Übungsplatzförster Andreas Irle geht in den Ruhestand
Übungsplatzförster Andreas Irle geht in den Ruhestand
Der Bundesforst, US-Armee, Bundeswehr und Weggefährten sagten dem engagierten Forstmann bei seiner Verabschiedung im Forstamt Heringnohe Dankeschön. Ein Rückblick wurde dabei auf seine Karriere und sein Wirken geworfen.
Vielfältige Aufgaben auf dem Übungsplatz
Seit 1987 war der Truppenübungsplatz Grafenwöhr für den gebürtigen Nordrheinwestfalen ein idealer Wirkungsort. In Grafenwöhr konnte er seinen ersten Berufswunsch nach einer militärischen Laufbahn bestens mit dem schließlich eingeschlagen Weg als Förster in Einklang bringen. Nach Wehrdienstzeit bei der Luftwaffe und Forststudium startete sein Werdegang in Grafenwöhr als Leiter des Reviers Stegenthumbach im nordöstlichen Teil des Truppenübungsplatzes. Nach einer Innendienstbewährung im Forstamt siegte doch die Liebe zur Natur und Andreas Irle nahm erneut die vielfältigen Aufgaben im Revier wahr. Waldpflege, Waldentwicklung, Bewirtschaftung und Waldumbau als Maschineneinsatzleiter mit den Waldarbeitergruppen zählten dazu. Beim Naturschutz im militärischen Sperrgebiet waren die Rückkehr von Fischadler, Seeadler, den Wölfen und weiterer geschützter Spezies mit all den damit verbundenen Programmen fordernde Aufgaben. Freude hatte der Forstamtsrat auch bei der Umweltbildung mit US-Gruppen sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit.
Beim Wild- und Jagdmanagement im wohl bundesweit größten Rotwildeinstandsgebiet tat sich Irle als Jäger, Führer von Jagdgruppen und verlässlicher Hundemann in der Nachsuche hervor. Die Ausbildung von Jagdhunden und natürlich die eigene Hundehaltung lagen dem Förster schon immer am Herzen. Regelmäßige Ausbildungen, Hundeprüfungen sowie das Engagement im Verein Hirschmann für Hannoversche Schweißhunde oder im Jagdgebrauchshundverein Bayern unterstreichen dies.
Brandschutz und Waldbrandbekämpfung
Die gemeinsame Ausbildung mit den zivilen und militärischen Kräften im Brandschutz und der Waldbrandbekämpfung speziell beim Löschen mit Hubschraubern brachten Andreas Irle bundesweite Anerkennung auch bei den zivilen Feuerwehrschulen ein. Seine Erfahrungswerte will der künftige Pensionär dem Militär, Feuerwehren und Bundesforst auch weiter zur Verfügung stellen. Schon in nächsten Wochen ist eine Qualifizierung von US-Hubschrauberpiloten der Chinook CH 47 beim Schöpfen, Fliegen und Löschen mit Außenbehältern vorgesehen.
Verabschiedung im Forstamt
Der Leiter des Bundesforstbetriebs Grafenwöhr, Leitender Forstdirektor Alexander Krone, bezeichnete den scheidenden Forstamtrat als Grafenwöhrer Urgestein mit großer Verbundenheit zur Liegenschaft und Historie. Loyalität, große Sachkenntnis und hohe persönliche Ausstrahlung nannte Krone als weitere Attribute und überreichte das Ruhestandschreiben. Zwei Zwetschgenbäume waren das Abschiedsgeschenk der Kollegen.
Zusammenarbeit mit dem Militär
Als Forstbetriebsassistent war Andreas Irle sei 2021 als Verbindungbeauftragter zur US-Armee und Bundeswehr eingesetzt. Hauptmann Kevin Dörrer von der Bundeswehr Truppenübungsplatzkommandantur stellte die gute Zusammenarbeit mit der Dienststelle und der übenden Truppe sowie die vielen gemeinsam gefunden Lösungen heraus. Oberstleutnant Michael Kurtich und der jetzige Leiter von US-Range Control, Major Michael Sullivan, dankten Irle für das gute Zusammenwirken und die Koordination zwischen Militär und Forst. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit schaffte stets gute Voraussetzungen für den militärischen Übungsbetrieb mit Rücksichtnahme auf die Natur und auch die Jagd. Andreas Kreuzer von der US-Armee-Garnison Bavaria kündigte eine Auszeichnung durch Oberst Steven Flanagan an.
Engagement für die Historie des Platzes
Als langjähriger Weggefährte dankte der Stabsfeldwebel a. D. und Autor des Truppenübungsplatzbuches Gerald Morgenstern dem Förster aus Leidenschaft und historischen interessierten Waidmann für die stete Unterstützung. Mit einem Bildergeheft blickte er auf die Besuche, Gottesdienste und Gedenkfeieren ehemaliger Bewohner und deren Nachkommen in der Ortschaft Pappenberg sowie weitere Besucherführungen zurück. Die Ruinensicherung, Erkundung in ehemaligen Ortschaften, die Markierung historischer Stellen auf dem Netzaberg und Kumpfberg sowie Exkursionen in den Westwallbunkeranlagen waren gemeinsame Unternehmungen.
Andreas Irle dankte allen für die lobenden Worte. Sein Motto „Keine Probleme machen sondern Lösungen suchen“ konnte unter Freunden gut umgesetzt werden. „Es war eine tolle Zeit, ich liebte die vielfältigen Aufgaben im Kronjuwel Grafenwöhr um Natur und Militär in Einklang zu halten“. gestand der scheidende Forstmann.











