Upschalten: Energiewende auf der Bühne in Weiden
Upschalten: Energiewende auf der Bühne in Weiden
Bei der Aufführung „Upschalten“ an der Sophie-Scholl-Realschule wurde die Energiewende zum Theatererlebnis. Acht Schülerinnen aus den sechsten Klassen standen auf der Bühne. Gemeinsam mit dem freischaffenden Theatermacher Jean-Francois Drozak hatten sie ein Stück einstudiert, das komplexe Fragen einfach erklärt. Dabei blieb das Publikum keineswegs auf seinen Plätzen sitzen. Es musste selbst Energie liefern, damit die Handlung weitergehen konnte.
Ein ungewöhnlicher Auftrag aus einer anderen Zeit
Im Mittelpunkt steht ein Besucher aus der Vergangenheit. Ein Japaner reist mit einer Zeitmaschine in die Gegenwart und soll etwas abschalten. Allerdings weiß er zunächst nicht, was dieser Auftrag bedeutet. Eine freundliche Richterin hilft ihm, die moderne Welt zu verstehen. Schrittweise entdeckt er, wie sehr unser Alltag von Energie abhängt. Die Geschichte lehnt sich an Herbert Rosendorfers Buch „Briefe an die chinesische Vergangenheit“ an. Doch Drozak macht daraus ein eigenständiges Theater über aktuelle Fragen.
Upschalten: Publikum erzeugt Energie
Eine Besonderheit des Projekts ist die direkte Beteiligung der Zuschauer. Denn das Theater braucht selbst Energie. Wenn eine Szene besonders spannend wird, fordert ein Wissenschaftler zusätzliche Kraftwerke an. Dann treten Freiwillige auf bereitgestellten Fahrrädern kräftig in die Pedale. Die Fahrräder stehen symbolisch für Strom erzeugende Kraftwerke. An anderer Stelle entsteht ein Überschuss, den die Beteiligten im Spiel verkaufen. Dadurch werden Begriffe wie Energiebedarf, Erzeugung und Überschuss anschaulich.
Die Besucher erleben so, dass Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt. Er muss bereitgestellt werden, wenn Menschen ihn benötigen. Gleichzeitig zeigt das Spiel, warum die Abstimmung zwischen Erzeugung und Verbrauch wichtig ist. Die humorvollen Situationen helfen, einen anspruchsvollen Zusammenhang verständlich zu machen.
Acht Schülerinnen wachsen über sich hinaus
Emma, Julia, Vira, Annika, Elaina, Lina, Maya und Lea übernahmen die Rollen auf der Bühne. Die Schülerinnen der sechsten Jahrgangsstufe hatten sich in einer intensiven Projektwoche vorbereitet. Einige standen dabei zum ersten Mal vor einem größeren Publikum. Umso bemerkenswerter war ihr Auftritt. Sie präsentierten ihre Szenen sicher und mit sichtbarer Spielfreude. Ihre Familien und weitere Zuschauer verfolgten die Aufführung mit Begeisterung.
Die Theaterwoche verlangte den jungen Darstellerinnen einiges ab. Texte, Bewegungen und Einsätze mussten zusammenpassen. Dazu kam die Herausforderung, auf die Reaktionen des Publikums einzugehen. Der Applaus belohnte den Mut und die gemeinsame Arbeit. Zugleich sammelten die Schülerinnen Erfahrungen, die weit über das Thema Energie hinausreichen: zusammenarbeiten, Verantwortung übernehmen und vor anderen Menschen auftreten.
Energiewende zwischen Ausschalten und Umschalten
Hinter der unterhaltsamen „Upschalten“-Geschichte steckt eine klare Botschaft. Einzelne Geräte auszuschalten, kann jeder selbst entscheiden. Die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen verlangt dagegen gemeinsames Handeln. Neue Anlagen, passende Netze und ein bewusster Umgang mit Ressourcen gehören zusammen. Genau diesen Unterschied macht das Theaterprojekt greifbar. Die Schülerinnen zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht nur aus guten Vorsätzen besteht, sondern viele Entscheidungen und Beteiligte braucht.
Unterstützung für das MINT-Theater in Weiden
Das Projekt wurde vom bayerischen Wirtschaftsministerium unterstützt. An der Entwicklung des Theaterstücks wirkten außerdem Ingenieure eines Nürnberger Energieversorgers mit. Auch die N-ERGIE engagiert sich mit Angeboten für Schulen in der Wissensvermittlung zu Energie, Umwelt und Wasser. Dazu gehören Ausstellungen, Besichtigungen und gemeinsam mit Lehrkräften entwickelte Projekte. Weitere Informationen bietet die N-ERGIE auf ihrer Seite zur Schulinformation.
Die Aufführungen richteten sich an unterschiedliche Zuschauergruppen. Am Abend konnten Eltern das Ergebnis der Proben erleben. Am Freitagvormittag, 16. Oktober, wurde das Stück für die Schülerinnen gezeigt. So erreichte die Projektgruppe sowohl Familien als auch die Schulgemeinschaft.
Ein Theaterprojekt mit nachhaltiger Wirkung
Für die acht Mitwirkenden blieb am Ende mehr als die Erinnerung an einen gelungenen Auftritt. Sie hatten ein anspruchsvolles Thema gemeinsam erarbeitet und vor Publikum umgesetzt. Auch die Zuschauer konnten etwas mitnehmen: ein besseres Verständnis dafür, wie ein Energiesystem funktioniert und weshalb die Energiewende alle betrifft. Die jungen Darstellerinnen gingen nach einer anstrengenden Woche müde, aber stolz ins Wochenende.




