagement im wohl bundesweit größten Rotwildeinstandsgebiet tat sich Irle als Jäger, Führer von Jagdgruppen und verlässlicher Hundemann in der Nachsuche hervor. Die Ausbildung von Jagdhunden und natürlich die eigene Hundehaltung lagen dem Förster schon immer am Herzen. Regelmäßige Ausbildungen, Hundeprüfungen sowie das Engagement im Verein Hirschmann für Hannoversche Schweißhunde oder im Jagdgebrauchshundverein Bayern unterstreichen dies.

Brandschutz und Waldbrandbekämpfung

Die gemeinsame Ausbildung mit den zivilen und militärischen Kräften im Brandschutz und der Waldbrandbekämpfung speziell beim Löschen mit Hubschraubern brachten Andreas Irle bundesweite Anerkennung auch bei den zivilen Feuerwehrschulen ein. Seine Erfahrungswerte will der künftige Pensionär dem Militär, Feuerwehren und Bundesforst auch weiter zur Verfügung stellen. Schon in nächsten Wochen ist eine Qualifizierung von US-Hubschrauberpiloten der Chinook CH 47 beim Schöpfen, Fliegen und Löschen mit Außenbehältern vorgesehen.   

Verabschiedung im Forstamt

Der Leiter des Bundesforstbetriebs Grafenwöhr, Leitender Forstdirektor Alexander Krone, bezeichnete den scheidenden Forstamtrat als Grafenwöhrer Urgestein mit großer Verbundenheit zur Liegenschaft und Historie. Loyalität, große Sachkenntnis und hohe persönliche Ausstrahlung nannte Krone als weitere Attribute und überreichte das Ruhestandschreiben. Zwei Zwetschgenbäume waren das Abschiedsgeschenk der Kollegen.

Zusammenarbeit mit dem Militär

Als Forstbetriebsassistent war Andreas Irle sei 2021 als Verbindungbeauftragter  zur US-Armee und Bundeswehr eingesetzt. Hauptmann Kevin Dörrer von der Bundeswehr Truppenübungsplatzkommandantur stellte die gute Zusammenarbeit mit der Dienststelle und der übenden Truppe sowie die vielen gemeinsam gefunden Lösungen heraus. Oberstleutnant Michael Kurtich und der jetzige Leiter von US-Range Control, Major Michael Sullivan, dankten Irle für das gute Zusammenwirken und die Koordination zwischen Militär und Forst. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit schaffte stets gute Voraussetzungen für den militärischen Übungsbetrieb mit Rücksichtnahme auf die Natur und auch die Jagd. Andreas Kreuzer von der US-Armee-Garnison Bavaria kündigte eine Auszeichnung durch Oberst Steven Flanagan an.

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Engagement für die Historie des Platzes

Als langjähriger Weggefährte dankte der Stabsfeldwebel a. D. und Autor des Truppenübungsplatzbuches Gerald Morgenstern dem Förster aus Leidenschaft und historischen interessierten Waidmann für die stete Unterstützung. Mit einem Bildergeheft blickte er auf die Besuche, Gottesdienste und Gedenkfeieren ehemaliger Bewohner und deren Nachkommen in der Ortschaft Pappenberg sowie weitere Besucherführungen zurück. Die  Ruinensicherung, Erkundung in ehemaligen Ortschaften, die Markierung historischer Stellen auf dem Netzaberg und Kumpfberg sowie Exkursionen in den Westwallbunkeranlagen waren gemeinsame Unternehmungen.

Andreas Irle dankte allen für die lobenden Worte. Sein Motto „Keine Probleme machen sondern Lösungen suchen“ konnte unter Freunden gut umgesetzt werden. „Es war eine tolle Zeit, ich liebte die vielfältigen Aufgaben im Kronjuwel Grafenwöhr um Natur und Militär in Einklang zu halten“. gestand der scheidende Forstmann.