Neuer Kräutergarten belebt Oberbibrach

Neuer Kräutergarten belebt Oberbibrach
Das grüne Gold von Oberbibrach – frisch und gesund. Die Kraft der Kräuter: Geht es dabei nur um Naturromantik oder geht es um alte Traditionen und Rezepturen mittelalterlicher Klostermedizin, die unseren Alltag bereichern? Im neuen „Biwaricher“ Kräutergarten gibt es viele Antworten.
Kräutergarten mit vier Wirkungskreisen
Noch frühjahrsmüde? Dagegen ist mehr als ein Kraut gewachsen, denn Wildkräuter stecken voller Energie. „Die Natur steckt jetzt voller Lebenskraft, die wir uns zu eigen machen können, denn so manches eher unscheinbare Kraut hat es in sich“, weiß Kräuterpädagogin Sabine Maier. Da lohnt sich ein Spaziergang mit der Kräuterfee und mit Gemeinderätin Anneliese Weber durch den frisch angelegten Kräutergarten in Oberbibrach, um die Heilpflanzen- und Küchenkräuterkultur kennenzulernen. Schon 2024 warb Anneliese Weber, Familienbeauftragte der Gemeinde Vorbach, in einer Ratssitzung mit einem 27 Seiten umfassenden Maßnahmenkatalog, auf der grünen Wiese neben dem Biberbach einen Natur-Erlebnisgarten entstehen zu lassen. Bezeichnenderweise auf einem Areal der Kommune im Bereich der Oberbibracher Gartenstraße.
Gesagt, getan. Nach Zustimmung durch Bürgermeister Alexander Goller und das Gemeinderatsgremium begannen im Frühjahr 2025 mit Unterstützung des Gemeindebauhofes und einiger Familien die Arbeiten für Oberbibrachs grüne Oase. Ein kühnes gestalterisches Projekt mit dem Ziel eines „kraftstrotzenden“ vitalen Kräutergartens mit vier Wirkungskreisen, etwa mit stimmungsaufhellendem und immunstimulierendem Grün. Zu den einladenden Gestaltungselementen gehört auch das gemeindliche „Wasserhäuschen“ mit Pumpe für die Bewässerung, aufgehübscht, überdacht und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet.
Schon beim Betreten eröffnet sich den Besuchern ein bezauberndes Flair, durchzogen von Düften von Rosmarin, Lavendel und Salbei und ergänzt durch heimische Klassiker, etwa Bärlauch, Dill, Kresse, Minze, Petersilie, Liebstöckl und Oregano. Beim Gang durch die Kräuterbeete überraschen viele Gewürz- und Heilpflanzen wie zu „Omas Zeiten“. Die kleine Gartenwanderung wird zum Aroma-Kick, viele Vitaminbomben rufen zu einer Kostprobe, ein „Cocktailhügel“ lässt von fruchtigen und gesunden Drinks träumen und gleich daneben lockt eine Vitaminecke mit Beerensträuchern. Eine farbenfrohe Blühwiese mit einem Insektenhotel und einem Vogelhaus ergänzen das Gesamtpanorama.
Altes Wissen weckt die Geister
Zudem belebt der neue Kräutergarten das alte Wissen rund um Heilpflanzen. Ein Spitzwegerich in Sichtweite erinnert beispielsweise an ein probates Mittel gegen Erkältungen, und die Arnika wirkt entzündungshemmend, klärt die Kräuterfee auf. Nicht fehlen dürfen der leistungssteigernde Rosenwurz und der schlaffördernde Baldrian. Viele kleine Schilder erklären den Besuchern, was es alles in nächster Nähe zu entdecken gibt. Die Kräuterexpertin ist hin und weg von der Kraft der Kräuter. „Jedes Kraut hat seine Wirkung, jede Pflanze eine Bedeutung“, erzählt Sabine Maier beim Gang durch Oberbibrachs Rückzugsort. Ein Ort, der die Sinne weckt und zum Entschleunigen beiträgt.
Nur wenige hundert Meter vom Dorfzentrum entfernt sprießt und grünt es im liebevoll gestalteten Garten. Ein öffentliches Kleinod, das Natur, Gesundheit und Bildung auf charmante Weise verbindet, schwärmt auch „Macherin“ Anneliese Weber. Auch ohne spektakuläres Design wirkt das Biwaricher Wunder der Pflanzenwelt bewusst naturnah.
Ein Lernort für Jung und Alt
Der Garten soll auch zu einem Ort des Lernens werden, so der Wunsch von Anneliese Weber. Die Familienbeauftragte verweist zum Beispiel auf das Mitwirken der Grundschule Oberbibrach. Angeleitet von Grundschullehrerin Lena Speckner erstellt die dritte und vierte Klasse bis zur offiziellen Einweihung eine kindgerechte Beschreibung der einzelnen Kräuter. Die Informationen auf den kleinen Schildern können dann auch mittels QR-Code abgerufen werden. Zur Eröffnung am 16. Mai verspricht die Schule weitere Überraschungen. Zusammenfassend bezeichnet Anneliese Weber das zukunftsweisende Modell des „Biwaricher Kräutergartens“ als ganzheitliches Naturerlebnis mit einem duftenden, farbenfrohen Mosaik aus Blüten, Blättern und Lebensenergie. Ihre Freude werden auch die Pedalritter haben, wird doch die künftige Radwegverbindung Oberbibrach–Schlammersdorf an Oberbibrachs grünem Finger vorbeiführen. Eine kurze Auszeit für Körper, Seele und Geist tut auch den Radlern gut, findet Bürgermeister Alexander Goller.
Längst ist auch die Finanzierung gesichert. Dem Gemeindechef gelang es mit seinem Ratsgremium, aus dem Fördertopf „Gütesiegel Heimatdorf“ eine Siegprämie in Höhe von 60.000 Euro an Land zu ziehen. Aus dieser Summe zwackte der Rat 15.000 Euro für den Aufbau des Kräutergartens ab. Eine weitere Fördermöglichkeit eröffnete sich für die Gemeinde aus dem Programm des bürgerschaftlichen Engagements des „Forum Neustadt plus“. Knapp 5.000 Euro beträgt die Zuwendung.
Einweihung am 16. Mai
Mit der offiziellen Eröffnung am Samstag, 16. Mai 2026 um 13 Uhr ist die kirchliche Segnung der Anlage verbunden. Anschließend ist die Bevölkerung zum fröhlichen Feiern und zu Führungen mit Kräuterpädagogin Sabine Maier eingeladen. Spiel und Spaß gibt es für die Kids. Der Katholische Frauenbund verwöhnt die Besucher bei Kaffee und Kuchen. Für Vital-Drinks stellt die „Cocktail Company“ Oberbibrach kostenfrei Becher, Gläser und Eis für selbstgemachte Kräuterdrinks und mehr zur Verfügung. Mit dabei ist auch die biologisch zertifizierte Gärtnerei Becher aus Ebnath mit einem Kräuterstand. Zudem wirbt ein Imker aus dem Dorf für Honigprodukte. Erhältlich sind auch selbstgemachte Produkte aus dem Kräutergarten. Auch fruchtige Kräutersäfte und ein spezieller Kräutersekt machen neugierig. Eine Fotostrecke erinnert an die Arbeitsschritte zur Verwirklichung der neuen und nachhaltigen Biwaricher Quelle der Natur.
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